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Kork-Gegenstände bestimmen das Wohnzimmer von Maria Riesch und Andreas Bauer.

Start-Up-Unternehmen

Kork ist ihre Leidenschaft

Ein Ehepaar aus Wackersberg hat aus seiner Vorliebe für ein Naturmaterial eine Geschäftsidee für ein Start-Up-Unternehmen gemacht.

Wackersberg– Seit einem guten Jahr geht es zuhause bei Maria Riesch und ihrem Ehemann Andreas Bauer völlig verkorkst zu. Es ist nicht zu übersehen, was dort Einzug gehalten hat. Die neue Leidenschaft ist sehr präsent und verlangt Zeit, Kreativität und Hingabe: Es ist die Rinde der spanischen Korkeiche, der die beiden verfallen sind. Sie werden nicht müde, von ihr zu schwärmen. Mit ihrem Start-up-Unternehmen „verKORKst“ wollen sie zeigen, dass Kork mehr kann als nur Flaschen verschließen.

Weinhalter, Schalen, Kerzenständer, große Deko-Objekte, Windlichter – mehr als 400 Exponate haben sie bereits in ihrem Haus in Oberfischbach gesammelt, selbst entworfen und gebaut in vielen Stunden kreativer Handarbeit. Das Paar war auf Kunsthandwerkermärkten und Anfang September auf der Messe „Enjoy Supreme“ in München vertreten; die Resonanz war jedes Mal überwältigend, sagen sie.

Alles hat damit begonnen, dass Maria Riesch eine Korkvase basteln wollte. Sie stellte jedoch fest, dass Bastelkorken unterschiedliche Maße haben, was das Ergebnis „krumm und bucklig“ werden ließ. „Da haben wir uns im Internet auf die Suche nach Korken in Flaschenqualität gemacht und sind auf ein Ehepaar in Spanien gestoßen, das in San Vicente de Alcantare einen Korkeichenwald besitzt.“ Der Ort in der spanischen Provinz Badajoz gilt als „Korkstadt“; dort befindet sich das größte Korkanbaugebiet und eine korkverarbeitende Industrie. Sie bestellten 500 Flaschenkorken; die Händlerin schickte noch ein halbrundes, großes Stück völlig naturbelassener Korkeichenrinde mit. Riesch und Bauer waren fasziniert von diesem Teil unverfälschter Natur, das sich ihnen da plötzlich präsentierte. „Wir haben es uns immer wieder angeschaut, es angefasst und überlegt, was wir damit machen könnten.“ Sie begannen zu recherchieren und erfuhren, dass die Rinde der Korkeiche etwas besonderes ist. „Sie ist feuerfest, wasserabweisend, verrottet nicht und ist leicht. Außerdem muss bei ihrer Gewinnung kein Baum sterben, denn die Korkeiche kann immer wieder neu geschält werden.“

Geschäftsidee Kork: Auch auf dem Christkindlmarkt vertreten

Nach und nach kamen immer mehr Ideen, was man aus Korkrinde alles machen könnte. Zudem stellten Riesch und Bauer fest, dass Kunstgegenstände aus Kork im näheren und auch weiteren Umkreis nicht angeboten werden. So entwickelte sich die Geschäftsidee. Besonders Andreas Bauer (50) kniete sich rein; gab seinen Job als Autoverkäufer auf und widmete sich den Entwürfen und dem Aufbau des kleinen Unternehmens.

Aus Spanien bekommen sie nun speziell geschälte und zugeschnittene Rindenstücke in verschiedenen Größen zugeschickt. Und sie waren auch schon auf der Farm zu Besuch. „Uns ist ein respektvoller Umgang mit der Natur wichtig. Unsere Korkrinden sind komplett unbehandelt und naturbelassen“, erklärt Bauer. Deshalb gleicht auch keines ihrer Objekte dem anderen. Andreas Bauer stabilisiert seine Werke mit naturbelassenen Schieferplatten; er verwendet handgeschmiedete Kerzenhalter von einer Lenggrieser Schlosserei und er rückt die natürliche, sehr vielfältige Rindenfarbgebung durch LED-Lämpchen ins rechte Licht. Übrigens gibt es keine eigene Werkstatt und keine Mitarbeiter, denn jedes einzelne Stück entsteht im Haus des Ehepaars in Handarbeit.

„Viel Freizeit war nicht in den letzten Monaten“ gibt Maria Riesch lachend zu. Die 37-jährige arbeitet weiterhin als Vertriebsassistentin. Dieses Jahr sind die beiden Jungunternehmer mit ihrem Kunsthandwerk auch auf dem Tölzer Christkindlmarkt vertreten, wo sie unter anderem auch das „größte Korkherz der Welt“ zeigen. (Ines Gokus)

Informationen

dazu gibt es im Internet auf

www.verkorkst-kreativ.de.

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