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Beliebter Freizeitsport: Bogenschießen im Freien auf Wild-Attrappen. 

Aus dem Wackersberger Gemeinderat

Vier Hektar großer Parcours für Bogenschützen nahe des Stallauer Weihers abgelehnt

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Wie geht es weiter für die Isarwinkler Bogenschützen? Der Verein sucht derzeit nach einer Möglichkeit, seinen Sport auszuüben. Und das gestaltet sich nicht so einfach.

Wackersberg – Noch ganz kurzfristig hatte Bürgermeister Alois Bauer einen Punkt auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag genommen. Dabei ging es um eine Anfrage der Isarwinkler Bogenschützen, die gerne einen Parcours auf einer Fläche von etwa vier Hektar im Wald nahe dem Stallauer Weiher aufgebaut hätten. Dafür verlangt das Landratsamt die Anpassung des Flächennutzungsplans.

Im vergangenen Jahr erhielten die Bogenschützen wie berichtet die Kündigung für den Pachtvertrag für ihr bisheriges Gelände auf dem Weg ins Längental in Arzbach. Seitdem waren sie laut Vorsitzendem Uwe Stracke auf der Suche. Schließlich wurden sogar zwei neue Areale gefunden, auf denen die Vereinsmitglieder ihrem Sport nachgehen könnten: Eines befindet sich an der Hochalm hinter dem Sylvensteinsee. Das andere am Stallauer Weiher. Letztgenannter Standort sei enorm wichtig gerade für die Jugendarbeit, sagt Stracke. Die Hochalm sei für den Nachwuchs schlicht nicht erreichbar. Auch habe sich gezeigt, dass ein „Ausweichquartier“ von Vorteil sei, wenn einer der Parcours vorübergehend nicht nutzbar sei.

Dem Standort Stallauer Weiher standen die Räte am Dienstagabend allerdings skeptisch gegenüber. Es gebe Bedenken seitens der Jäger, sagte Bauer. Diese befürchten eine Wildverlagerung auf benachbarte Grundstücke. Dazu komme ein „enormes Gefahrenpotenzial“ für Wanderer, Pilzsucher und andere. Zur Veranschaulichung hatten zwei der Jagdpächter, die sich im Publikum befanden, Pfeile mitgebracht, wie sie für diese Sportart genutzt würden.

Gefahr für die Gäste des nahen Campingplatzes durch Abpraller

Ratsmitglied Hans Demmel sah eine Gefahr für die Gäste des nahen Campingplatzes durch Abpraller. Dass es doch bereits Bogenschützen auf der anderen Seite des Buchbergs gebe, wurde ebenfalls eingeworfen. Die Räte waren sich daher rasch einig, dass der Flächennutzungsplan nicht geändert werden soll, um in diesem Bereich ein Sondergebiet zuzulassen. Die Ablehnung erfolgte einstimmig.

Verein kann Bedenken nicht nachvollziehen

Die Bedenken der Räte kann Stracke nicht nachvollziehen. Der Parcours sei kein baulicher Eingriff, da nichts gebaut würde, sagt er auf Nachfrage. Lediglich Tierattrappen würden in den Wald gestellt, die jederzeit entfernt werden könnten. Auch sei es für ihn selbstverständlich, dass sich der Verein mit den Jägern regelmäßig abstimme. Für ein grundsätzliches Gespräch war bereits ein gemeinsamer Termin von Verpächter, dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft und dem Verein angedacht gewesen, nachdem eine erste Anfrage beim örtlichen Jäger im vergangenen Oktober keine gravierenden Einwände ergab. Den anderen Bogenschützen-Verein am Buchberg, der den Sport auf Zielscheiben ausübe, habe es auch in den vergangenen sechs Jahren gegeben, als die Isarwinkler Bogenschützen ihren Parcours in Arzbach hatten. Eine Gefahr gehe von den Pfeilen nicht aus. Der Parcours werde so aufgebaut, dass nie Wege die Schussbahnen kreuzen. „Dafür gibt es strenge Verbands-Vorschriften.“

Stracke und die Vorstandschaft der Bogenschützen wünschen sich, dass die Chance nicht gänzlich vertan ist. „Wir hoffen, dass wir die Gelegenheit bekommen, unser Anliegen mit allen nötigen Informationen darzulegen. Denn bedauerlicherweise waren wir nicht darüber informiert, dass unser Anliegen unter Verschiedenes auf der Tagesordnung stand.“

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