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Sogar bei den Eltern gab’s Widerstand: Gerda Hasselfeldt (mit Mikrofon) erzählte von ihrer Jugend und ihren ersten Tagen in der Politik. Rechts Gertrud Schmidt-Podolsky, links Altlandrat Hansjörg Christmann. 

30 Jahre Frauenunion Dachau

Von wegen Bastel-Treff

Die Dachauer Fraununion wurde vor 30 Jahren gegründet. In den Anfangsjahren mussten die CSU-Damen in der von Männern dominierten Politikwelt mit allerlei Vorurteilen leben. Sie nahmen den Kampf gegen Widerstände auf und können sich manchen Erfolg auf die Fahnen schreiben.

Dachau – „Ich weiß, damals, das war nicht einfach, und ich weiß, ich muss genau aufpassen, was ich jetzt erzähle!“ Im Café Zaunkönig war Altlandrat Hansjörg Christmann unter den rund 40 Anwesenden einer von sehr wenigen Männern. Aber um die ging es auch nicht. Es ging um die Frauen. Der Ortsverband Dachau der Frauenunion feierte 30-jähriges Bestehen.

Er habe damals gewusst, dass es eine Frauenunion brauche, sagte Christmann. Doch so einfach sei es nicht gewesen, gab er zu. Frauen waren in der Politik und vor allem in der konservativen CSU damals kaum präsent.

Das wusste auch Gertrud Schmidt-Podolsky. Die Stadträtin gründete zunächst den FU-Kreisverband, im Anschluss die Frauenunion Schwabhausen und letztlich im Mai 1987 auch den Ortsverband Dachau. Sie erinnerte sich: „So etwas wie Karriere gab es für Frauen damals nicht. An Kinderbetreuungsplätzen gab es ein großes Defizit.“ Vor allem in Schwabhausen, weshalb sich dort zuerst eine Ortsgruppe bildete.

Angefangen habe der Ortsverband Dachau mit 58 Mitgliedern, 38 von ihnen waren CSU-Mitglieder. Bei der Gründung erklärte Schmidt-Podolsky: „Man darf von uns nicht erwarten, dass wir uns zum Basteln treffen.“

Das taten die Damen auch nicht. Statt zum Basteln trafen sie sich zum Diskutieren. Seitdem hat die Frauenunion vieles durchgesetzt. Vor allem haben sie viel Kraft in den Bau von Kindergarten-, Kindertages- und Hortplätzen gesteckt, lobte Christmann.

Elisabeth Zimmermann, langjährige Ortsvorsitzende, konnte wegen ihres Urlaubs nicht zum Geburtstagsfest kommen. Doch sie hinterließ in ihrem Grußwort folgende Zeilen: „Ich habe festgestellt, es wurde eine ganze Reihe unserer Forderungen umgesetzt. Andere wiederum – wie Ganztagsschule, Horte oder bezahlbarer Wohnraum für Familien, aber auch Altenpflege und soziale Dienste – sind nach wie vor sehr aktuell.“ Dies sind Bereiche, auf die die Frauenunion ihren Fokus legen will.

Gerda Hasselfeldt, die sich nach 30 Jahren aus dem Bundestag zurückziehen wird, nahm sich bei dieser Gelegenheit Zeit, etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. Sie erzählte von ihrer Jugend im Wirtshaus der Eltern, von ihrer Schulzeit, in der sie „einfach nur nicht durchfallen wollte“ und überraschend zur Schulsprecherin gewählt wurde. Später dann der Balanceakt zwischen Beruf, Politik und Familie. Denn aufgrund ihrer politischen Ämter kümmerte sich ihr erster Mann um ihre beiden Kinder, was damals noch recht außergewöhnlich war.

Gerda Hasselfeldt bestätigte, wie Frauen mit Vorurteilen zu kämpfen hatten und sie sogar ihren Eltern beweisen musste, was sie als Frau alles schaffen konnte. Auch Schmidt-Podolsky erinnerte sich an den Kampf der Emanzipation. „Wir Frauen mussten oft in der eigenen Partei Oppositionen bilden.“

Heute nennt Christmann die Frauenunion sowie die Junge Union sogar die „Hauptsäulen der CSU“.

Miriam Kohr

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