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Da feierte noch das ganze ITG: Beim Abistreich vor zwei Jahren ließen alle Schüler im Hof Luftballons in den Himmel steigen. foto: mh

Abistreich gestrichen: Schule droht mit Konsequenzen

Dachau - Am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium wird es keinen Abistreich geben. Die Schulleitung hat ihn unter Androhung von Strafe verboten - mit folgender Begründung:

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„Abidas - impossible is nothing“, unmöglich ist nichts: So lautet das Abimotto am Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG) in diesem Jahr. Leider haben sich die Abiturienten getäuscht: Der Abistreich ist unmöglich. Er wurde von Schulleiter Erwin Lenz gestrichen. Über dieses Verbot sind die Schüler des Abi-Jahrgangs entsetzt und enttäuscht. Wenn sie sich dem Verbot widersetzen, droht die Schulleitung mit Konsequenzen. Und weil sie Angst haben vor weiteren Folgen, möchten sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

Kein Abistreich am Taschner: Das sagen die Betroffenen

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Der stellvertretende Schulleiter des ITG, Peter Schötz, bestätigt die angedrohten Konsequenzen: „Die Abiturientenverabschiedung könnte ausfallen. Dann werden die Zeugnisse einfach per Post geschickt.“

Ein Abistreich ist an den Gymnasien ein Ritual rund um das Abitur. Nach den Prüfungen legen die Absolventen einen Tag lang den Unterricht lahm, lassen sich Spiele und Prüfungen für ihre Lehrer einfallen und feiern ihre bestandene Reifeprüfung mit der ganzen Schule. Ein Elternbrief informiert vorab über den Zeitraum, in dem der Abistreich stattfindet.

Für die Schulleitung des ITG ist der Abischerz jedoch kein Scherz mehr: „In den letzten Jahren ist zuviel vorgefallen: ein Armbruch bei einem Lehrer und verstauchte Füße, auch massiver Alkoholkonsum“, so Schötz. Nach Alkoholexzessen und Randalen am ITG im Jahr 2007 kam erstmals die Diskussion auf, den Abistreich zu unterbinden. Umso mehr gaben sich die nachfolgenden Jahrgänge Mühe, keinen Anlass dafür zu geben, das Jugendritual in Frage zu stellen. Doch laut Schötz gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Eltern jüngerer Schüler, „dass ihre Kinder an der Schule festgehalten werden und nicht nach Hause können“.

Wie am ITG dieser Tag heuer aussehen wird, ist noch ungewiss. Der Vorschlag der Schulleitung ist „ein geselliges Beisammensein zwischen Lehrern und den Abiturienten“, so Peter Schötz. „Sollten auf dieser Feier Lehrer in Spiele involviert werden, muss vorab um Erlaubnis gefragt werden.“ Die Schüler erklären: „Wir dürfen die Lehrer nicht bloßstellen und beispielsweise einen Deutschlehrer ein Gedicht aus dem Stand aufsagen lassen.“ Sie überlegen, den Kompromiss des geselligen Beisammenseins auszuschlagen.

Dr. Kurt Stecher, Schulleiter des Josef-Effner-Gymnasiums, kann Probleme rund um den Abistreich an seiner Schule nicht bestätigen: „Einzelne wissen mal nicht, wie sie sich zu verhalten haben. Aber bisher mussten wir nicht darüber nachdenken, den Abistreich ausfallen zu lassen.“ Bei gravierenden Probleme müssten aber Schulleitungen über Konsequenzen nachdenken. „Die Schüler besprechen den Tag vorab mit der Schulleitung. Termin und Lehreraufsicht müssen geklärt werden,“ erklärt Stecher.

Das hatten auch die Absolventen des ITG vor. Sie suchten das Gespräch mit Schulleiter Erwin Lenz. „Aber er hat uns einen Abistreich untersagt.“ Sollten sich die Schüler dagegen widersetzten, würde die feierliche Zeugnisverleihung am 29. Juni womöglich nicht stattfinden. Der wohl schönste Tag für einen Abiturienten würde ihnen verwehrt bleiben.

Rosi Seifert

Inzwischen hat sich eine Facebook-Gruppe gegründet, die über Alternativen zum Abistreich diskutiert - mit wachsendem Zulauf.

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