Mit der Wünschelrute unterwegs: Dieter Kugler auf dem Geobiologischen Lehrpfad in Bad Heilbrunn. Foto: cjk

Mit der Wünschelrute Wasseradern und Strahlen auf der Spur

Bad Heilbrunn - Auf dem Geologischen Lehrpfad in Bad Heilbrunn zeigt Dieter Kugler, wie man für Störfelder "fühlig" wird

Das Motto vieler Parawissenschaften ist universell: Wenn Du sie nicht überzeugen kannst, verwirre sie. Da gibt es beispielsweise Menschen, die Steine in Schwingungsrichtung drehen, um Erdstrahlenprobleme zu beseitigen. Andere wiederum platzieren Eisenstangen im Boden und schlagen mit einem Hammer dran, um den Verlauf einer Wasserader um ein Haus herum zu legen. Und wieder ein anderer sprüht mit einer Pumpflasche spezielles Wasser an Tapeten, um Erdstrahlen zu vertreiben. Kostenpunkt übrigens fürs Wassersprühen: 400 Euro.

"Alles Scharlatanerie", sagt Dieter Kugler aus Bad Heilbrunn. Denn das Gefährliche an solchen Halbwahrheiten zwischen feinstofflichen Ebenen und Kraftströmen sei, dass eben oft die falsche Hälfte geglaubt werde.

Dabei ist die Radiästhesie, die Lehre von Strahlenwirkungen auf Organismen, jahrhundertealt. "In den Kirchen nutzte man früh dieses Wissen und baute die Kanzeln gerne auf solche Erdenergiepunkte", sagt Kugler. Der ehemalige Pharmareferent beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Störfeldern, ist Gründer des Geobiologischen Beratungsdienstes in Bad Heilbrunn und hat hinter dem "Haus des Gastes" den Geobiologischen Lehrpfad mit 13 Stationen initiiert.

Um Scharlatanen nicht aufzusitzen, aber trotzdem einen "guten Platz" im Strahlungsfeld von Kosmos, Erde und Umwelt zu finden, helfe laut Kugler eines: Selbst "fühlig" zu werden. Und das könnten "95 Prozent der Bevölkerung, im Prinzip jeder, der nicht irgendeine Form der Behinderung an Nerven oder Muskeln hat". Jetzt sensibilisierte Kugler zehn Interessierte in Bad Heilbrunn bei einem Wünschelrutenlehrgang. Und es gab viel aufzuspüren: Wasseradern, die nervös machen, Erdverwerfungen, die radioaktiv strahlen, Benker-Linien und Curry-Gitter mit magnetischer Wirkung.

Zum Beweis, dass Strahlenfühligkeit bei ihm keine esoterische Pseudwissenschaft sei, bekam jeder seine eigene Plastikrute. Doch die ist nur für den Anfang nötig, denn entgegen landläufiger Meinung ist es nicht die Rute, die Wasseradern oder Strahlen findet, es ist der Mensch. "Auslöser der Rute sind Muskelbewegungen, die unbewusst mit gedanklichen Inhalten und Vorstellungen verbunden sind. Sie geben der Rute den Auftrag, den Wasserlauf anzuzeigen, wenn sie darüber sind", sagt Kugler. Im fortgeschrittenem Stadium brauche es dafür nicht einmal mehr eine Rute, "das geht auch mit der flachen Hand". (cjk)

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