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Könnte für Flüchtlinge ein neues Zuhause sein: die ehemalige Unteroffiziers-Unterkunft der Lenggrieser Kaserne.

Ziehen Asylbewerber in die Lenggrieser Kaserne?

Lenggries – Geht es nach dem Landkreis, ziehen demnächst bis zu 50 Asylbewerber in die leerstehende Unteroffiziersunterkunft der ehemaligen Lenggrieser Kaserne. Geht es nach der Gemeinde, wird das nicht passieren.

Anfang August habe ihn das Landratsamt angeschrieben und erklärt, dass das Kasernengebäude als Asylbewerber-Unterkunft in Betracht gezogen wird. Dieses gehört seit einigen Jahren der Luitpolderhöfe GmbH. „Ich wollte das am 18. August auf die Gemeinderats-Tagesordnung setzen“, sagt Rathauschef Werner Weindl. „Aber da wurde gesagt, ich soll ein Schreiben des Landratsamts abwarten. Das habe ich bis heute nicht bekommen.“

Umso überraschter sei er daher gewesen, als ihn Landrat Josef Niedermaier vor wenigen Tagen anrief, „und mir gesagt hat, dass die Kaserne kurzfristig belegt wird“, sagt Weindl. Unabhängig davon, dass er das Vorgehen seltsam findet, sei das Gebäude nur bedingt geeignet. So gebe es ein einige Jahre altes Gutachten, das eine Belastung der Räume mit den Schadstoffen DDT und PAK nachweise. Außerdem könne nicht einfach die Belegung erfolgen, ohne mit dem Gemeinderat gesprochen zu haben. Und drittens teile man nicht die Rechtsauffassung des Landratsamts, dass es sich hier um eine (genehmigungsfreie) Wiederaufnahme der ursprünglichen Nutzung handle. „Dass da Soldaten gewohnt haben, ist elf Jahre her“, sagt Weindl.

Seit gestern Abend sei Letzteres auch noch aus einem zweiten Grund vom Tisch: In der Ratssitzung wurde der neue Bebauungsplan für das Areal beschlossen, der dort ein Gewerbegebiet vorsieht.

Landrat Niedermaier kann das nicht nachvollziehen. „Wir haben dort oben ein bezugsfertiges Gebäude, das wir nutzen könnten.“ Und das noch dazu zu einem Bruchteil vom dem, was für die Anmietung von Containern fällig würde. „Hier geht es um Steuergelder.“ Dass man die Einladung zur August-Sitzung ausgeschlagen habe, habe daran gelegen, dass man seinerzeit zu wenig Informationen hätte weitergeben können. „Wir dachten auch nicht, dass es so schnell gehen muss.“

Schließlich ging Niedermaier Mitte August noch davon aus, dass die Container für 70 Asylbewerber neben dem Landratsamt aufgestellt werden. Dann kam die Klage von Geschäftsmann Heinz Wippich gegen den Standort. Kurzfristig umsetzen – wenn überhaupt – lasse sich das Vorhaben nun nicht, sagt Niedermaier. Allerdings reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab.

Anfangs habe man auch nicht gedacht, dass Gebäude-Eigentümer Peter Wasner so schnell alle Auflagen erfüllen würde, sagt Niedermaier. Der aber habe sofort Handwerker beauftragt. „Letzte Woche gab es eine Begehung, die gezeigt hat, dass alles tiptop ist.“ Auch die neue Schadstoffmessung brachte keine bedenklichen Befunde.

Weindl geht davon aus, dass nach dem Bebauungsplan-Beschluss die Belegung nur über einen Antrag erfolgen könnte. Wäre die Gemeinde dafür aufgeschlossen? Naja, sagt Weindl, „ich könnte mir vorstellen, dass es dem Gemeinderat lieber wäre, wenn man dort nichts beginnt, von dem man nicht weiß, wo es aufhört.“ Generell werde man dem Kreis aber weitere Wohnungen vorschlagen oder auch gemeindeeigene Grundstücke für eine Gemeinschaftsunterkunft. Nennen will Weindl mögliche Standorte nicht. Einer davon könnte aber die alte Krankenhauswiese sein. Veronika Wenzel 

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