An der Tölzer Isarpromenade

Wackersbergerin und die Polizei schnappen Exhibitionisten

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Wackersberg – Eine Wackersbergerin machte eine erschreckende Entdeckung an der Isarpromenade: Ein Mann saß mit einer um die Genitalien aufgeschnittenen Hose auf einer Bank. Die Polizei ließ auf sich warten. 

Diese Begegnung hätte sich die Wackersbergerin Petra G. vermutlich gerne erspart: Als sie am Montag mit ihrem Hund Malou an der Isarpromenade spazieren ging, erwischte sie einen Exhibitionisten beim Onanieren. Weil sich die 48-Jährige danach genau richtig verhielt, hat die Polizei den mutmaßlichen Täter – einen 46-Jährigen aus Nigeria – mittlerweile ermittelt.

Es war gegen 8.30 Uhr, als Petra G. zu ihrer Gassirunde vom Parkplatz am „Futterhaus“ aufbrach. Schon auf dem Hinweg zum Isarsteg sei sie an dem Mann, der auf einer Bank saß, vorbeigekommen. „Er war total freundlich und hat Hallo gesagt, und ich habe zurückgegrüßt“, schildert sie die Begegnung. Auf dem Rückweg allerdings behielt die Wackersbergerin ihren Hund im Auge und hatte daher den Blick gesenkt, als sie an der Bank vorbeikam. „Und da habe ich dann gesehen, dass er seine blaue Jogginghose rund um den Genitalbereich aufgeschnitten hatte, breitbeinig dasaß und mit seiner Hand an sich herumgespielt hat.“

Reichlich perplex legte G. die letzten Meter zu ihrem Auto zurück und alarmierte via Handy die Polizei. „Außerdem habe ich noch drei Damen angesprochen, die ebenfalls auf dem Weg unterwegs waren. Die sind dann hingegangen, und eine hat den Mann beschimpft“, schildert G. Das allerdings führte dazu, dass sich der Mann trollte, G. allerdings schoss vorher noch ein Foto von ihm. „Leider nur von hinten“, sagt sie.

Was sie immer noch beschäftigt ist, „dass ich nach dem Anruf fast 40 Minuten gewartet habe, bis die Polizei vor Ort war“, berichtet sie. „Das finde ich schon lange. Was ist, wenn jemand nicht so gut mit der Situation umgehen kann?“, fragt sie. Später habe sie bei der Polizei erfragt, dass auf dem Weg zum Isarufer noch ein Einsatz dazwischenkam. Auch Inspektionsleiter Bernhard Gigl hat keine endgültige Erklärung, warum so viel Zeit verstrich. „Nach unseren Aufzeichnungen waren es zwar nur 26 Minuten, aber ja, es hat ein bisserl gedauert.“

In der Zwischenzeit war der Exer jedenfalls über alle Berge. G. ließ die Sache aber nicht los. Am Dienstag machte sie sich wieder auf den Weg. „Und der Mann saß wieder auf der Bank. Dieses Mal allerdings angezogen.“ Unauffällig versuchte sie erneut, von ihm ein Foto zu machen. „Das hat ihn wohl aufgeschreckt. Auf jeden Fall ist er davongegangen.“

Erneut wandte sich die Wackersbergerin an die Polizei – und erstattete dieses Mal auch offiziell Anzeige. Gegen Mittag war die Polizei dann erfolgreich. Im Zuge der örtlichen Fahndung stießen zwei Beamte, die mit ihren Dienstfahrrädern unterwegs waren, auf den 46-jährigen Nigerianer, der wieder auf der Bank saß.

Petra G. ist froh, dass der Spuk ein Ende hat. Jetzt kann sie wieder ganz beruhigt morgens mit ihrem Hund spazieren gehen.

Wie verhalte ich mich richtig?

Immer wieder kommt es gerade an der Isar zu exhibitionistischen Handlung. Erst am 22. Juli belästigte ein Unbekannter am Sylvenstein drei junge Frauen (wir berichteten). Wie aber soll man sich in dieser Situation am besten verhalten? „Richtig cool wäre es, wenn man sein Handy herausholt und ein Foto  macht“, sagt Bernhard Gigl, Chef der Tölzer Polizeiinspektion. „Das geht natürlich nur, wenn man sich nicht zu sehr erschreckt.“ Generell rät er dazu, möglichst gelassen zu bleiben, wenig Reaktion zu zeigen und einfach wegzugehen. „Die Täter wollen ja eine Reaktion provozieren.“ Ein Stück entfernt, „sollte man den Notruf 110 wählen“, rät Gigl. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter ermittelt wird? Gigl zögert. Das sei schwer zu sagen. Meist seien Exhibitionisten aber keine Einmal-Täter. „Das Verhalten wiederholt sich.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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