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Abschied vom Strasserhof : Johannes Tien (li.) wird kein Hotel mit seiner Familie in Wackersberg eröffnen.

Unternehmer begräbt seine Pläne

Aus für Hotelprojekt Strasserhof

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Es hat nicht sollen sein: Johannes Tien hat die Pläne, den „Strasserhof“ in ein Hotel „Bergeblick“ zu verwandeln, begraben. Aufgeben will der Investor aber noch nicht.

Wackersberg– Es war ruhig geworden um das Hotelprojekt in Wackersberg-Strass. Wie laufend berichtet, sollte neues Leben einkehren in das seit Jahren leer stehende Gebäude, in dem früher ein Gasthaus beheimatet war. Johannes Tien hatte sich zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern das Projekt vorgenommen. Die Familie wollte gemeinsam ein Hotel aufziehen, „Bergeblick“ sollte es heißen und den Anspruch eines Vier-Sterne-Hauses haben. Tien sah es als neuen Lebensabschnitt in seinem Berufsleben, die Kinder sollten das Hotel schließlich weiterführen.

Doch jetzt meldet Johannes Tien: „Es wird kein Hotel im Strasserhof geben.“ Zwei Jahre lang hätten seine Familie und er sehr viel Herzblut reingesteckt und für das Projekt gekämpft. „Es ist bitter, es tut uns extrem weh und wir bedauern es zutiefst. Es war ja nicht einfach nur irgendeine Idee. Wir als Familie wollten diesen Weg zusammen gehen.“ Aber jetzt sei es nur vernünftig, das Ganze aufzugeben. Es seien „unüberwindbare Hindernisse im Umfeld“ aufgetreten, seitdem er im vergangenen September Baurecht erhalten habe. Womit diese genau zu tun haben, darüber möchte er keine genauere Auskunft geben.

Der Strasserhof war lange als Wirtschaft genutzt worden, verschiedene Pläne hatte es immer wieder gegeben. Johannes Tien hatte das zu dem Zeitpunkt leer stehende Gebäude im Januar 2018 erworben. „Wir haben viel ideellen und finanziellen Aufwand hineingesteckt“, sagt er. Anfänglich galt das Augenmerk einer möglichen Sanierung, schließlich stand fest, dass nur ein Abriss und ein Neuaufbau wirklich sinnvoll wären. Die Gemeinde stand dem Projekt stets wohlwollend gegenüber, der Bebauungsplan wurde genehmigt – unabhängig von Erweiterungsplänen des daneben ansässigen Golfplatzes.

Im Frühjahr schließlich war der „Strasserhof“ das vorläufig letzte Mal Thema in einer Ratssitzung gewesen. Es ging um Einwände eines Nachbarn. Dieser fürchtete negative Auswirkungen auf das nahe liegende etwa 500 Jahre alte Kapellenhaus und die darin befindlichen Wohnungen. Deshalb wurde ein städtebaulicher Vertrag vorgeschlagen, in dem festgelegt werden sollte, dass an dieser Stelle nur ein Hotel mit Frühstück aber nicht zum Beispiel später einmal eine Gastronomie entstehen dürfte.

Und jetzt das Aus. „Es wäre eine tolle Sache gewesen“, ist sich Tien sicher. Die Idee vom Hotel gibt er aber nicht auf. Vielmehr hat er an anderer Stelle vor, dieses zu verwirklichen. „Es ist aber noch nicht spruchreif.“

Den „Strasserhof“ hingegen will er verkaufen. Interessenten seien zur Genüge vorhanden. Welche Nutzung er dann erfahren wird – da sei nun die Gemeinde am Ball, findet Tien und hofft, dass bezüglich einer künftigen Nutzung Gesprächsbereitschaft vorherrschen wird. „Das Gebäude ist es wert, dass wieder Leben reinkommt“, sagt er.

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