Ein Teil des „Strasserhofs“ ist bereits abgerissen. In etwa drei Wochen wird von dem ehemaligen Gasthaus nichts mehr zu sehen sein.
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Ein Teil des „Strasserhofs“ ist bereits abgerissen. In etwa drei Wochen wird von dem ehemaligen Gasthaus nichts mehr zu sehen sein.

Abrissarbeiten in vollem Gange

Wackersberg: Der „Strasserhof“ ist Geschichte

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Der „Strasserhof“ ist bald Geschichte. Derzeit laufen die Abbrucharbeiten des Gebäudes. Dass das frühere Gasthaus mit Gästezimmern abgerissen wird, stand seit längerem fest.

Wackersberg - Schon im Mai 2019 genehmigte das Kreisbauamt die Beseitigung des „Strasserhofs“. Zuvor hatte Eigentümer Johannes Tien, der das Gebäude im Januar 2018 gekauft hatte, alle Möglichkeiten ausgelotet, das Haus zu erhalten. Doch Statik, Brandschutz und Barrierefreiheit sowie Schallschutz sprachen dagegen.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Käufer des „Strasserhofs“ den Abbruch übernimmt. Dass es nun schneller ging, lag an den äußeren Umständen. „Durch einen Frostschaden in diesem Winter kam es Mitte Februar zu einem Wasserschaden“, erklärt Tien. 130 Kubikmeter Wasser seien ins Gebäude eingedrungen, das Erdgeschoss stand unter Wasser. Daher wurde die Tragfähigkeit einiger Wände und Decken untersucht. Der Bauunternehmer, der für den Abriss zuständig ist, entfernte einige Fragmente. „Dabei kam heraus, dass erhebliche Einsturzgefahr besteht“, sagt Tien.

Nach Wasserrohrbruch: Schneller Abbruch des ehemaligen Gasthauses notwendig

Ein zusätzliches Problem: Einige Unbekannte machten sich zuletzt an dem Gebäude zu schaffen, montierten sogar Bauzäune ab, um ins Innere zu gelangen und nahmen mit, was sie gerade so brauchen konnten. Auch diesem äußerst gefährlichen Treiben soll mit dem zügigen Abbruch nun ein Ende bereitet werden. Ende März wurde das Landratsamt in Kenntnis gesetzt, wenige Tage später starteten die Arbeiten.

Ein prägendes Bild hab der „Strasserhof“ früher her. Zuletzt zerfiel er aber merklich.

Der oberirdische Abbruch wird nach Schätzung von Tien bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen. Danach stehen noch Keller und verschiedene Anschlüsse an. „Es macht mir keine Freude, den Abbruch zu sehen“, sagt Tien. „Der Strasserhof ist mir ans Herz gewachsen. Aber er ist eine Notwendigkeit, um wieder Leben rein zu bekommen.“ Wie sich beim Abriss gezeigt habe, ist die Substanz extrem schlecht, was die Entscheidung auch im Nachhinein richtig erscheinen lasse.

Oberirdischer Abbruch soll noch etwa drei Wochen lang dauern

Wie laufend berichtet wollte Johannes Tien ursprünglich ein Hotel an der Stelle des „Strasserhof“ aufbauen. Der Plan wurde schließlich nicht weiter verfolgt. Unter anderem, so Tien, wurde aufgrund der Pandemie klar, dass ein rentabler Betrieb erst mit einer größeren Anzahl an Gästen und einer Nutzungsänderung möglich sei. Letztere war seit Oktober Thema im Wackersberger Gemeinderat und wurde in der März-Sitzung positiv beschieden. Bis die Änderung des Bebauungsplans mit allen nötigen Schritten, wie etwa der Einbeziehung der Bürger und Träger öffentlicher Belange, über die Bühne gegangen ist, werden noch einmal etwa sechs Monate vergehen, schätzt Tien. Sein Käufer, mit dem er sich im Grunde einig ist, möchte den Vertrag erst unterschreiben, wenn er Baurecht für sein Projekt einer Ferienwohnungs-Anlage erhalten hat. Wie berichtet sollen 60 Ferienwohnungen entstehen, dazu ein Wellness-Bereich und ein Außenpool.

Potentieller Käufer möchte 60 Ferienwohnungen bauen

Die Gemeinde Wackersberg möchte ebenfalls, dass sich an der Stelle des nun lange leer stehenden Gebäudes etwas tut. Sie besteht aber auch auf einem städtebaulichen Vertrag, der besagt, dass das neue Gebäude baugleich zum jetzt abgerissenen „Strasserhof“ zu sein hat. Dies wurde in den bisherigen Plänen berücksichtigt. „Wenn man nur flüchtig drauf schaut, wird man keinen Unterschied erkennen“, verspricht Tien. „Jetzt heißt es auf zu neuen Ufern und mit Hochdruck den neuen Strasserhof herrichten.“

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