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Musik war sein Lebenselixier – mit Musik haben sich die Karlsfelder von ihm verabschiedet. sch

Abschied von Dr. Klaus Haller

Karlsfeld - Viele Gemeindemitglieder, Freunde und Wegbegleiter des beliebten Karlsfelders Dr. Klaus Haller haben ihm bei einer feierlichen Begräbnismesse die letzte Ehre erwiesen.

Die Wortbeiträge würdigten seine weitreichenden Verdienste als Musikwissenschaftler, Kirchenmusiker, Chorleiter, Komponist und Regisseur. Pfarrer Johann Löb brachte seine Bestürzung über den plötzlichen Tod des rührigen Gemeindemitgliedes zum Ausdruck, das sich nicht nur im Bereich der Musik in der Pfarrei einbrachte, sondern auch Pfarrbriefe und Festschriften verfasste und sich für die Anschaffung einer neuen Orgel einsetzte, die er vorne platzierte, damit der Chor in die Feier eingebunden ist.

„Wir sind dankbar für Vieles, das er für die Pfarrei getan hat. Er wird uns sehr abgehen“, sagte der Seelsorger. Er zeichnete auch Klaus Hallers Werdegang nach, der 1939 in Gablonz an der Neiße geboren wurde und 1960 nach Karlsfeld kam. In München hat er Musik- und Religionswissenschaften sowie Kunstgeschichte studiert. Mit seiner Frau Ingrid bekam er drei Kinder, Markus, Martina und Tobias.

Unter Tränen berichtete Tochter Martina Haller über den Tod des Vaters, der plötzlich ohnmächtig wurde und im Krankenhaus nicht mehr aus dem Koma aufgewacht ist. Ein Aneurysma hatte sein Gehirn schwer geschädigt. Der Bitte um eine Nierenspende sei die Familie gerne nachgekommen, so die Tochter.

Vielen Karlsfeldern dürfte nicht bewusst gewesen sein, wie rührig Klaus Haller auf verschiedenen Gebieten war. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Leiter der Katalogabteilung in der Bayerischen Staatsbibliothek hat er in der Freizeit 600 Chorsätze komponiert, mehrere Messen geschrieben, darunter die Cäcilienmesse für Orff-Instrumente. Er musizierte und sang und pflegte die bayerische Volksmusik. So gründete er den Karlsfelder Dreigesang und führte das Adventssingen ein.

Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek Dr. Rolf Griebel sprach über Hallers beruflichen Werdegang, den er 1972 als Dozent an der Bibliotheksschule begann und ab 1981 mit der Einführung eines modernen Katalogisierungssystems krönte. Dieses Erschließungssystem bedeutete einen „Quantensprung für die Nutzer“, so Griebel, und gilt seitdem für alle deutschen Bibliotheken.

Haller verfasste Lehrbücher, dozierte und war auch im Ruhestand der Staatsbibliothek ehrenamtlich verbunden. Wolfgang Henkel von der Theatergruppe Altomünster sprach über Hallers Tätigkeit als Regisseur. 1982 entdeckte dieser über das Interesse an historischen Schriften und den Kontakt zu Prof. Wilhelm Liebhart Altomünster als Ort für geistliche Schauspiele, wie Birgitten- und Passionsspiele, für die er die Musik schrieb und in denen er sogar Regie führte. Zuletzt führte er 1995 mit der neu gegründeten Theatergruppe das Stück „Elisabeth von Thüringen“ auf.

„Klaus infizierte uns mit seiner Begeisterung, seinem Engagement und Intellekt“, sagte Wolfgang Henkel. Dass die Musik für ein Klaus Haller Lebenselixier war, machte die Gestaltung des Gottesdienstes deutlich. Die Kirchenchöre von St. Josef und der Dachauer Pfarrei St. Jakob sangen feinsinnige Werke aus seiner Feder, wie die „Ewige Ruhe“ und das „Postludium 9“. Hans Obermeier aus St. Anna spielte die Orgel.

Hallers Volksmusikfreunde, der Haberer Zweigesang aus Altomünster und die Dachauer Schlossbergmusi stimmten traditionelles Liedgut an. Die vielen Trauernden erinnerten sich dabei an Klaus Hallers tiefe Überzeugung: „Viele Wege führen zu Gott. Einer über die Tonleiter.“

(sch)

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