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In zwei Rettungsbooten fuhren die Einsatzkräfte samt zwei Rettungstauchern so schnell es ging zum Unglücksort.

Tagesausflug endet tragisch

Nach Tod von Münchnerin am Walchensee: Die Furcht vor blockierten Rettungswegen

Zu einer dramatischen Rettung kam es am Samstag im Walchensee. Eine Frau wurde aus 16 Metern Tiefe von Tauchern geborgen. Sie ist tot. Ein Experte spricht eine Warnung aus.

Update vom 15. August: Wieder hat es in Oberbayern einen schlimmen Badeunfall gegeben. Diesmal in Waging am See im Landkreis Traunstein.

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UPDATE vom 8. August, 11.28 Uhr: Wegen des  anhaltend heißen Sommerwetters ist der Andrang am Walchensee heuer besonders groß. Das führt zu teilweise „chaotischen Verhältnissen“. Viele halten sich nicht an die Regeln, wenn es ums Parken oder ums (verbotene) Feuermachen geht. Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann plagt die Sorge, was wäre, wenn „etwas Unvorhergesehenes“ passiert. Das Brandrisiko sei angesichts der zahlreichen offenen Feuer und der großen Trockenheit beträchtlich. Rettungswege aber könnten im Ernstfall blockiert sein, auch Menschen, die das Weite suchen wollen, würden womöglich auf der engen Straße feststecken.

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UPDATE vom 7. August, 12.36 Uhr: Nachdem es ungewöhnlich viele Badetote in diesem Jahr gibt, spricht Michael Förster von der DLRG Bayern eine Warnung aus. „Sicher ist es romantisch, alleine weit rauszuschwimmen, aber das kann gefährlich werden“, sagte er Merkur.de. Er empfiehlt, immer in Begleitung schwimmen zu gehen, so dass im Notfall jemand da ist. Zudem sollen andere Badegäste wachsam sein. „Ertrinken vollzieht sich unspektakulär. Die Person verschwindet meist lautlos im Wasser.“ Und wenn jemand in Not ist? „Am besten zu zweit rausschwimmen und den Ertrinkenden von beiden Seiten unter den Achseln packen und ans Ufer ziehen.“

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Die Hitzewelle sorgt derzeit für besondere Bedingungen. „Je heißer, desto größer der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser“, so Förster. Für Herz und Kreislauf  ist das eine Herausforderung. „Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, das Herz schlägt schneller.“ Wer einfach ins Wasser springt und gleich taucht, belastet sein Herz besonders. „Das Luftanhalten führt gleichzeitig zu dem Befehl, das Herz soll langsamer schlagen.“ Ein Risiko, besonders für ältere Menschen. Es kann zu Kreislaufproblemen kommen, bei Vorerkrankungen sogar zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Ratschlag des Experten: langsam ins Wasser gehen. „Den Körper erst an die Temperatur gewöhnen.“

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UPDATE vom 5. August, 17.15 Uhr: Nun sind mehr Hintergründe zu der dramatischen Rettungsaktion am Walchensee bekannt. Demnach sahen Zeugen zunächst, wie die 76-Jährige nur noch mit einem Arm schwamm und hilfesuchend auf sich aufmerksam machte - dann ging sie unter. Daraufhin sei, erzählt der Wasserwacht-Einsatzleiter Alois Grünwald, ist eine Gruppe mit einem Boot zu der Unglücksstelle gefahren, die etwa 25 Meter vom Ufer entfernt liegt. Eine junge Frau tauchte mit dem Schnorchel immer wieder suchend unter Wasser. 

Ein Zufall sorgte zunächst noch für eine mögliche realistische Chance für die Schwimmerin: In Uffing hielten sich zwei Rettungstaucher für eine Vermisstensuche bereit. Dadurch konnten sie nur zehn Minuten nach der Alarmierung vor Ort sein und weitere zehn Minuten später die Frau aus dem Wasser holen. Zunächst gelang sogar eine Wiederbelebung, ihr Herz schlug wieder selbstständig. Doch in der Nacht zum Sonntag starb die Seniorin in der Unfallklinik in Murnau. 

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Die Münchnerin war mit ihrer Nachbarin und deren iranischen Eltern zu einem Tagesausflug mit ihrem Auto an den See gekommen. Die Familie stand unter Schock, musste intensiv betreut werden und fuhr mit dem Zug zurück. Sie wären nicht in der Lage gewesen, sich selbst hinter das Steuer zu setzen. 

Für die Wasserwacht Walchensee stellt der Todesfall das tragische Ende einer „Großkampfwoche“ dar, wie es Grünwald ausdrückt. Siebenmal mussten die ehrenamtlichen Wasserretter seit Ferienbeginn Ende Juli ausrücken. „Es herrscht Ausnahmezustand“, sagt Grünwald.

Weitere Hintergründe zu dem Unglücksfall lesen Sie hier in diesem Artikel auf Merkur.de.

Im April des vergangenen Jahres war ein 66-jähriger Mann aus dem Raum Augsburg im Walchensee ertrunken. Der Fischer war aus seinem Boot gestürzt, wie Merkur.de meldete.

UPDATE vom 5. August, 11.37 Uhr: Die Polizei schreibt, dass die verstorbene Frau in München lebte. Und schildert den Fall wie folgt: Nach jetzigen Erkenntnissen war sie bereits 20 bis 30 Minuten im Walchensee geschwommen, als sie plötzlich auf sich aufmerksam machte und schließlich unterging. Passanten hatten sofort einen Notruf abgesetzt. So traf zügig ein Taucher der Wasserretter zur Suche ein. Nach wenigen Minuten gelang es diesem auch, die Frau ausfindig zu machen und an die Oberfläche zu bringen. Zunächst konnte die 76-Jährige auch an Land wiederbelebt werden. Wenig später verstarb sie jedoch im Krankenhaus. Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen zur Klärung der Todesursache aufgenommen.

UPDATE vom 5. August, 9.58 Uhr: Die Frau, die zunächst im Walchensee aus 16 Metern Tiefe gerettet wurde, ist in der Nacht zum Sonntag im Krankenhaus gestorben. Wie die Polizei mitteilte, konnten die Ärzte nichts mehr für die Frau tun. Taucher hatten sie am Samstag aus dem Wasser gerettet. Warum die Frau in Not geriet, war zunächst unklar.

Erstmeldung: Unglück am Walchensee: Frau aus 16 Metern Tiefe gerettet 

Walchensee -  Eine Frau ist am Samstag im Walchensee untergegangen. Sie sei von Tauchern in 16 Metern Tiefe gerettet worden, sagte ein Polizeisprecher am Abend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht. Es handele sich vermutlich um einen Badeunfall, erklärte der Polizeisprecher. Nähere Angaben zu den Hintergründen des Einsatzes und zur Identität der Verunglückten konnte er zunächst nicht machen. 

Laut Polizei schwebt die Frau in Lebensgefahr. 

Erst vor wenigen Tagen kam es zu einem Rettungseinsatz im Walchensee, als ein 70-Jähriger mit seinem Boot kenterte, wie Merkur.de berichtete.

Ein Mann trieb am Samstag im Riemer See. Der Körper wurde sofort aus dem Wasser gezogen. Doch der Mann verstarb am Sonntag im Krankenhaus, berichtet tz.de.

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