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Musikalische Sternstunde mit Quadro Nuevo (v.li.: Andreas Hinterseher, Mulo Francel und D.D. Lowka) sowie Gastmusiker Phillip Schiepek.
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Musikalische Sternstunde mit Quadro Nuevo (v.li.: Andreas Hinterseher, Mulo Francel und D.D. Lowka) sowie Gastmusiker Phillip Schiepek.

Quadro Nuevo im „Kramerwirt“

Selbstverständlichkeit bei Rhythmus und Leidenschaft

Quadro Nuevo und Phillip Schiepek: Die Zuhörer im Lenggrieser KKK erlebten eine musikalische Sternstunde.

Lenggries/Arzbach Der junge Gitarrist Schiepek war nicht nur Ergänzung des Ensembles. Er ist ein aufsteigender Star der Jazzszene und war ein Glücksfall für dieses Konzert. „Quadro Nuevo ist die europäische Antwort auf den Argentinischen Tango“, heißt es auf ihrer Internetseite.

In ihren früheren Leben müssen sie Südamerikaner gewesen sein, sonst lässt sich diese Selbstverständlichkeit von Rhythmus und Leidenschaft nicht erklären. Sie lernten auf ihren Reisen seit 1996 rund um die Welt Stile aller Kontinente kennen und bescherten ihren Zuhörern ein musikalisches Festmahl im Arzbacher Kramerwirt. Schon im ersten Stück, südländisch, sanft, verführerisch, war der Regen draußen vergessen. Das nächste Stück zeigte die lebhafte, bis zur Ekstase reichende Musik des Orients. Lowkas Handtrommel hielt nicht mehr still, Mulo Francel entlockte seiner Klarinette erstaunliche Laute, lockte sanft zum Rhythmus oder ließ die höchsten Töne in einem wilden Reigen toben, bis die Nerven der Zuhörer zum Zerreißen gespannt waren. Er konnte aber auch anders: Zu „Parole, Parole“, einer Zugabe, pfiff Francel ganz einfühlsam.

Dieses charmante, verführerische Pfeifen konnte zu ganz anderer Ekstase führen: Bach und südamerikanische Musik? Natürlich ist das vereinbar, es war in schwer zu beschreibender, aber unvergleichlich begeisternder Weise zu hören. Bachs Strenge ging allerdings im Tango von Astor Piazzolla und der Leidenschaft der vier Musiker einfach unter, obwohl ab und zu noch eine Fuge hörbar war.

Andreas Hinterseher zauberte die charakteristischen Tangoklänge auf seinem Bandoneon hervor. D.D. Lowka war es egal, ob er eine Handtrommel oder seinen Kontrabass schlug. Die Zuhörer wurden immer in den Bann seiner Rhythmen geschlagen. Nach einem minutenlangen Solo griff der Musiker noch während des Applauses wieder zum Kontrabass, als hätte er sich nur kurz warm gespielt.

Schiepek glänzte in seinen Soli wie seine drei Kollegen und war quasi natürliches Mitglied des so vielseitigen Klangkörpers. Francel berichtete, dass der junge Kollege zur ersten gemeinsamen Probe zehn Tage zuvor bereits das gesamte Programm auswendig konnte. Schiepek, Jahrgang 1994, mit ersten Preisen ausgezeichnet, studierte klassische Akustikgitarre und elektrische Jazzgitarre.

Um 18 und um 21 Uhr waren die Auftritte angesetzt, doppelte Arbeit zugunsten der Fans. Veranstalterin Sabine Pfister dankte dem Publikum für das Vertrauen, beide Konzerte besucht zu haben. Der Applaus klang, als wäre der Saal voll besetzt gewesen. (Birgit Botzenhart)

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