Unterwasser-Archäologe Florian Huber entdeckte den Bunker.
+
Unterwasser-Archäologe Florian Huber entdeckte den Bunker.

Fund gibt Rätsel auf

Mini-Bunker bei ZDF-Dreharbeiten aufgetaucht: Archäologe entdeckt dunkles Geheimnis im Walchensee

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
    schließen

Es ist ein Relikt aus der dunkelsten Vergangenheit Deutschlands: Ein Taucher hat im Walchensee nahe Urfeld und Sachenbach einen „Ein-Mann-Bunker“ gefunden. Was es damit auf sich hat...

  • Bei Dreharbeiten fürs ZDF waren Taucher im Walchensee unterwegs
  • Dabei entdeckten sie einen Mini-Bunker am Grund
  • Dieser ist bei Niedrigwasser sogar von der Wasseroberfläche aus zu sehen

Kochel am See – Ein Taucher hat im Walchensee nahe Urfeld und Sachenbach einen „Ein-Mann-Bunker“ gefunden. Das Relikt stammt aus der NS-Zeit, sagt der Unterwasser-Archäologe Florian Huber. Vom Aussehen her erinnert der Splitterschutz-Bunker entfernt an eine Telefonzelle oder auch eine Litfaß-Säule. 

Nazi-Bunker im Walchensee - Archäologe erklärt Hintergrund

Die „Splitterzellen“ seien überall dort aufgestellt worden, „wo einzelne Personen keinen Schutzraum erreichen konnten“, sagt Huber, der den Bunker im Februar bei Dreharbeiten fürs ZDF nach einem Hinweis entdeckt hat.

Dieses dreidimensionale Bild zeigt den drei bis fünf Tonnen schweren Bunker am Seeboden mit  Türe, Einstieg und Luftschlitzen.

Die Reichsbahn platzierte die Bunker zum Beispiel entlang von Bahnhöfen und Stellwerken, die Wehrmacht entlang von Kasernen und Flugplätzen. Auch auf dem BND-Gelände in Pullach steht bis heute so ein „Ein-Mann-Bunker“. 

Das Relikt im Walchensee wurde von der Firma Dywidag Betonwerke in Cossebaude bei Dresden gebaut, unklar ist aber, warum es im Walchensee landete. 

Warum der Nazi-Bunker im See versenkt wurde, ist unklar

Wahrscheinlich sei ein Zusammenhang mit dem nahen Wasserkraftwerk. Aus einem Zufallsgespräch in einer Jachenauer Wirtschaft weiß Huber, dass der Bunker auch nach Kriegsende noch eine Zeit lang an Land stand. Irgendwann muss sich jemand die Mühe gemacht haben, den Bunker im Walchensee zu versenken – doch wer und warum, das ist vorerst rätselhaft. Sind die Hintergründe einmal recherchiert, könnte sich Huber eine Hinweistafel am Ufer vorstellen. Bei Niedrigwasser ist der Bunker sogar unter der Wasseroberfläche zu sehen.

Archäologie im Walchensee

Zwölf Sporttaucher sind am Walchensee zum Thema Unterwasserarchäologie fortgebildet worden. Sie haben ein Wrack im Silbertsgraben untersucht. Für Forschungstaucher, sagt Kursleiter Florian Huber, hat der 190 Meter tiefe See viel zu bieten.

Bad Tölz-Newsletter

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weitere Corona-Infektionen in Tölzer  und Geretsrieder Asyl-Unterkunft - auch Berufsschule betroffen
Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.
Weitere Corona-Infektionen in Tölzer  und Geretsrieder Asyl-Unterkunft - auch Berufsschule betroffen
Tölz live: Staatsstraße bei Kirchbichl nach Unfall gesperrt 
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Staatsstraße bei Kirchbichl nach Unfall gesperrt 
Gleitschirmunfall am Brauneck: Pilot landet auf Gondeldach der Bergbahn - „Unglaubliches Massel gehabt“
Eine Böe drückte einen Gleitschirmflieger am Sonntag in das Seil der Brauneckbahn. Der Mann hatte ziemliches Glück: Er rettete sich auf das Dach einer Gondel.
Gleitschirmunfall am Brauneck: Pilot landet auf Gondeldach der Bergbahn - „Unglaubliches Massel gehabt“
„Kein Murks“ auf der höchsten Baustelle
Die Tiefbauer sind fertig, jetzt sind neue Firmen am Zug: Der Umbau der Tölzer Hütte am Schafreuter geht voran.
„Kein Murks“ auf der höchsten Baustelle

Kommentare