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Am Malerhäusl-Neubau am Buchberg fand im Mai 2017 der Ortstermin des Verwaltungsgerichts statt. 

Malerhäusl 

Warten auf den nächsten Richterspruch

Fast ein Jahr ist es her, dass das Verwaltungsgericht München entschieden hat, dass das neue Malerhäusl am Buchberg ein Schwarzbau ist und wieder abgerissen werden muss. Das will der Besitzer Ernst Duttler nicht hinnehmen. Viel Arbeit für die Juristen.

Wackersberg – Im Mai 2017 hat das Verwaltungsgericht (VG) München nach einem Ortstermin die Beseitigung des Baus verfügt. Duttler hatte das sogenannte Malerhäusl nicht nur umgebaut und erweitert, wie es der Wackersberger Gemeinderat befürwortet hatte, sondern „Tabula rasa“ gemacht. Er hatte den Altbau abgerissen, weil er angeblich marode sei und gleich vollständig neu gebaut. Er habe sich dabei aber, so argumentierte sein Anwalt Karl Schwab bei dem Ortstermin mit dem Gericht, am Altbestand orientiert. Schwab war früher Baujurist am Tölzer Landratsamt.

Es seien über 40 Abweichungen, kleine, aber auch große gezählt worden, sagte hingegen der Wackersberger Bürgermeister Alois Bauer. Trotz erheblicher wirtschaftlicher Folgen für den Eigentümer dürfe nicht weitergebaut werden, urteilte das VG. Bei Rechtskraft des Urteils müsse abgerissen werden. Das Gericht bestätigte damit die „Beseitigungsanordnung“ des Tölzer Landratsamtes. Die Behörde hatte zuvor zu ihrer schärfsten Waffe gegriffen und einen Baustopp verfügt.

Justitias Mühlen mahlen bekanntlich langsam. Ernst Duttler hat in der Folge einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt. Eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes steht dazu noch aus, teilte vor Kurzem Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer mit.

Es gibt noch eine zweite juristische Schiene, auf der der Malerhäusl-Besitzer doch noch zum Ziele gelangen will. Er hat einen Antrag auf Baugenehmigung beim Landratsamt gestellt. Über diese nachträgliche Legalisierung sei zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung im Mai 2017 noch nicht entschieden gewesen, sagt Peischer. Im November hat die Genehmigungsbehörde den Antrag abgelehnt. Duttler hat gegen die Ablehnung Klage beim VG München erhoben. Auch hier gilt also: Warten auf die Entscheidung des Kadi.

Für Bürgermeister Alois Bauer ist die Sachlage unverändert: „Dadurch, dass der Altbestand weg ist, hat Duttler auch sein Baurecht verloren.“ Er sei nicht – wie ein Landwirt – privilegiert und könne dieses Baurecht auch nicht mehr bekommen. „Das ist bitter für ihn“, wiederholte der Bürgermeister sein Statement von der Juni-Sitzung des Gemeinderats: „Er hat viel riskiert und alles verloren.“

Christoph Schnitzer

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