Neuer Jugendwart: Kommandant Andreas Seidenberger (links) stellt Jürgen Hillesheim vor. Foto: OSTermair

Bei acht Einsätzen nichts zu löschen

Sigmertshausen - Brandmelder für Neugeborene und jugendtaugliche Aktionen sollen den Nachwuchs der Feuerwehr sichern. Aber: Nicht alle Bürger würdigen das Ehrenamt.

Die Sigmertshausener Feuerwehr wirbt um Nachwuchs: Die Aktion „Brandmelder“ kommt gut an bei den jungen Familien im Ort, berichtete 1. Kommandant Andreas Seidenberger bei der Jahresversammlung: Sechs Neugeborenen erhielten 2012 von der Feuerwehr kostenlos einen Brandmelder, und die Aktion soll weitergehen. Nicht nur um Brände in den Wohnhäusern von Sigmertshausen zu verhindern, sondern auch um Werbung für den Feuerwehrdienst machen.

Freilich könne man nicht damit rechnen, dass die neuen Erdenbürger schon bald der Feuerwehr angehören, aber bei den Familien erreiche man eine durchwegs positive Reaktion. Um bereits jetzt neue Dienstleistende aufnehmen zu können, appellierte Seidenberger an seine Kameraden, kräftig die Werbetrommel zu rühren. Einer, der sich erst vor kurzem für den Feuerwehrdienst entschieden hat, ist Christoph Geißler. So verfügt Sigmertshausen nun über 33 Aktive und drei Jugendliche. Als neuen 1. Jugendwart stellte Seidenberger der Versammlung Jürgen Hillesheim vor. Er löst Christian Wallner ab, der sich ins zweite Glied zurückzieht.

Wie Hillesheim in seinem Bericht ausführte, will man die Jugend auch mit Aktionen und Veranstaltungen bei der Stange halten, die nichts mit Einsätzen und Übungen zu tun haben. Die zwei Ausflüge im vergangenen Jahr seien gut angekommen. Für heuer ist in Röhrmoos ein großes Fußball-Turnier für die Florianjünger geplant. Die Jugend wird auch ein Kegelturnier veranstalten und eine Großübung mit anderen Jugend-Wehren durchführen.

Seidenberger warf die Frage nach der Gesellschaftsfähigkeit der Feuerwehr auf. Es gebe Bürgerinnen und Bürger, die von „Idioten der Feuerwehr“ sprechen, wenn sie durch das Martinshorn aus dem Schlaf gerissen werden.

Konträr dazu belege die jüngste Forsa-Umfrage höchstes Ansehen des Feuerwehrmannes bei der Bevölkerung, während Politiker ziemlich am Ende der Tabelle rangieren. Seidenberger sagte: Feuerwehrler könnten sicher sein, dass sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten.

Er ist stolz, dass es 2012 keinen einzigen Austritt gegeben hat und mit Markus Renkl und Josef Fuska zwei Feuerwehr-Ersthelfer ausgebildet wurden. Den Erste-Hilfe-Kurs haben zwölf Feuerwehrler absolviert und auch für den Kettensägen-Lehrgang war die Resonanz groß.

Unter den acht Einsätzengab es nichts zu löschen für die Wehr. Immer mehr wird die Feuerwehr für technische Hilfeleistung gebraucht - und zum Absichern, wie bei zwei Martinsumzügen. Bei den zwölf Übungen mit gesamt 150 Stunden lag das Augenmerk darauf, dass die Grundtätigkeiten sitzen, „denn es kann nicht sein, dass einer zu Einsätzen mitfährt, der erst suchen muß, wo das Strahlrohr ist“. (ost)

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