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Scheuer Besuch in Walchensee: Drei Hirsche streifen auf Nahrungssuche durch die verschneite Ortschaft.

Juristisches Nachspiel

Hungernde Hirsche am Walchensee: Tierschützer zeigt Landrat an

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Tierquälerei wirft ein Tierschützer dem Tölzer Landrat und dem Forstbetriebsleiter vor. Er beklagt, dass in Walchensee die Fütterungspflicht von Wildtieren verletzt worden sei – und die Behörden einfach weggesehen hätten.

Walchensee – Christian Blas von der „Allianz für Wildtiere“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Landrat Josef Niedermaier und Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann: Die beiden sollen sich der Tierquälerei schuldig gemacht haben. Vergangene Woche reichte Blas Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München II ein. Wie berichtet streiften vor wenigen Tagen Hirsche auf der Suche nach Nahrung nachts durch die Ortschaft Walchensee. Der Fall sorgte überregional für Schlagzeilen – und bei Blas für Empörung, als er in der Chiemgau-Zeitung davon las. Der Tierschützer aus Traunstein ist überzeugt: „Gegen die gesetzliche Fütterungspflicht wurde am Walchensee verstoßen und Rotwild war gezwungen, sich in menschliche Siedlungen zu flüchten, was für die Tiere ein enormer Stress ist.“ Rehe, Rothirsche und viele weitere Tiere müssten hungern, weil Beamte wegschauten und Jäger versagten.

Keiner Schuld bewusst

Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann weist die Vorwürfe weit von sich. „Es gibt eine gesetzliche Pflicht und der kommen wir auch nach.“ 15 Fütterungen unterhalte sein Haus in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen, nach den Berichten über hungrige Hirsche richteten die Staatsforsten außerdem eine zusätzliche Notfütterung außerhalb der Ortschaft Walchensee ein. „Insgesamt versorgen wir zur Zeit rund 1000 Stück Rotwild“, sagt Plochmann. Es sei nichts Neues, dass es immer wieder Tiere gebe, die diese Futterstellen nicht annähmen. Diese sogenannten Außenständer ziehe es immer wieder in die Ortschaften, auch das sei nichts Ungewöhnliches. Neu sei nur, dass sie dabei fotografiert worden seien.

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Die Forderung von Blas, die Außenständer in ihrer Not auch in der Ortschaft zu füttern, weist Plochmann mit Nachdruck zurück. Die Tiere kämen sonst immer wieder in die Dörfer. „Das wäre mit Abstand der unnatürlichste Vorgang.“ Folge er der Argumentation von Blas, handle es sich sogar um „doppelte Tierquälerei“– die Nähe zum Menschen sei schließlich eine Tortur für das Rotwild.

Warum aber hat Blas auch den Landrat angezeigt? „Als Chef der Unteren Jagdbehörde hätte er kontrollieren müssen, ob die Fütterungspflicht eingehalten wird“, sagt Blas. Josef Niedermaier hörte auf Nachfrage des Tölzer Kurier zum ersten Mal von den Vorwürfen. Laut seiner Sprecherin Marlis Peischer bestehen aus Sicht des Landratsamtes aber „keinerlei Anhaltspunkte“, dass der Fütterungspflicht nicht nachgekommen werde. „Insofern ist ein Einschreiten des Landratsamtes nicht notwendig.“

Staatsanwaltschaft weiß noch nichts von dem Verfahren

Blas geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft nun prüft, ob an seinen Vorwürfen etwas dran ist. Noch aber ist den Juristen nichts von einem solchen Verfahren bekannt, wie eine Nachfrage bei der Pressestelle ergab. Nicht nur deshalb sieht der Landrat der weiteren Entwicklung nach eigenen Worten gelassen entgegen. Und auch Forstbetriebsleiter Plochmann betont: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“

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