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Eine Besonderheit der Zimbern sind die „Trombini“ mit ihren schweren Handböllern. foto: archiv

Zimbern-Partnerschaft soll langsam wachsen

Benediktbeuern - Die Gemeinde Benediktbeuern will ihre Beziehungen zu den Zimbern in Norditalien vertraglich besiegeln. Angedacht ist eine Partnerschaft mit dem Kuratorium.

Die Kontakte mit den Zimbern in der Region nördlich von Verona bestehen schon seit vielen Jahren. Mittlerweile sind auch die Zimbern immer wieder bei der Leonhardifahrt zu Gast, heuer wollen sie sich vielleicht das Maibaumaufstellen anschauen. „Für sie ist es fast nicht vorstellbar, dass wir einen Maibaum ohne technische Hilfsmittel in die Höhe stemmen“, sagt Bürgermeister Georg Rauchenberger schmunzelnd.

Die Zimbern sind, zugespitzt gesagt, die „südlichsten Benediktbeurer“. Um das Jahr 1050 wanderten nachweislich Familien aus der Gegend um das Kloster Benediktbeuern über die Alpen, vermutlich aufgrund einer Missernte im Oberland. Die Benediktinermönche unterhielten Verbindungen zu einem Kloster in Verona. Die Auswanderer bekamen Land zugeteilt und bauten sich eine neue Heimat auf. Einige Bräuche sowie ihren altbairischen Dialekt behielten sie über Jahrhunderte bei.

„Das mittelhochdeutsche Bairisch lässt sich im zimbrischen Dialekt nachweisen“, sagt der Historiker Bernhard Müller-Wirthmann, der sich gerade wissenschaftlich um den Aufbau des Benediktbeurer Heimatmuseums kümmert. Als „die Deutschen“ wurden die Zimbern allerdings auch feindselig betrachtet, Ausgrenzungen fanden bis ins 20. Jahrhundert hinein statt. Der italienische Staat versuchte zum Beispiel, durch eine rigorose Schulpolitik die Kinder zum Italienischlernen zu zwingen. Doch die Zimbern blieben zäh und hielten an ihren Traditionen fest. Trotzdem ist es mühsam, die alte Kultur aufrechtzuerhalten: Aufgrund besserer Arbeits- und Lebensmöglichkeiten wandern nach wie vor junge Familien von den Bergdörfern in Städte wie Verona und Trient ab.

In den vergangenen Jahren hat sich - dank großen ehrenamtlichen Engagements - ein neues Zimbern-Bewusstsein gebildet, das verstärkt Kontakte nach Benediktbeuern pflegt. Bürgermeister Georg Rauchenberger hatte schon Angebote für Gemeinde-Partnerschaften. „Allerdings finde ich es nicht sinnvoll, nur mit einem Dorf etwas zu machen. Wir sollten so etwas breiter aufstellen.“

Jetzt kristallisiert sich eine Partnerschaft mit dem „Curatorium Cimbricum Veronense“ heraus, einer Art Dachorganisation der Zimbern in den „Dreizehn Gemeinden“ (Tredici Communi). An diesem Freitag kommt eine Delegation nach Bayern, und Rauchenberger will die Gelegenheit nutzen, weitere Gespräche zu führen. „In den vergangenen Monaten ging es nicht so recht vorwärts“, sagt der Bürgermeister. Sprachlich sei es nicht immer ganz leicht, die Mails oder Briefe auf Italienisch abzufassen. Im Kuratorium sprechen allerdings einige Mitglieder Englisch.

Rauchenberger will es ruhig angehen lassen: „So eine Partnerschaft darf langsam wachsen.“ Deshalb dränge er nicht auf eine rasche Vertragsunterzeichnung, will lieber noch ein paar Details klären. „Natürlich wäre es schön, wenn es heuer klappt. Aber wir brauchen es nicht auf Biegen und Brechen.“ (müh)

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