Für die Revisionsarbeiten ist Schwindelfreiheit durchaus von Vorteil. 
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Für die Revisionsarbeiten ist Schwindelfreiheit durchaus von Vorteil. 

Neues am Berg geplant

Revisionsarbeiten mit Wochenend-Pause am Blomberg

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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An der Blombergbahn laufen Revisionsarbeiten – zumindest unter der Woche. Am Samstag und Sonntag sind die Anlagen am Tölzer Hausberg in Betrieb. Und auch für den Winter gibt es schon einige Pläne.

Wackersberg – Schon vor einigen Jahren, als der Skibetrieb am Blomberg eingestellt wurde, sei man dazu übergegangen, auch in der Revisionszeit nicht komplett zu schließen, sagt Bergbahn-Chef Hannes Zintel. „Gerade im November und Dezember gibt es oft noch tolle Wandertage.“ Daher seien der Sessellift und der Blombergblitz an den Wochenenden in Betrieb. Auch das Blomberghaus ist offen.

Von Montag bis Freitag aber wird an der Bahn gearbeitet – wenn das Wetter einigermaßen passt. „Mit Nebel und fünf Grad sind wir schon zufrieden“, scherzt Zintel. Größte Aufgabe bei dieser Revision ist auf den Stützen der Tausch der Rollenbatterien, über die das Seil läuft. Die Bahn hat 26 Stützen, auf jeder gibt es zwei Rollenbatterien. „Vier Mann brauchen einen Tag, um eine davon zu tauschen“, erklärt Zintel, warum die Arbeiten voraussichtlich bis März dauern werden. Nach 50 Jahren sei es dafür an der Zeit gewesen, vor allem, weil der Wartungsaufwand immer größer wurde. „Es gibt heute auch ganz andere Materialien, die den Verschleiß minimieren“, sagt Zintel. Allein der Materialwert der neuen Rollenbatterien beträgt 130 000 Euro. Dazu kommt die Arbeitsleistung.

Schneekanonen sind ausgemottet

Auch an der Winterrodelbahn ab der Mittelstation – der obere Bereich bleibt gesperrt – wird gearbeitet. „Die Randbäume werden neu verlegt und die Sicherheitszäune aufgebaut.“ Außerdem „haben wir die Schneekanonen ausgemottet“. Seit 15. November dürfte am Blomberg Schnee gemacht werden – derzeit ist es aber noch nicht kalt genug. Gesammelt wird der Schnee in Depots, bevor er in die Winterrodelbahn gefahren wird. Ab Weihnachten – so ist der Plan – soll dort gefahren werden können. Ab dem neuen Jahr könnte dort dann am Samstagabend auch das Nachtrodeln stattfinden.

Arbeiten in luftiger Höhe: Im Moment werden an allen 26 Stützen die Rollenbatterien getauscht.

Reicht der Schnee nicht, gibt es das abendliche Angebot, das immer beliebter werde, weiterhin auf dem Blombergblitz. Der ist ganzjährig in Betrieb. Dort stehen nur kleinere Revisionsarbeiten an. Die Schienenführung wird geprüft. „An der einen oder anderen Stelle müssen wir vielleicht mit Kies unterfüllen. Außerdem müssen wir die Schlitten warten“, sagt Zintel.

Neuer Rodellift soll endlich in Betrieb gehen können

Er hofft auch darauf, den neuen Rodellift unterhalb des Blomberghauses heuer endlich in Betrieb nehmen zu können. Darauf wartet er seit drei Jahren: Erst gab es zu viel Schnee, dann keinen, dann kam Corona. Das Angebot wendet sich vor allem an Familien. „Während die Eltern am Blomberghaus sitzen, können die Kinder rodeln.“ Wer nach der Abfahrt wieder nach oben möchte, wird bequem vom Lift nach oben gebracht und zieht seinen Schlitten hinter sich her. „Wir haben auch 200 Zipfelbobs gekauft, die man leihen kann“, sagt Zintel. „Für Familien ist das eine feine Sache.“

Der neue Rodellift unterhalb des Blomberghauses soll in diesem Winter endlich in Betrieb gehen. 

Neu installiert wurde am Sessellift eine Kamera. Die macht kurz vor der Bergstation Souvenir-Fotos, die man kaufen kann, wenn man das möchte. Die Nutzer der Sommerrodelbahn kennen das schon: Dort wird kurz vor dem Ziel ein Schnappschuss gemacht. Fertig ist die Verlegung des Glasfasernetzes, das nun den gesamten Berg erschließt. Das ermögliche es auch, die Webcams aufzurüsten, sodass diese künftig dann auch Bilder in 4K liefern.

Kassensystem wird umgestellt

Eine der größten Maßnahmen ist die Umstellung des Kassensystems. Bislang ist das eher nostalgisch – mit Papierkarten zum Abreißen. Nun wird alles digitaler – inklusive Online-Kaufmöglichkeit. „Dann druckt man nur noch seinen QR-Code aus und geht direkt zum Lift“, sagt Zintel. Auch ein Kassenautomat ist angedacht. Das Personal soll der aber nicht ersetzen – im Gegenteil. Das neue System soll den Mitarbeitern etwas mehr Luft verschaffen, um die Erholungssuchenden richtig beraten zu können, sagt Zintel. Rund 200 000 Euro wird in das neue System investiert, das ab Weihnachten laufen soll.

Parkticket-System wird 2022 umgestellt

Für einige Diskussionen hatten im Frühjahr die Parkgebühren am Blomberg gesorgt. Fünf statt zwei Euro werden seitdem für das Tagesticket fällig. „Alles in allem waren es vielleicht 50 Beschwerden“, sagt Zintel. „Wir haben uns das alles angehört und auch darüber nachgedacht.“ Letztlich sei die Akzeptanz aber durchaus groß. „Durch die Einnahmen hatten wir die Chance, Corona zu überstehen und das Geld wird ja auch wieder reinvestiert.“

Die Einnahmen fließen unter anderem in die Umstellung des Parkticket-Systems, die 2022 erfolgen soll. „Danach wird es auch Stundentarife geben“, verspricht Zintel. Und noch eine Idee hat er für den Parkplatz. Er möchte gerne einen Teil mit einer Fotovoltaikanlage „überdachen“. Dadurch wäre ein Teil der Stellflächen beschattet, zudem könnten so Ladestationen für E-Autos entstehen, und auch der Strombedarf der Bergbahn könnte so aus regenerativen Energien zumindest zum Teil gedeckt werden. Auch für 2022 geplant ist der Bau einer Toilette an der Bergstation.

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