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Auch an einigen Sesseln der Seilbahn hat der Schnee deutliche Spuren hinterlassen, wie Blombergbahn-Geschäftsführer Hannes Zintel auf dem Foto zeigt.

Winterbilanz

Der Schnee geht, große Schäden bleiben - besonders am Blomberg

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Der Schnee ist an den meisten Stellen weggetaut. Was bleibt, sind vielerorts Schäden – in den Wäldern oder auch auf den Straßen. Besonders heftig hat es den Blomberg getroffen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – 20 Jahre lang ist Hannes Zintel nun schon Betriebsleiter bei der Blombergbahn. Er habe aber noch nie erlebt, dass der Schnee so verheerende Schäden verursacht hat wie in diesem Jahr: „Gott sei Dank sind wir versichert – sonst wäre die Situation existenzgefährdend“, sagt Zintel.

Auch den übrigen Landkreis hat es teilweise erheblich getroffen. Er könne die Schadenssumme noch nicht seriös abschätzen, sagt Christian Webert. Was der Bereichsleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen aber schon sicher sagen kann: „In unserem Amtsbereich sind auf alle Fälle mehrere Zehntausend Bäume umgeknickt.“

Am Blomberg gibt es so gut wie nichts mehr, was unbeschädigt geblieben ist. In der vergangenen Woche nahm ein Gutachter die Seilbahn unter die Lupe. Demnach hat es die Stützen ebenso erwischt wie einige Doppelsessel und das Seil. „Wir prüfen derzeit, ob wir das Seil erneuern müssen“, sagt Zintel. Ersatzteile seien nicht einfach zu bekommen, man müsse mit einem halben Jahr Wartezeit rechnen. Die Reparaturen dürften sich daher über das ganze Jahr ziehen.

Mehrere Bäume sind auf die Rodelbahn Blomberg-Blitz gestürzt

Mehrere Bäume sind auf die Rodelbahn Blomberg-Blitz gestürzt. Der Lift am Zielhang wurde ebenso getroffen. Schwer erwischt habe es auch den Kletterwald. Die Absperrungen an den Pisten seien allesamt kaputt. Unüberschaubar groß sind die Schäden an der Elektronik – bislang wurden die mehrere Kilometer langen Kabelstränge nur provisorisch geflickt. „Was mit der Beschneiungs- und Lautsprecheranlage und der Sommerrodelbahn los ist, können wir noch nicht sagen“, erklärt Zintel. Genaueres wisse er erst, wenn der Schnee geschmolzen ist. „Ich gehe von einer Schadenssumme und Einnahmeausfällen im sechsstelligen Bereich aus.“

„Verheerende Schäden“: Ein Blick über die Schienen des Blombergblitzes Richtung Tal. Nach einer wochenlangen Zwangspause ist die Bahn aber wieder in Betrieb.

Schwerstarbeit dürfte seiner Ansicht nach auf die Stadt Bad Tölz als Waldbesitzer zukommen. Im gesamten Bereich des Blombergs seien Bäume umgeknickt. Sie seien teilweise so ineinander verkeilt, dass man sie nicht ohne Spezialwissen fällen könne: „Die Fällarbeiten werden sicher das ganze Jahr in Anspruch nehmen“, sagt Zintel.

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Ein paar Dinge machen ihm aber auch Mut. So seien die Bedingungen auf der verkürzten Winterrodelbahn nach dem Schneechaos gut gewesen. Zudem ging der Blombergblitz pünktlich zu den Faschingsferien wieder in Betrieb – nachdem er seit den Weihnachtsferien gesperrt war. Nicht zuletzt ziehe es mittlerweile wieder viele Wanderer an den Blomberg, sagt Zintel.

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Rudolf Plochmann, Leiter des Tölzer Forstbetriebs der Bayerischen Staatsforsten, hat einige Wälder schon mit Schneeschuhen und Skiern besichtigt. Seine Beobachtung: Der nasse Schnee habe dazu geführt, dass viele Baumgipfel abgebrochen seien. Die Schäden beschränken sich jedoch auf den Bereich zwischen 750 und 900 Höhenmetern. Insgesamt empfindet er das Ausmaß „nicht als besorgniserregend“.

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Ganz so entspannt beurteilt Christian Webert die Lage nicht. Beim Bereichsleiter des AELF treffen allmählich die ersten Berichte der Revierleiter ein. Viele Bereiche seien aber noch nicht erreichbar. Zudem sei unklar, wie viele Bäume es trotz umgeknickter Gipfel schaffen, sich zu regenerieren. „Eine mit vielen Fragezeichen behaftete Situation“, sagt Webert. Tendenziell seien die Bereiche Holzkirchen, Dietramszell und Jachenau besonders stark betroffen. Was ihm Sorgen macht: Borkenkäfer befallen gerne geschwächte und umgefallene Bäume. Daher könne man aus forstlicher Sicht nur auf einen möglichst nassen Sommer hoffen.

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