Abschießen oder einfangen?

Inhausermoos - Ein Biber, der die Straßen kaputt macht, muss weg. Da ist man sich im Inhausermoos einig. Nur wie? Abschießen oder einfangen, hier gehen die Meinungen auseinander.

Für einige Aufregung sorgte eine Biberfamilie im Inhausermoos. Im Bereich des Massovkanals am Kanalweg haben sich die Nager ein Winterquartier unter der Straße eingerichtet. Vorletzte Woche klaffte ein riesiges Erdloch auf der Sackgasse zu vier Wohnhäusern.

Die Gemeinde Haimhausen als verantwortliche Behörde für die Sicherheit der nicht asphaltierten Straße beseitigte den Schaden und beantragte eine Abschussgenehmigung der Biber in diesem Bereich. Diese wurde am 12 . November befristet bis zum 15. März 2013 vom Landratsamt Dachau erteilt und der zuständige Jäger wurde mit dem Abschuß behördlich beauftragt. Alarmiert durch die Bekanntgabe der Antragstellung in der vergangenen Gemeinderatssitzung nahm die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Goldfuß mit ihrem Ehemann die Biberschäden am Kanalweg in Augenschein und forderte eine Alternative zum Abschuß.

„Man kann die Tieren einfangen und absiedeln. Das ist durchaus schon praktiziert worden“, meinte die Goldfuß entschlossen. Bürgermeister Peter Felbermeier sah mit dem Antrag zur Abschußgenehmigung die einzig sofort wirksame Möglichkeit, die Straße gegen eine Durchbruchgefahr durch Biberbauten zu sichern, da die Tiere ihr unterirdisches Kanalsystem weitergraben. „Wir haben als Gemeinde die Verpflichtung für die Sicherheit unserer Straßen zu sorgen. Wenn ein solches Loch nicht rechtzeitig erkannt wird, kann ein Fahrzeug bei schlechter Sicht einbrechen. In einem solchen Fall wäre die Gemeinde in der Haftung. Es könnten dabei nicht nur Sachschäden entstehen, sondern auch Personen ernsthaft verletzt werden.“ Für das Landratsamt ist die Erteilung einer Abschußgenehmigung für Biber inzwischen kein Neuland mehr. „Seit etwa zwei Jahren kommen Gemeinden, Betreiber von Gäranlagen, Fischereivereine oder Wasserverbände aufgrund von Biberschäden auf uns zu. Immer wieder müssen wir leider die Genehmigung erteilen, da die angerichteten Schäden enorm sind“, erklärte Alexander Wolfseder vom Landratsamt Dachau. „Die Aktivitäten der Biber am Massovkanal verursachen eine erhebliche Gefährdung des Straßenverkehrs und der Verkehrsteilnehmer von und zu den dortigen Anwesen. Diese Gefährdung ist zumindest kurzfristig nicht mit zumutbaren Präventions- oder Schutzmaßnahmen zu verhindern.“ Bereits im letzten Jahr war das Problem an dieser Stelle aufgetreten und es gab auch schon damals eine befristete Abschussgenehmigung. Doch die Biber sind schlau und lernen schnell. So konnte im vergangenen Jahr keiner erlegt werden. Ein anderes Problem zeigte, dass eventuell jemand die Biberbeseitigung selbst in die Hand genommen hat. Auf ihrer Besichtigungstour entdeckte das Ehepaar Goldfuß verstreutes Korn mit blauen Bröseln dazwischen. Die alarmierte Polizei entnahm Proben und die Gemeinde ließ das Korn beseitigen. Die Proben werden noch untersucht.

„Falls es sich um Gift handelt, ist noch nicht klar, ob das auf die Biber gezielt war. Es könnte auch gegen Ratten oder anderes Ungeziefer gestreut worden sein. Tatsache ist, dass die Form der Ausbringung je nach Substanz mindestens ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist“, erklärte die Polizeidienststelle in Dachau.

(sh)

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