+
Nach dem Raubüberfall suchte die Kripo die Umgebung des Tatorts in Dachau-Süd mit Hunden ab.

36-Jähriger hat auch schon Apotheke in Karlsfeld überfallen

Brutaler Überfall auf Rentner aufgeklärt

  • schließen

Dachau - Zweieinhalb Monate nach dem brutalen Überfall auf einen Rentner in Dachau-Süd hat die Polizei den Tatverdächtigen ermittelt – und siehe da: Der 36-jährige Bulgare sitzt bereits dort, wo er hingehört – in Untersuchungshaft. Weil er im August die Apotheke in Karlsfeld überfallen hat. Und das ist noch längst nicht alles.

Der brutale Überfall auf einen 75-jährigen Rentner in seinem Haus in Dachau-Süd ist aufgeklärt: Ein 36-jähriger Bulgare wurde als Tatverdächtiger ermittelt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord gestern mitteilte. Der mutmaßliche Täter dürfte laut Polizei auch für eine Reihe von Einbrüchen verantwortlich sein. Dass der Mann sich bereits in Untersuchungshaft befindet, ist wohl einem mutigen Passanten zu verdanken: Der hatte ihn nach dem Überfall auf die Apotheke in Karlsfeld im August überwältigt (wir berichteten). 

Aber der Reihe nach. Der Überfall auf den Rentner am 14. Juli in Dachau-Süd war besonders brutal. Der Täter hatte damals gegen 2.20 Uhr mit einem Stein ein Loch in die Scheibe der Terrassentür des Wohnhauses in der Hermann-Stockmann-Straße geschlagen. Der Hauseigentümer schlief zu diesem Zeitpunkt. Bis der Täter ihn weckte und mit vorgehaltenem Messer durchs Haus dirigierte. Er schlug dem Überfallenen mehrmals mit dem Griff des Messers gegen den Kopf und zwang ihn, im Haus befindliche Wertgegenstände herauszugeben. Mit mehreren hundert Euro in der Tasche suchte er das Weite – und ließ einen traumatisierten Hausbesitzer zurück. Der Rentner verständigte zuerst die Seniorenbetreuung, danach wurde die Polizei alarmiert. 

Der 75-Jährige wurde bei dem brutalen Überfall glücklicherweise nur leicht verletzt. Eine Sofortfahndung der Polizei auch mit Hunden verlief ohne Ergebnis. Entscheidend für die Aufklärung war die akribische Tatortarbeit der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, so Polizeisprecher Peter Grießer. Hier sicherten die Beamten eine Individualspur. Es handelt sich um eine DNA-Spur, also Hautpartikel, Haare oder ähnliches. Diese konnte, nach entsprechendem Abgleich, zweifelsfrei dem 36-jährigen Bulgaren zugeordnet werden. 

„Der Aufenthaltsort des Verdächtigen war kein großes Geheimnis“, so Grießer. Der sitzt nämlich seit 9. August in Untersuchungshaft. An diesem Tag hatte der Mann einen Raubüberfall auf eine Apotheke in Karlsfeld verübt und war auf der Flucht von einem couragierten Passanten und zwei Apothekerinnen überwältigt und festgehalten worden – obwohl der Täter noch ein Messer zückte. Schließlich nahm die Polizei ihn fest. „Aufgrund des Apothekenüberfalls wurde er erkennungsdienstlich behandelt“, erklärt Grießer. Sprich der 36-Jährige musste Fingerabdrücke und DNA-Abstrich abgeben. 

Doch abgesehen von diesen beiden Raubtaten gehen wohl noch eine Reihe weiterer Einbrüche in Dachau auf das Konto des 36-Jährigen, so die Polizei. Derzeit gehen die Ermittler der Kripo Fürstenfeldbruck davon aus, dass mindestens drei am 14. Juli im Dachauer Stadtgebiet verübte Wohnhauseinbrüche auch ihm zugeschrieben werden: in der Kleiststraße, in der Eduard-Ziegler-Straße und in der Ludwig-Richter-Straße. „In allen Fällen blieben die Einbrüche jedoch im Versuchsstadium“, so der Polizeisprecher. Die Vernehmung des Tatverdächtigen steht noch aus, wie Grießer mitteilte. Sicher ist aber, dass eine umfangreiche Anklage gegen den 36-jährigen Bulgaren erhoben wird.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer noch fehlen Hortplätze
Hort, Mittagsbetreuung oder Ganztagsklasse – im Familienausschuss gingen die Meinungen auseinander, was das Beste ist. Fest steht nur: Es stehen 60 Kinder auf der …
Immer noch fehlen Hortplätze
Emil Jonathan aus Dachau
Emil Jonathan, genannt „Krümel“, ist das dritte Kind von Irmela und Jürgen Bobinger. Auf den Spitznamen sind wohl die älteren Geschwister gekommen: Ida Helene und Linus …
Emil Jonathan aus Dachau
Vatertag extrem: Betrunkener Erdweger muss dreimal zur Blutprobe
Ein Erdweger Familienvater (53) hat am Vatertag dreimal die Polizei-Kelle vor der Nase gehabt - einmal saß er völlig betrunken im Mercedes, zweimal im Jaguar. Die ganze …
Vatertag extrem: Betrunkener Erdweger muss dreimal zur Blutprobe
Rund 5000 Haushalte ohne Strom
Viele Leute in Indersdorf, Röhrmoos, Hebertshausen und Vierkirchen saßen heute Morgen im Dunkeln. Der Grund war ein großflächiger Stromausfall im Landkreis. 
Rund 5000 Haushalte ohne Strom

Kommentare