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Vor einem Jahr kamen bei einem schweren Unfall zwei Menschen an der Ausfahrt West ums Leben.

Ein Jahr nach dem Horrorunfall 

Lösung für die Unfall-Kreuzung

Es war ein Horrorcrash mit zwei Toten heute vor einem Jahr, der das Bauamt Weilheim zum Umdenken brachte. Seitdem wird an einer kreuzungsfreien Lösung für die Ausfahrt West an der Umgehung gearbeitet. Nun hat man offenbar eine Lösung.

Wackersberg – Der 80-jährige Fahrer, der am 23. September 2016 um 13.40 Uhr mit seinem Peugeot von der Benediktbeurer- nach links auf die Umgebungsstraße einbiegen wollte, hatte den von links kommenden Mercedes Vito wohl schlicht übersehen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Peugeot etwa 50 Meter weit auf den Parkplatz an der B 472 geschleudert. Der Fahrer aus dem Landkreis Ebersberg und seine 86-jährige Beifahrerin starben an der Unfallstelle.

Die Lösung als Planskizze: Die Linksabbieger auf der Benediktbeurer Straße werden durch die Unterführung und dann nach links auf eine Einschleifspur zur Südumgehung geleitet.

In den Tagen danach wurden Stimmen laut, die wieder einmal auf die eklatante Schwachstelle der 1984 eingeweihten Umgehungsstraße hinwiesen. Statt kreuzungsfrei zu bauen, hatte man die Linksabbieger-Variante gewählt. Die Folge: Immer wieder Unfälle. Der Vorsitzende der Tölzer Verkehrskommission Ludwig Janker weiß aus eigener Erfahrung, wie kritisch es ist, vom Treibhaus kommend mit einem beladenen Lastwagen aus dem Stand sicher auf die Fahrspur in Richtung Kaserne zu kommen. „Für einen Tieflader mit 40 Tonnen ist das eigentlich nicht zu verantworten.“ Seit 15 Jahren sei er nun in der Verkehrskommission und kritisiere diese Kreuzung – ohne Erfolg bei den Straßenbaubehörden. Jankers Lösung: ein Kreisverkehr.

Ein Kreisel mit einer Abwärts- und zwei Aufwärtsspuren wird es wohl nicht. Aber es tut sich etwas. Bürgermeister Josef Janker hatte sich jüngst bei Staatssekretär Gerhard Eck über den zögerlichen Fortschritt bei den Tölzer Verkehrsprojekten beschwert. In einer Reaktion darauf sprach das Staatliche Bauamt Weilheim von laufenden Grundstücksverhandlungen beim Problemfall Ausfahrt West.

Dafür zeichnet sich nun eine Lösung ab, berichtet die für die Landkreis-Straßen zuständige Bearbeiterin Christine Volkmer. Zwei Varianten sind in einem digitalen Geländemodell geprüft worden. Beide nützen die bestehende Unterführung hin zur Quellenstraße, um die Kreuzung zu überwinden und eine eigene Einschleifspur parallel zur Umgehung zu schaffen. Variante 1 wäre eine Trasse unmittelbar neben der B 472. Die vom Bauamt momentan favorisierte Lösung 2 würde in einem etwas größeren Bogen – Volkmer spricht von 50 bis 100 Meter – auf die Bundesstraße zuführen. Der Vorteil: Durch den Bogen entsteht mehr Zeit zur Beschleunigung, um den Höhenunterschied zum Kogel hinauf zu überwinden.

Die nächste Aufgabe besteht für die Weilheimer Behörde nun darin, die Variante in Natura zu vermessen. Einen Zeithorizont, wann ein Bau beginnen könnte, wollte Volkmer nicht nennen. „Eine gute Lösung braucht Zeit.“ Außerdem sei das Personal begrenzt.

Christoph Schnitzer

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