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Besonderer Blickfang: Die Harley Beiwagen-Maschine, Baujahr 1927, von Sepp Birkl aus Obermauerbach.

Oldtimerfest Hirschenhausen

Von der Liebe zum Kultgefährt

Hirschenhausen ist eine Oldtimer-Hochburg: Das zeigte sich beim Oldtimerfest am Wochenende. Rund 2000 Liebhaber von kultigen Gefährten aus allen Himmelsrichtungen strömten in den Ort.

Hirschenhausen – Sie sind nicht aus Zucker. Das haben die 250 Bulldogfahrer bewiesen, die auf größtenteils uralten Traktoren bis zu zwei Stunden zum Oldtimerfest in Hirschenhausen fuhren, um ihr geliebtes Gefährt den rund 2000 Besuchern zu präsentieren. 

Als gegen Sonntagmittag der Regen endlich aufhörte, atmeten die Veranstalter, die „Oldtimerfreunde Hirschenhausen“, auf. Denn es dauerte danach nicht lange, bis ein weiterer Besucherstrom zum Ausstellungsgelände stürmte.

Rund hundert Motorradfahrer präsentieren ihre Schmuckstücke

Dem Vorsitzenden der Oldtimerfreunde, Helmut Hecht war bewusst, dass wegen des Wetters weniger Motorradfahrer kommen würden. Doch er zeigte sich auch mit den rund hundert Schnauferlfahrern auf zwei Rädern zufrieden. 

Eine echte Rarität unter den zur Schau gestellten Motorrädern: Die Harley Davidson JD 1200, die der 77-jährige Sepp Birkl aus Obermauerbach steuerte. Die Beiwagen-Maschine, Baujahr 1927, wird von Birkl liebevoll gepflegt. Zwanzig Jahre besitzt er sie schon und noch nie hat sie ihn bei Ausfahrten in Stich gelassen – auch nicht bei seinen alljährlichen Bergrennen in Südtirol.

Auch BMW-, Zündapp- und NSU-Modelle aus der Vor- und Nachkriegszeit gab es beim Oldtimerfest zu sehen. Selbst russische Militärmaschinen konnten die Besucher sich dabei näher anschauen. Zu den kleinsten Zweirädern bei der Ausstellung zählte zweifelsohne ein 1954 hergestelltes Fahrrad mit Hilfsmotor vom Hersteller „Triumph“, das einst „Knirps“ genannt wurde.

Raritäten unter ausgestellten Cabrios

Bei den vielen Automobilen blieben die Cabrios wegen des Regens bis Mittag geschlossen: Doch auch hier versteckten sich viele Raritäten, wie der Messerschmitt-Tiger TG 500. Der Kfz-Meister Walter Löfflmann aus Kühbach steuerte das 1958 hergestellte Mini-Auto, das einst ein Rennfahrzeug von Fendt war. Auf dem Beifahrersitz saß seine Frau Irmi. Der vom Werk frisierte Motor leistet immerhin 30 PS. Löfflmann hat das Unikat komplett überholt.

Auch Artur Loquai aus Pöttmes ist ein Oldtimer-Liebhaber: Er besitzt ein Automobil aus der Wirtschaftswunderzeit, einen Lloyd Alexander TS. Das Mittelstandsfahrzeug, Baujahr 1960, mit 25 PS ist mit einem vielsagenden Aufkleber versehen: „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“. Gekauft hatte Loquai, der ein privates Fahrradmuseum in Pöttmes betreibt, den Wagen von einem Karosseriebaumeister aus Memmingen. Obwohl das Fahrzeug schon 57 Jahre alt ist, fährt es laut Loquai zum größten Teil noch mit Original-Neuteilen.

Bei den Bulldogs wiederum gab es eine große Bandbreite von Modellen bis zum Baujahr 1960 zu bewundern. Da durfte auch ein uralter, eisenbereifter Lanz nicht fehlen. 

Auch eine Hanomag-Raupe, die zwar nicht mehr fährt, wurde als Rarität ausgestellt. Andreas Löffler aus Karlshuld war mit seinem 22 PS-starken Kramer-Traktor vertreten, der 1953 die Werkstore verlassen hat. MAN hat früher bekanntlich auch Traktoren gebaut, und so gab es viele solcher Traktoren zu sehen.

Eine Riesengaudi war der Besuch des Oldtimerfestes auch für Michael Rauscher, Michael Schweiger, Martin Helfer und Mathias Ostermair. Das Quartett fuhr vom Tanderner Bauwagen mit einem 1955 hergestellten 19er-Eicher bequem nach Hirschenhausen, indem sie eine alte Couch auf das Brückerl des kleinen Bulldogs stellten.

Teilemarkt für Tüftler

Auch für den Hunger war beim Oldtimertreffen in Hirschenhausen gesorgt: Viele Besucher bedienten sich bei der vereinseigenen Festküche. Heuer gab es erstmals auch ein Kaffee- und Kuchenzelt. Für die Kinder gab es außerdem eine Minitruck-Vorführung und eine Hüpfburg zum Austoben. Von Tüftlern umlagert, war der Teilemarkt: Blinklichter, Dichtungen und die unterschiedlichsten Lämpchen wechselten hier die Besitzer.

Von Josef Ostermair

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