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Renaturierung an der Isar: Ein Bagger entfernt alte Verbauungen an einem Ufer bei München.

Isar-Renaturierung 

Platz für den Fluss, Schutz für den Mensch

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Wie kann man der Isar mehr Raum geben, gleichzeitig aber die Anwohner vor Hochwasser schützen? Die geplante Renaturierung bei Bibermühle (Wackersberg) sorgt noch immer für Kopfzerbrechen.

Wackersberg – Die Isar natürlicher gestalten, Fischen mehr Rückzugsräume zu geben: Das ist das Ziel der geplanten Renaturierung, die das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) durchführen möchte (wir haben berichtet). Auf einer Länge von etwa 650 Metern auf der Wackersberger Seite und 150 Metern auf der Gaißacher Seite soll der Uferverbau entfernt werden. Der Fluss enthält so die Möglichkeit, sich zu verbreitern und die Ufer selbst zu gestalten.

In der Januar-Sitzung hatte der Wackersberger Gemeinderat große Bedenken geäußert. Die Befürchtung: Durch die Renaturierung könnten die Gemeindeteile Bocksleiten und Knapp von Hochwasser gefährdet sein. Das Wasserwirtschaftsamt hatte beschwichtigt: Am Hochwasserschutz ändere sich nichts durch die Maßnahme. Das Überschwemmungsgebiet bleibe das gleiche.

Auch in der Sitzung am Dienstagabend waren die Bedenken nicht ausgeräumt. Bei einem Ortstermin im Juni hätte man auch über die Verlegung des Isarradweges gesprochen, sagte Bürgermeister Alois Bauer. „Der geplanten Trasse wurde aus Naturschutzgründen nicht zugestimmt.“ Es dürfe keine erheblichen Beeinträchtigungen im FFH-Gebiet geben, eine Alternative werde gesucht.

„Die Bestrebungen der ganzen Planung sind, dass man der Isar mehr Raum geben möchte“, erklärte Bauer. „Wir wollen aber unsere Bürger, die dort betroffen sind, schützen.“ Durch die Renaturierung könne das Gebiet zusätzlich belastet werden, sagte Bauer. Gegenüber der ersten Planung würden nun alle Kriterien in Sachen Naturschutz erfüllt. „Uns ging es doch schon in der Januar-Abstimmung um den Schutz der Gebäude“, warf Martin März ein. Es wurde eigens eine Sicherungslinie eingezogen, ab der für Hochwasserschutz gesorgt werden muss. „Diese muss gesichert sein“, so Bauer.

Gegen die Stimme von Vize-Bürgermeister Jakob Monn segneten die Räte die Planung ab. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Schäden am Wanderweg vom Freistaat Bayern zu tragen sind – dem im übrigen auch das betreffende Grundstück gehört – und dass das rückgebaute Material aus der Renaturierungsmaßnahme für den Hochwasserschutz von Bocksleiten verwendet werden soll.

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