Seit vergangener Woche kostet das Tagesticket fünf statt zwei Euro.
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Seit vergangener Woche kostet das Tagesticket fünf statt zwei Euro.

Einnahmen werden in den Berg investiert

Höhere Parkgebühren am Blomberg

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Wer am Blomberg parken will, muss seit vergangener Woche tiefer in die Tasche greifen: Statt zwei Euro kostet das Tagesticket nun fünf Euro.

Wackersberg - Das Thema Parkgebühren erhitzt immer die Gemüter. Während die Redaktion die eine oder andere E-Mail erreicht hat, in der die Erhöhung kritisiert wird, sagt aber Blombergbahn-Chef Hannes Zintel: „Wir haben die Erhöhung der Parkgebühren breit kommuniziert und sind überall auf Verständnis gestoßen.

Jahresparkkarte kostet 70 Euro - Angebot für Stammgäste

Nur drei böse E-Mails habe er in den vergangenen Tagen bekommen, sagt Zintel. Diese stammen von Bergsportlern, die gerne am Abend nochmal auf den Blomberg gehen. Über dieses Thema hat Zintel auch mit dem Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner gesprochen. Dabei sei es vor allem darum gegangen, wie man Stammgästen ein „adäquates Angebot“ machen könne. Hier verweist der Blombergbahn-Chef auf die Jahresparkkarte, die für 70 Euro zu haben sei. Wer beispielsweise einmal pro Woche zum Blomberg komme, zahle am Ende gerade mal rund 1,30 Euro pro Parkvorgang, sagt Zintel. „Es war mir wichtig, dass sich der Preis für diese Jahreskarte in Grenzen hält“, sagt Rathauschef Mehner, „weil wir Leute haben, die mehrmals pro Woche am Blomberg sind“. Generell verweist er aber darauf, dass Zintel die Gebührenstruktur nicht mit der Stadt absprechen müsse. „Es handelt sich ja nicht um einen städtischen Parkplatz.“

Lademöglichkeiten für E-Autos und E-Fahrräder

Mehner hat grundsätzlich Verständnis für die Anhebung der Gebühren. „Irgendwoher müssen ja auch die Einnahmen für den Blomberg kommen. Generell müssen wir dankbar sein, dass wir ihn haben.“ Und wenn man sich die Nummernschilder der Autos anschaue, die dort am Wochenende parken, „muss man sagen, dass die ganz andere Preise fürs Parken gewöhnt sind“, so Mehner.

Zintel verweist auch darauf, dass die Gebühren seit der Einführung 2010 immer gleich geblieben seien. Man habe sich vor der Erhöhung im Umland umgeschaut, wie dort die Preisstruktur auf Wanderparkplätzen sei und habe sich dem angeglichen. Und zu guter Letzt: „Das Geld fließt nicht einem Porschefahrer zu, sondern wird wie immer in den Berg gesteckt.“ Gerade laufe beispielsweise die Ausschreibung für ein neues Überwachungssystem, das Kennzeichen erfasse. Ist die Parkgebühr entrichtet, könnten im Gegenzug Vergünstigungen gewährt werden – wie die kostenlose Nutzung der Toiletten und anderes. Auch Stundentickets sollen dann an den Automaten gekauft werden können. „Aber dafür brauchen wir eben erst das neue System“, sagt Zintel. Weitere Verbesserungen am Parkplatz seien ebenfalls vorgesehen. Dazu gehört das Asphaltieren weiterer Flächen. Geplant sind zudem Lademöglichkeiten für E-Autos und E-Fahrräder.

In den Berg wird laufend investiert

Aber auch sonst wird am Blomberg laufend investiert. Die Seilbahn hat gerade neue Betriebsbremsen für 30 000 Euro und Rollenbatterien für 130 000 Euro bekommen, Ende März steht der nächste TÜV auf dem Programm. Ein Defibrillator wurde gekauft, der für Notfälle an der Talstation bereitsteht. Darüber hinaus müssen Sträucher beschnitten und Gärtnerarbeiten erledigt werden – und nicht zuletzt „sammeln wir jeden Tag eine Schubkarre Müll zusammen“, sagt Zintel. Dazu kommt die Instandhaltung der Parkfläche. „Wir haben immer wieder Schlaglöcher, die wir ausbessern müssen.“ Umfangreich sei zudem der Winterdienst – mit dem Räumen und Streuen.

Bergbahn zum zweiten Mal von Lockdown betroffen

Dabei steht die Bahn seit Anfang November still, neben den Parkgebühren hat das Unternehmen also keine Einnahmen. Ein Ende des Lockdowns ist nicht absehbar. Bereits im Frühjahr 2020 pausierte die Bergbahn während des Shutdowns. Im Jahr zuvor ging am Blomberg über Wochen ebenfalls nichts. Der Nassschnee in jenem Katastrophenwinter hatte für umfangreichen Schneebruch gesorgt. Auch der Blombergblitz wurde seinerzeit durch umgestürzte Bäume erheblich beschädigt.

In sozialen Medien wird bereits über die Erhöhung der Parkgebühren diskutiert. Dort überwiegt das Verständnis. „Zwei Euro waren wirtschaftlich vermutlich nicht tragbar, fünf Euro finde ich jetzt nicht zu viel“, schreibt eine Userin. Und eine andere: „Für einen ganzen Tag ist das doch vollkommen okay, gibt wesentlich Schlimmeres.“

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