Absage für Photovoltaik entlang der A 8

Sulzemoos - Der Gemeinderat von Sulzemoos hat in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag zur Errichtung von Photovoltaikanlagen entlang der Autobahn A 8 eine klare Absage erteilt.

Die Sulzemooser Räte erachten die Flächen, die in der Gemeinde für diesen Zweck bereits ausgewiesen sind, als ausreichend.

Durch eine gesetzliche Neuregelung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) wurde die Förderung von Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen eingestellt. Bezuschusst werden solche Anlagen auf freiem Gelände nur noch entlang von „vorbelasteten Standorten“. Dazu zählen Bahnlinien, stillgelegte Deponien, ehemalige Kiesgruben oder - wie im Fall der Gemeinde Sulzemoos - Autobahnen. Gefördert werden bei Autobahnen nur Anlagen auf Flächen, die höchstens 110 Meter von der Fahrbahnkante entfernt sind. Zudem gilt nach dem Fernstraßengesetz an Autobahnen ein Verbot der Errichtung von Hochbauten im Abstand von 40 Metern, sodass letztlich ein maximal 70 Meter breiter Korridor auf beiden Seiten der Autobahn bezuschusst wird. Durch spezielle Festsetzungen im Bebauungsplan kann das 40-Meter-Verbot aber aufgehoben werden.

Der Gemeinderat befasste sich mit dem Antrag einer Firma, die diese bestehende Rechtslage nutzt und geeignete Flächen neben der Autobahn zur Errichtung von Photovoltaikanlagen akquiriert, entsprechende Pachtverträge abschließt und sie dann weiterverkauft. Dazu hatte die Firma fast alle Grundstückseigentümer entlang der A8 angeschrieben und versucht, sie für das Vorhaben zu gewinnen. Die Anlagen wären im Bereich Sulzemoos und Wiedenzhausen geplant gewesen.

Bürgermeister Gerhard Hainzinger erklärte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass die Gemeinde Sulzemoos bereits vor einigen Jahren ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung des gesamten Gemeindegebietes nach geeigneten Flächen für Photovoltaikanlagen beauftragt hatte.

Auf Grundlage dieses Gutachtens legte der Gemeinderat anhand bestimmter Kriterien geeignete Standorte im Flächennutzungsplan fest. Die beantragten Flächen zählen aufgrund ihrer exponierten Lage allerdings nicht dazu, da sie von außen zu sehr einsehbar sind.

Hainzinger sagte weiter, dass das Ingenieurbüro davon abgeraten habe, an den bestehenden Festlegungen etwas zu ändern, da ansonsten damit zu rechnen sei, dass noch weitere Anträge folgen. Die Autobahn verlaufe schließlich zwischen Odelzhausen und Sulzemoos durch das ganze Gemeindegebiet.

„Ich würde empfehlen, dass wir bei dem Gutachten bleiben und die Flächen nicht aufnehmen“, sagte der Gemeindechef. Die Sulzemooser Gemeinderäte teilten die Meinung von Gerhard Hainzinger und lehnten den Antrag einstimmig ab.

cst

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