Ein schönes Gebäude, das aber langsam zerfällt: Schon lange wird über die Zukunft des „Strasserhofs“ diskutiert. Nun wurden neue Pläne in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.
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Ein schönes Gebäude, das aber langsam zerfällt: Schon lange wird über die Zukunft des „Strasserhofs“ diskutiert. Nun wurden neue Pläne in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Pläne für eine Ferienwohnungs-Anlage

Wackersberg: Nächster Anlauf für den „Strasserhof“

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Neue Pläne gibt es für den „Strasserhof“ in Wackersberg: Eine Ferienwohnungs-Anlage könnte dort entstehen. Die Gemeinde ist aufgeschlossen – und stellt erste Weichen.

Wackersberg – „Es ist ein schönes Gebäude, aber es kommt in die Jahre.“ So eröffnete Bürgermeister Jan Göhzold in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats den Tagesordnungspunkt über den „Strasserhof“. Lange schon wird über die Zukunft des früheren Gasthofs diskutiert. Seit dem vergangenen Herbst stehen wie berichtet die Pläne im Raum, dass dort Ferienwohnungen entstehen statt eines Hotels. Die Gemeinde hatte damals signalisiert, dass sie offen ist für diese Idee. Die Pläne sind nun konkreter geworden. Damit sie umsetzbar werden, muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden.

Vorgesehen ist – nach dem Abriss des ursprünglichen Bestandsgebäudes – ein dreigeschossiger Beherbergungsbetrieb mit zwei zusätzlichen Untergeschossen. Dort sollen Tiefgarage, Wellnessbereich, Aquapark und Umkleiden zu finden sein. Eingeplant sind fünf Garten-Ferienwohnungen, die mit Glaselementen versehen werden. Um alles unterbringen zu können, soll das Gebäude tiefergelegt werden. „Die absolute Höhe bleibt gleich“, sagte Göhzold. Besitzer Johannes Tien erklärt auf Anfrage: „Im Dachgeschoss hätte es sonst nicht genug Nutzfläche gegeben. Daher baut man das Erdgeschoss zwei Meter tiefer.“ Von der Gemeindestraße aus werde sich fast dasselbe Bild ergeben, wie bisher. Die größere Giebelbreite sei kaum zu sehen. Martin Fischer gefielen die Pläne. „Das ist eine gelungene Kombination aus Moderne und Hofelementen, das kann ein echtes Schmuckstück werden.“ Auch Göhzold sah es als Bereicherung. „Das Gebäude wird nicht besser, ein Neubau ist notwendig.“ Einstimmig waren die Räte für die Änderung. „Es gibt eine Menge Arbeit“, sagte Göhzold. „Ich bin froh, dass wir den Startschuss gegeben haben.“

Eigentümer freut sich über Flexibilität der Gemeinde

Mit Freude vernahm Tien die Entscheidung des Rats. Er saß im Publikum. Wie berichtet möchte er das Haus verkaufen, seinem potenziellen Käufer allerdings Sicherheit für seine Pläne geben. „Die Gemeinde signalisiert Flexibilität“, sagt Tien. „Das ist wichtig.“

Der aktuelle Kaufinteressent – insgesamt habe er 30 bis 40 bisher gehabt – könne sich vorstellen, im „Strasserhof“ 60 Ferienwohnungen anzubieten. Diese sollen großteils verkauft werden. Jeder Käufer hat dann das Recht, seine Wohnung acht Wochen selbst zu nutzen. Den Rest der Zeit sollen die Ferienwohnungen an Gäste vermietet werden. Ein Betreiber organisiert das. Andernorts gebe es solche Modelle bereits, sagt Tien. „Wichtig ist, es geht ausschließlich um touristische Nutzung.“ Ein städtebaulicher Vertrag mit dem Bauwerber soll das absichern.

Langfristiger Erfolg steht im Vordergrund

Die weitere Idee: Spa, Außenpool und weitere Freizeiteinrichtungen könnten auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein – und somit für die ganze Bevölkerung einen Mehrwert bieten. „Diese Idee ist relativ frisch.“

Wichtig sei dem potenziellen Käufer, so viel Nutzfläche zu generieren, dass sich die Investition rentiert. Daher habe man nun mit dem größeren Hauptgebäude geplant, es wird keine Nebengebäude mehr geben. Für die Gemeinde sei es von Vorteil, wenn es einen Betreiber gebe, der die Anlage koordiniert. „Das hat die Chance, langfristig erfolgreich zu sein.“ Tien freut sich, dass die Gemeinde „visionär“ unterwegs ist, um Leben in den „Strasserhof“ zu bringen. Natürlich habe man keine Garantie, dass die Ferienwohnungen immer ausgebucht sind. „Aber gerade seit Corona ist die Nachfrage nach Ferienwohnungen gestiegen.“ Er sieht keine Konkurrenz zu bestehenden Urlaubsangeboten, etwa in Bauernhöfen oder in Privatwohnungen. „Das ist ein ganz anderes Segment.“

Solange der Kauf noch nicht über die Bühne gegangen ist, möchte Tien allerdings nicht zu euphorisch sein. Aber zumindest seien nun wesentliche Voraussetzungen geschaffen.

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