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Die metallene „Welle“ von Berndt Schweizer ist eines von zwei neuen Werken, die den Kunstwanderweg „Sinneswandel“ auf dem Blomberg bereichern.

Kunstwanderweg "Blomberg"

„Welle“ und „Wanderer“ bereichern den Blomberg

Wackersberg – Der „Sinneswandel“ ist im Wandel: Denn der so betitelte Kunstwanderweg auf dem Blomberg ist um zwei Kunstwerke reicher.

Gleich am Ausstieg des Sessellifts steht die Skulpturengruppe „Die Wanderer“ von Jürn Ehlers. Und Berndt Schweizer formte „Die Welle“, die gegenüber der Bergwachthütte steht. Am Sonntag stellte der Kunstverein Tölzer Land die neuen Kunstwerke vor.

„Die Wanderer“ sind sehr unterschiedliche Gestalten, die ihre Blickrichtung zum Gipfel vereinen. Ehlers erklärte: „Während der monatelangen Arbeit war das Flüchtlingsdrama natürlich präsent.“ So habe er eine Figur in einer Burka dargestellt, eine andere ist ein Chinese, eine weitere eine Mutter mit Kind. „Sie kommen aus aller Herren Länder und sind Heimatlose“, so der Bildhauer aus Herrsching. Die etwas mehr als lebensgroßen Skulpturen sind leicht in Farbe gefasst. „Der Platz für ein Kunstwerk wird immer in Absprache mit der Stadt festgelegt“, erklärte Sylvia van der Drift, die Vorsitzende des Kunstvereins. Ehlers fand jenen für seine „Wanderer“ besonders schön.

Ein wenig weiter wogt Berndt Schweizers metallene „Welle“ im Gras. Der gelernte Schlossermeister aus der Schweiz studierte Design. Die Welle, das Sinnbild für Wasser, erinnere auch an das Buch „Die Welle“ von Morton Rhue, meinte van der Drift. In dem Jugendroman geht es um ein Experiment, bei dem Schüler selbst erleben, wie aus einer falsch verstandenen Gemeinschaft ein totalitäres, manipulatives System entstehen kann. Der Ort der metallenen Skulptur nahe der „Brücke der Menschlichkeit“ von Marco Paulo sei deshalb bewusst gewählt worden, so van der Drift.

Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart hob die Verbindung zwischen „Welle“ und „Wanderern“ hervor. „Beiden ist das Moment der steten Bewegung eigen“, sagte er. In der Romantik sei das Wandern ein Symbol für Sehnsucht gewesen. Botzenhart erinnerte an Ehlers’ frühere Figur „Blaue Blume“ auf dem Kunstwanderweg, ein weiteres romantisches Sinnbild. Sie befindet sich jetzt zwischen den „Wanderern“ und der „Welle“.

Die Kunstwerke stellte van der Drift bei windigem Regenwetter vor. Die Schar der Gäste zählte keine 20 Personen. Die Laune ließen sie sich nicht verderben. Im eigens aufgebauten Pavillon schenkte die 2. Vorsitzende des Kunstvereins, Birgit Haas-Heinrich, Prosecco aus. Der Tölzer Liedermacher Wolfgang Gareis beschwor wenigstens mit einem Lied „bestes Bergsteigerwetter“.

Birgit Botzenhart

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