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Das wichtigste Zeugnis ihrer Schulzeit bekamen Jonas Hellberg (l.) und die anderen Abiturienten des Indersdorfer Gymnasiums von Schulleiter Thomas Höhenleitner.

Abiturfeier am JEG

„Wir sind mehr als nur unsere Noten“

Abiturientin Sophia Biller trug bei der Abschlussfeier am Indersdorfer Gymnasium einen Appell an ihre Lehrer vor. Danach gab es stehende Ovationen.

Indersdorf – Es war ein Appell an ihre Lehrer, den die Abiturientin Sophia Biller vom Indersdorfer Gymnasium für ihre Mitschüler bei der Verabschiedungsfeier vortrug: „Wir wollen nicht, dass der Wert der Person von den Noten abhängt. Das können wir nicht vertreten“, sagte Biller, die mit einer Abinote von 1,0 selbst Jahrgangsbeste ist. Lehrer sehen oftmals nur die die Leistungen ihrer Schüler – und nicht deren Persönlichkeit. 

Stehende Ovationen für die Lehrer

Trotzdem bedankte sie sich im Namen des Jahrgangs bei den Lehrern: Danach waren für etwa eine Minute schwere Schulaufgaben und viele Hausaufgaben in den vergangenen acht Jahren vergessen: Von den 119 Abiturienten gab es stehende Ovationen für ihre Lehrer.

Für ihren großen Tag hatten sich die Absolventen fein herausgeputzt: Mit Abendkleid und Pumps, Anzug und Krawatte, aber auch Lederhosen oder Dirndl saßen sie bei der Zeugnisvergabe in der Aula. An ihrer Seite: rund 300 Freunde, Eltern, Geschwister und Großeltern, die sie auf ihrem Weg zum Abitur begleitet haben.

Ruhs: „Eltern werden sich immer Sorgen machen“

Bei der Feier bekamen sie einige Ratschläge für ihren neuen Lebensabschnitt, zum Beispiel von Martina Ruhs, Vorsitzende des Elternbeirats. Sie warb um Verständnis für die immer besorgten Eltern: „Das wird sich nie ändern.“ Im Hinblick auf die bevorstehende Studentenzeit sagte sie: „Aber es ist doch auch ein gutes Gefühl ein Zuhause zu haben, wo der Kühlschrank gut gefüllt ist.“ 

Landrat Stefan Löwl ermunterte die Absolventen dazu, sich in der Gesellschaft einzubringen, zum Beispiel mit einem Ehrenamt. Mit dem Abitur habe auch ein neuer Lebenabschnitt begonnen: „Nutzen Sie Ihre Chancen und gehen Sie in die Welt hinaus.“

Für Rektor Höhenleitner ist die Welt aus den Fugen geraten

Schulleiter Thomas Höhenleitner warnte hingegen: „Mit einem Abitur im Wunderland hat das wenig zu tun.“ Die Welt sei aus den Fugen geraten – der Konflikt im Nahen Osten, Raketentests in Nordkorea und Millionen von Menschen auf der Flucht: „Unsere Aufgabe ist es, die Welt besser zu machen.“

Danach hatten die Abiturienten endlich ihren großen Auftritt: Von Rektor Höhenleitner bekamen sie ihr Abiturzeugnis. Dabei lief ein Teil ihres selbstgewähltes Lieblingslieds wie „Malle Ole ola“, „It’s gonna be okay“ oder „So jung kemma nimma zam“. 

Hinter den Abiturienten waren zwei Bilder aus Gegenwart und Kindheit zu sehen – schließlich zählen nicht nur Noten, sondern auch die Person dahinter.

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