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Aus der ganzen Region waren die Wasserwachtler zum Unglücksort geeilt. Unsere Bilder zeigen die Helfer der Wasserwacht Wallgau-Krün sowie den Helikopter im Einsatz. 

Helfer aus der ganzen Region vor Ort

Großeinsatz am Walchensee: Taucherin (51) ertrunken

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Walchensee - Ein Tauchunfall hat am Samstagvormittag eine Frau am Walchensee das Leben gekostet. Weil sie Teil einer größeren Gruppe und die Situation unübersichtlich war, waren Dutzende Helfer an die Unglücksstelle geeilt.

An der Uferstraße in Urfeld (nahe Kesselberg) reihten sich die Rettungsfahrzeuge, ein Augenzeuge sprach von einem „Blauchlichtmeer“. Dutzende Helfer aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau waren am Samstagvormittag an den Walchensee geeilt, weil dort Taucher in Not geraten waren. Für eine 51-Jährige kam jede Hilfe zu spät. 

Als um 10.54 Uhr der Notruf bei der Integrierten Rettungsleitstelle einging, „war nicht klar, wie viele Taucher genau betroffen sind“, sagt Lisa Grünwald von der Wasserwacht Walchensee. Vorsorglich alarmierte man alle Wasserwachtler in der ganzen Region. Außer Walchensee waren Retter aus Kochel und Penzberg sowie die Gruppen aus Krün, Wallgau und Mittenwald im Einsatz. 22 Männer und Frauen eilten zum See. Auch BRK und Polizei setzten sich sofort in Bewegung, zudem der Notarzt von der Unfallklinik Murnau mit der Helikopter-Besatzung. 

Am See spielten sich derweil dramatische Szenen ab. In diesem Bereich waren mehrere Taucher im Wasser, unter anderem auch ein erfahrener Wassersportler aus Garmisch-Partenkirchen. Er sah, dass Mitglieder der Gruppe aus Hessen in Not geraten waren. Ein Mann und eine Frau aus Frankfurt mussten aus noch ungeklärter Ursache schnellstmöglich aufsteigen. Während der Mann dabei keine Probleme hatte, bekam seine Lebensgefährtin (51) Schwierigkeiten. Laut Augenzeuge war sie schon an der Wasseroberfläche, sackte aber plötzlich wieder ab. Darauf alarmierte ihr Mann mit speziellen Taucher-Gesten seine Kameraden, zudem wurde an Land ein Notruf abgesetzt. 

Der Garmisch-Partenkirchener versuchte zu helfen: „Zwei meiner Begleiter, die zum Teil für das amerikanische Militär und die Polizei tauchen, und ich machten uns daraufhin sofort auf den Weg zu der Unfallstelle.“ Nach kurzer Suche konnte er nach eigenen Angaben die leblose Taucherin in 33 Metern Tiefe im See lokalisieren und an die Oberfläche bringen. Dort wurde sie sofort ins Rettungsboot der Wasserwacht Walchensee gezogen, doch für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

 Am Ufer herrschte derweil blankes Entsetzen. Am Samstag waren viele Tauchergruppen im etwa fünf Grad kalten See unterwegs, auch an anderen Stellen. „Das Wasser ist gerade klar, weil die Schneeschmelze noch nicht eingesetzt hat. Das sind eigentlich recht gute Bedingungen“, sagt Alois Grünwald von der Wasserwacht Walchensee. Zahlreiche Ausflügler hatten den Unfall bemerkt. „Wir wussten nicht, wie viele Taucher überhaupt im Wasser sind, und ob sie auch Hilfe brauchen“, beschreibt Lisa Grünwald die Situation. Man habe dann aber „alles zügig abgearbeitet“, sagt Manuel Achtner, Einsatzleiter des Wasserrettungsdienstes Krün-Wallgau, und zollt seinen Kollegen aus Walchensee großen Respekt: „Sie waren als erste vor Ort und haben echt gut gearbeitet.“

 Der Lebensgefährte der Verunglückten erlitt einen schweren Schock und wurde in die Unfallklinik nach Murnau gebracht. Auch die übrigen Tauchfreunde brauchten psychologische Betreuung. Deshalb wurden zusätzlich noch Helfer vom Kriseninterventionsteam (KIT) angefordert. Betreut wurden die Taucher zuerst im „Café am See“.

 Wie es überhaupt zu dem schweren Unfall kommen konnte, wird derzeit von der Kripo untersucht. Eine Theorie wäre, dass die Frau Panik beim Notaufstieg bekommen hat, die Atmung problematisch wurde, und ein Riss in der Lunge entstand. „Bei solchen Temperaturen vereist das Mundstück schnell“, sagt Peter Schubart, Leiter der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) Kochel. Möglich wären aber auch andere Schwierigkeiten mit der Ausrüstung oder gesundheitliche Probleme der Frau.

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