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„Wir bleiben präsent“ (v. li.): Neben dem BDM-Kreisvorsitzenden Hans Falter und seinem Stellvertreter Hans Hainz wurden auch Josef Forster, Josef Holzer und Kaspar Walleitner zu BDM- Landesdelegierten gewählt. Rechts der neue BDM-Geschäftsführer Rainer Forster.

BDM-Versammlung

Widersinn von Überproduktion und Billigexporten

Dass die Milchkrise 2016 das Gegenteil bewiesen habe, liegt für den BDM-Landesvorsitzenden Hans Leis auf der Hand. Leis hielt jüngst bei der Mitgliederversammlung des BDM-Kreisverbands im Gasthaus Zur Post in Egling Rückschau und Ausblick auf die Situation der Milchbauern, die Zielsetzungen des BDM und die Reaktionen der Politik.

Bad Tölz-WolfratshausenKritik und Einwände gegen seine Strategien hat der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) im Lauf der Jahre viele einstecken müssen: Zum Beispiel, seine Pläne seien unrealistisch und nicht umsetzbar, weil man dafür keine Mehrheiten finde. Und es gebe Milcherzeuger, die sich ja den Risiken des freien Marktes stellen wollten. Oder etwa die Aussage, solange es auf der Welt Hunger gebe, könne man nicht von Überschüssen sprechen.

Dass die Milchkrise 2016 das Gegenteil bewiesen habe, liegt für den BDM-Landesvorsitzenden Hans Leis auf der Hand. Leis hielt jüngst bei der Mitgliederversammlung des BDM-Kreisverbands im Gasthaus Zur Post in Egling Rückschau und Ausblick auf die Situation der Milchbauern, die Zielsetzungen des BDM und die Reaktionen der Politik. In der Krise 2016 hätten Politik, Branchenverbände und Bauernverband lange zugeschaut, wie tausende bäuerliche Existenzen vernichtet wurden. Erst als sich das Preis-Desaster drastisch zugespitzt habe, hätten sie ihre Blockade aufgegeben und die Anwendung des BDM-Konzepts mit befristeter freiwilliger Produktionsreduzierung gegen Entschädigung zugelassen.

Nicht bewahrheitet habe sich dabei auch der Einwand der Gegner, man müsse die Milchmenge mindestens um 10 bis 12 Prozent verringern, um den Preis ansteigen zu lassen. „Die Menge ist im Zeitraum von April 2016 bis April 2017 in der EU um 1,8 Prozent reduziert worden, der Milchpreis ging in der Folge immerhin um 30 Prozent nach oben“, führte Leis aus. Wesentliches Ziel des BDM ist es deshalb, zur künftigen Krisenverhinderung die Möglichkeit der zeitlich befristeten Mengenbegrenzung dauerhaft in das „EU-Sicherheitsnetz“ aufzunehmen.

Einen positiven Schritt in dieser Sache habe es schon gegeben, berichtete der Landesvorsitzende: Nach anschaulichen Darstellungen durch den Milchbauern-Verband hätten bei einem parlamentarischen Abend im Bayerischen Landtag die Politiker parteiübergreifend befürwortet, im Falle von Marktverwerfungen die Produktionsmengen „deckeln“ zu können. Ähnliche Initiativen gebe es mittlerweile auch in anderen Bundesländern – sie sollen weitergetragen werden bis zur EU. „Wer aber soll den Zeitpunkt für die Anwendung des Konzepts ausloten?“, hakte Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser nach. Dafür sei die europäische Marktbeobachtungsstelle die geeignete Institution, erklärte Leis. Doch die müsse von der Politik erst dazu befugt werden. Keine nachhaltige Lösung sei die Intervention.

Während der Krise seien 400 000 Tonnen Milchpulver eingelagert worden, die den Markt, der aktuell wieder eine ansteigende Produktionskurve und sinkende Notierungen aufweise, zusätzlich belasteten. Generell sei der BDM in den 20 Jahren seines Bestehens nicht müde geworden, Politik und Verbraucher mit Aktionen und Demonstrationen auf die Widersinnigkeit von Überproduktion und Billigexporten aufmerksam zu machen.

„Der Bauer ist dabei das letzte Glied in der Kette und trägt das größte Risiko“, resümierte Leis. „Das hat inzwischen auch das Kartellamt festgestellt.“ Es sei unerlässlich, weiter präsent zu bleiben. Diesem Appell schloss sich Kreisvorsitzender Hans Falter an und warb bei den Anwesenden um Kandidaten für die anstehende Wahl der Landesdelegierten.

Kennenlernen konnten die Bauern außerdem den neuen BDM-Geschäftsführer Rainer Forster, der sich und seinen beruflichen Werdegang vorstellte. 

Rosi Bauer

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