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Musik war seine Passion: Pfarrer Alfons Mühlhuber mit einigen seiner Schüler.

Die Instrumente verteilte er nach Größe

Zehnter Todestag von Pfarrer Alfons Mühlhuber

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Musik und Kirche. Für Pfarrer Alfons Mühlhuber war das unzertrennlich miteinander verbunden. Er war nicht nur Seelsorger mit Leib und Seele sondern auch Gründer von zahlreichen Chören und von fünf Blaskapellen. Am heutigen Montag jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal.

Einsbach – Von 1983 bis 1988 war Alfons Mühlhuber Pfarrer im Pfarrverband Odelzhausen und hat in dieser Zeit das kulturelle Leben dort nachhaltig geprägt. Unter anderem gründete er die Kirchenchöre in Einsbach und Sulzemoos sowie die Blaskapellen in Einsbach und Sittenbach.

Mühlhuber gab in der Schule Religionsunterricht und animierte dabei immer wieder Kinder und Jugendliche dazu, ein Blasinstrument zu spielen. „Die Instrumente hat er nach der Größe verteilt“, erzählt Birgit Schwarzmann, die als Jugendliche bei Mühlhuber Musikunterricht hatte. Weil sie lange Arme hatte, wurde ihr damals eine Posaune zugeteilt – dem Instrument ist sie bis heute treu geblieben.

Das Besondere an Mühlhubers Musikunterricht: „Er hat selbst gar kein Instrument beherrscht und konnte deswegen nie etwas vorspielen“, erzählt Birgit Schwarzmann. „Aber er wusste bei jedem Instrument ganz genau, wie es gespielt werden muss.“ Und er sorgte dafür, dass die Kinder fleißig übten. „In den Ferien hatten wir jeden Tag Blasmusikprobe“, erinnert sich Schwarzmann. „Oft schon um sechs Uhr am Morgen vor der Frühmesse.“

Alfons Mühlhuber war Gründer von Chören und Blaskapellen.

Trotzdem schaffte es Mühlhuber, die Jugendlichen so zu motivieren, dass sie mit Spaß bei der Sache blieben. „Er konnte es einfach gut mit Kindern, das war ein Phänomen“, sagt Schwarzmann. Manchmal griff Pfarrer Mühlhuber in die Trickkiste: „Er hat demjenigen, der die höchsten Töne spielen kann, eine Fotokamera versprochen.“

Birgit Schwarzmann hat viele schöne Erinnerungen an den Musikunterricht bei Pfarrer Mühlhuber. Neben Posaune hat er sie auch Klavier und Orgel zu spielen gelehrt. Auch hier gab er täglich kostenlosen Unterricht. Sein Pfarrhaus in Einsbach war immer offen für die Klavierschüler. „Wir konnten zum Üben ein- und ausgehen“, erinnert sich Schwarzmann. „Nur an Karfreitag durfte keine Musik gespielt werden. Da musste sogar das Radio aus bleiben.“

Als Pfarrer war Alfons Mühlhuber durchaus konservativ und bekannt für seine leidenschaftlichen, manchmal auch lauten Predigten. Besonders viel Wert legte er natürlich auch bei den Gottesdiensten auf eine feierliche, musikalische Gestaltung. „Er hat sogar auf eigene Kosten Aushilfspfarrer engagiert, damit er bei schwierigen lateinischen Messen den Chor dirigieren konnte“, berichtet Birgit Schwarzmann.

Auch Streicher für Orchestermessen bezahlte er aus eigener Tasche. Umso größer war der Schock in der Pfarrgemeinde, als Pfarrer Alfons Mühlhuber im Sommer 1988 seinen Abschied verkündete. Er hatte eine Pfarrstelle angeboten bekommen, die näher an seiner Heimat war. „Es sind Tränen geflossen, keiner wusste wie und ob es weiter geht“, erinnert sich Birgit Schwarzmann.

Doch es ging weiter: Schwarzmann machte den Dirigierkurs und übernahm die Blaskapelle Einsbach, die Blaskapelle Sittenbach führten Rainer Hernek und Peter Lachner fort. Auch die Kirchenchöre gibt es noch immer. So hat Pfarrer Alfons Mühlhubers Vermächtnis bis heute Bestand im Pfarrverband Odelzhausen.

Nachdem er am 27. August 2008 im Klosterstift St. Veith in Haag in Oberbayern (Kreis Mühldorf am Inn) im Alter von 82 Jahren verstorben war, fuhr sogar eine Delegation zur Beerdigung, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

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