Tölzer Almbauer findet in den Schweizer Alpen seine große Liebe 

Gefunkt hat’s auf 2121 Metern

Bad Tölz – Der Tölzer Stefan Schmutzer feiert heuer ein kleines Jubiläum: Bereits im zehnten Jahr verbringt er die Sommermonate von Mai bis September auf einer Alm in der Schweiz – als Herr über mittlerweile 1200 Schafe. War er die ersten sechs Jahre noch allein, geht er inzwischen mit Frau und Sohn in die Berge.

Gefunkt hat es zwischen dem Paar auf besonders romantische Art und Weise: Auf einem Berggipfel bei Sonnenuntergang.

In seinem fünften Almsommer erfuhr Stefan Schmutzer vom Bauern, dass dieses Jahr auf der nächstgelegenen Alm eine Frau ist, die Rinder und Geißen hütet. Er beschloss, ihr einen Besuch abzustatten, von Nachbar zu Nachbar. Gemeinsam mit seinem Vater, der damals bei ihm zu Besuch war, zog er los, und traf auf die Schweizerin Bettina, die sogar schon länger als er das sommerliche Almleben lebte.

Immerhin 80 Rinder, 75 Geißen und etwa tausend Schafe waren zu dem Zeitpunkt im Spiel, da wollen Dates wohl organisiert sein. Man verabredete sich immer öfter auf dem „Mutschensattel“, einem Gipfel auf 2121 Metern zur abendlichen Brotzeit. Eineinhalb Stunden Fußmarsch einfach nahmen die beiden jeweils in Kauf, um sich zu sehen, ihr Treffpunkt war genau in der Mitte der beiden Almen.

„Ich hab’ mir immer so was gewünscht“, sagt der 37-Jährige, „und es ist tatsächlich passiert“. Schöner könnte das kein Heimatromandichter erfinden. Das Almleben änderte sich nun für die beiden, denn Stefan Schmutzer und seine Bettina nahmen es gemeinsam in Angriff. Vor drei Jahren gesellte sich Söhnchen Hannes dazu, der unter den Fittichen seiner Eltern zu einem echten Almsommerkind heranwächst.

„Es ist jetzt nicht mehr so spartanisch da heroben, wie zu der Zeit, als ich allein war“, bemerkt Schmutzer. Die größte Veränderung: Eine andere Hütte – leichter zu erreichen, mit fließend Wasser, einer Solarstromanlage und einem Gasdurchlauferhitzer für die Dusche. Sie liegt auf 1500 Metern Höhe und gehört zu Sax im Kanton St. Gallen. Zu Fuß gehen muss man dennoch.

Die kleine Familie bleibt vier Monate auf dem Berg. Einmal im Monat kommen die Schafe nach „unten“ zum Klauenbad, um der sogenannten „Moderhinke“ vorzubeugen. Und heuer droht weiteres Ungemach: In einigen Bezirken in der Schweiz treibt sich der Wolf herum. Das kann gefährlich werden, und bedeutet, dass Schmutzer die Tiere bei Bedarf nachts in einen umzäunten Pferch bringen müsste, damit nichts passiert. Die Umzäunung baut Schmutzer dann höchstpersönlich.

Das Leben auf der Alm hat einen anderen Gang. Alles braucht mehr Zeit, allerdings hat man auch mehr Zeit. Das ist eines der Dinge, die Schmutzer so sehr schätzt an seinem „Zweitberuf“. Im Herbst und im Winter leben Stefan, Bettina und Hannes Schmutzer in Wackersberg.

Den vollständigen Text lesen Sie heute im Tölzer Kurier.

Ines Gokus

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