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Wackersberger Grundschule

Preise für Mittagsbetreuung gesenkt

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Wackersberg - Die Preise für die Mittagsbetreuung werden gesenkt: Das hat der Wackersberger Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Nicht ohne zuvor aber eine Grundsatzdiskussion zu führen.

„Es ist ein gesellschaftliches Problem: Wir verabschieden uns von der Familie.“ Mit diesen Worten von Ratsmitglied Josef Demmel endete in der jüngsten Sitzung eine Diskussion über die Mittagsbetreuung an der Wackersberger Grundschule in Höfen.

Angefangen hatte es mit der Anfrage des Fördervereins der Schule, ob die Gemeinde die Kosten für einen Garer und einen Gefrierschrank übernimmt – diese Geräte sind notwendig, damit das Mittagessen an der Schule zubereitet werden kann. Ein Probeessen sei bei den Kindern gut angekommen. „Das Essen wird tiefgekühlt geliefert und kann in dem Garer zubereitet werden“, sagt Bürgermeister Alois Bauer. Kein Rat hatte etwas dagegen, dass die Gemeinde diese Kosten übernimmt.

Für zwiegespaltene Reaktionen sorgte dagegen der zweite Teil des Förderverein-Antrags: Ob die Gebühren für die Mittagsbetreuung gesenkt werden könnten. Vielen Eltern seien die Preise zu hoch. „Wir haben uns überlegt, wir gehen um 25 Prozent runter, das Risiko trägt die Gemeinde“, sagte Bauer. „Ist das wirklich zu viel Geld?“, fragte Hans Demmel skeptisch. „Bei einer Betreuung von fünf Tagen die Woche bis 16 Uhr im Monat 200 Euro zu verlangen? Ich finde den Preis nicht unverschämt.“ Auch Nikolaus Braun warf ein: „Das ist schließlich eine Ganztagsbetreuung.“ Den Eltern müsse es das Geld wert sein, sagte Martin März, während Jakob Monn meinte: „Es ist schon erschreckend: Erst gehen die Kinder ganztags in die Kita, dann ganztags in die Schule.“

Bauer entgegnete: „Gerade die Überbrückung von Schulschluss bis 14 Uhr ist für viele Eltern notwendig. Im Kindergarten wurden sie bis halb zwei betreut, in der Schule haben sie plötzlich um 11.30 Uhr aus, und keiner ist daheim.“ Es sei ein gewisser Service den Bürgern gegenüber, die Mittagsbetreuung anzubieten. Sie sehe die Sache positiv, sagte Andrea Lechner, die glaubte, dass bei geringeren Kosten mehr Eltern die Möglichkeit nutzen werden.

Wenn die Gebühren gesenkt werden, könnte an anderer Stelle gespart werden, so Bauer. „Vielleicht brauchen wir dann den Bus um 11.30 Uhr nicht mehr, weil die Kinder ja betreut sind.“ Die Personalkosten bleiben dieselben. Dass es sehr gut funktionieren kann, belegte Bauer am Beispiel Bad Heilbrunn: „Dort wird mehr als kostendeckend gearbeitet, sodass vom Überschuss zum Beispiel Spielgeräte angeschafft werden.“ Man müsse die neuen Preise aber auch bewerben, empfahl Johann Holzner. Das werde gemacht, sagte Lechner. Bauer schlug vor, das erste Jahr als eine Art Probelauf zu sehen und dann zu kontrollieren, wie die Kosten aussehen.

Der Gemeinderat segnete die Gebührensenkung ab, allerdings gegen die Stimmen von Nikolaus Braun, Martin März und Josef Demmel.

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