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Hatte ein offenes Ohr für Wanderer am Herzogstand: König Ludwig-Darsteller Bernhard Ludwig Rieger.

Der Anlass: Sein 173. Geburtstag

Am Herzogstand: König Ludwig steht persönlich vorm Berggasthof

Zum 173. Geburtstag erschien König Ludwig wiedergeboren und persönlich am Herzogstand. Wer dahinter steckt? Ein gewisser Bernhard Ludwig Rieger.

Walchensee – Sein Alter sah man ihm nicht an. In königlicher Haltung, in Paradeuniform mit Hubertus-Orden und säuberlich frisiert kehrte König Ludwig II. am Samstag anlässlich seines 173. Geburtstags auf den Herzogstand zurück. Dorthin, wo er zeitlebens immer wieder zum Jagen gekommen war.

Huldvoll stand er – eine weiß behandschuhte Hand am Säbelgriff – vor dem Berggasthof und empfing die Wanderer, die von der Bergstation kamen. Viele stutzten, als sie seiner Königlichen Hoheit ansichtig wurden. So auch Helga Kulzer, die mit Freunden aus dem Bayerischen Wald im Loisachtal Urlaub macht und zum Frühschoppen auf den Berg gefahren war. „Aber ich habe ihn dann schon gleich erkannt“, beteuerte sie. Ihr Eindruck vom „Kini“? „Blass schaut er aus.“ Diese vornehme Blässe freilich hatte sich Bernhard Ludwig Rieger an diesem Tag extra aufgeschminkt. Seit zwei Jahren mimt der Kunstmaler aus Wallgau bei verschiedenen Anlässen den bayerischen Märchenkönig. Diesmal hatte ihn die Kochler Tourist-Info eingeladen.

Selfie mit König Ludwig: Die gebürtige Thailänderin Kesarin Zobel fotografiert ihre Familie mit Darsteller Bernhard Ludwig Rieger. 

Frisur und Bart trägt Rieger grundsätzlich im Stile des Monarchen. Etwa eineinhalb Stunde brauchte seine Friseurin trotzdem, um ihn in einen nahezu perfekten Doppelgänger zu verwandeln. Aber der Künstler war nicht nur ein Bild von einem König: Bereitwillig und fundiert – weil er sich seit seiner Kindheit „aus Leidenschaft“ mit König Ludwig beschäftigt – beantwortete der 37-Jährige alles, was die Wanderer über den Herzogstand, den König und die Wittelsbacher wissen wollten. „Dass man so die Erinnerungen an die Monarchie wach ruft, finde ich eine super Idee“, sagte Andreas Kulzer.

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Eigens für Ludwig auf den Berg gefahren waren die gebürtige Thailänderin Kesarin Zobel und ihr Mann Frank aus Berlin. „Unser Gastgeber in Krün hat uns davon erzählt.“ Begeistert vom König war vor allem Kesarins Vater Lieb Khongsule, der aus Thailand angereist war. Er wollte sich einmal das Land genauer ansehen, in dem sich auch der König Thailands gerne aufhält. Ein Erinnerungsfoto wollten auch sie mit dem Märchenkönig machen. Darsteller Rieger nahm’s hoheitsvoll hin. Das Kinn emporgereckt blickte er während des Fotos über die Berghänge – in jener Haltung, die auch der echte König Ludwig bei offiziellen Terminen einzunehmen pflegte. Für einen Moment schien die Zeit um 150 Jahre zurückgedreht.

Franziska Seliger

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