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Bewies, dass er ein musikalischer Tausendsassa ist : Martin Kälberer bei seinem Aufritt am Sonn tag. 

Konzertbericht

Solo am Flügel: Martin Kälberer begeistert in Arzbach 

Das sieht man nicht so oft: Martin Kälberer füllt - alleine am Flügel - den Arzbacher „Kramerwirt“. Ein Highlight.

Arzbach – Dass Martin Kälberer ein musikalischer Tausendsassa ist, stellte er am Sonntagabend im Saal des Arzbacher „Kramerwirts“ unter Beweis. Dort gab er ein überaus interessantes, exklusives Konzert auf einem Yamaha-Flügel. Mit durchwegs eigenen Stücken führte der Musiker sein Publikum durch die weite Welt der improvisierten Musik.

Relativ selten hat man die Gelegenheit, Kälberer bei einem Solo-Konzert am Flügel zu erleben, obwohl der Künstler seit früher Kindheit Klavier spielt und später auch in der Jazz-Abteilung der Musikhochschule Graz „Klavier“ studierte. Trotzdem „bin ich sonst eher mit anderen Instrumenten unterwegs“, räumte der Musiker ein.

Auch wenn Kälberers Klavierspiel rein handwerklich gesehen ohne Fehl und Tadel war, so gingen die Meinungen im mit 140 Zuhörern ausverkauften „Kramerwirt“ doch ziemlich auseinander. „Zu wenig Jazz, zu künstlerisch angehaucht, zu wenig unterhaltsam“, bemängelte die Hälfte derer, die ihn zumeist zusammen mit Werner Schmidbauer live erlebt hatten. Die andere Hälfte aber war vom gefühlvollen, akzentuierten Vortrag hin und weg. Zarte und filigrane Klänge entlockte er da dem Flügel genauso wie sehr kraftvolle und kernig klingende Passagen. Da wechselten ruhige Akkorde mit gefälligen Harmonien, mit denen er das Publikum in seine Musik führte, in seine spannungsreichen Erweiterungen. Manche Wendungen waren zwar unerwartet, fügten sich aber in einen großen Spannungsbogen. Aus den Harmonien stieg dann eine prägnante Melodie empor, klar, perlend mit gestochen scharfem Anschlag.

Improvisierte Freiheit, gepaart mit Virtuosität

Spielte Kälberer Läufe, waren diese nicht nur einfach schnell, sie waren extrem sauber und deutlich, jeder Ton war klar formuliert. Ganz selbstverständlich spielte er dann auch eine Figur im Bass und überlagert sie mit weiteren Figuren in der linken Hand. Dazu nahm er sich die Freiheit, mit der Rechten darüber zu improvisieren. Oder er ließ eine Figur in der Mittelstimme laufen, die schließlich in einen Dialog von Bass und darüber gespielten Oberstimmen mündete.

Kälberers improvisatorische Freiheit, gepaart mit großer Virtuosität an den Tasten hielt den künstlerisch angetanen Teil seiner Zuhörerschaft in seinem Bann. Hier hinterließ er einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Es war wirklich eine gute Gelegenheit, das musikalische Multitalent als Solist zu erleben. Sicher ein Highlight im aktuellen Programm des Lenggrieser „KKK“, das zu dem Konzert eingeladen hatte.

Ewald Scheitterer

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