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Festlich und erhaben ließ Solo-Trompeter Matthias Seitz sein Instrument erklingen. Das Sinfonieorchester untermalte das Werk mit seiner schönsten Klangfülle.

Ein musikalisches Schneegestöber

Adventskonzert des Sinfonieorchesters

Karlsfeld - Beim Adventskonzert des Karlsfelder Sinfonieorchesters war für jeden Geschmack etwas dabei. Am Ende wurde es sogar richtig winterlich.

Ein buntes, abwechslungsreiches Programm und zwei hervorragende Solisten: Das machte das Adventskonzert des Karlsfelder Sinfonieorchesters aus. Im großen Festsaal im Bürgerhaus spielten die rund 30 Musiker des vor 24 Jahren gegründeten Ensembles unter der musikalischen Leitung von Bernhard Koch.

Das Ensemble eröffnete den Abend mit der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Der Schauspieldirektor“. Dieses Werk war mit festlichen Paukenschlägen und spritzig-lockerer Stimmung für den Einstieg passend ausgewählt. Im „forte“ hätten sich die Streicher bei diesem gelungenen Auftakt ruhig etwas mehr trauen können, sie spielten zuweilen etwas zögerlich.

Nun folgte das Konzert in G-Dur für Viola und Orchester von Georg Philipp Telemann, Solistin war die Münchner Bratschistin Miriam Peter. Im schlichten blauen Kleid mit Faltenrock brachte sie ihre Viola mit warmen und satten Farben zum Klingen. Ihr kraft- und gefühlvolles Spiel hob sich mühelos über die sehr einfühlsame Begleitung des Orchesters hinweg. Besonders auf der tiefen C-Saite kam Miriam Peters voller Ton bestens zur Geltung.

Im Zeitalter des Barock war die Spieltechnik noch nicht so virtuos und ausgefeilt wie zu späteren Zeiten, etwa bei Mozart oder Paganini. Mit ihrer stimmigen und ausgefeilten Interpretation bewies die Solistin aber auch ohne fulminante technische Finessen großes Geschick an ihrem Instrument. Die mal energische, mal leichtfüßige Darbietung wurde vom Publikum mit großem Applaus und Bravo-Rufen quittiert, wofür sich Miriam Peter mit bescheidenen Verbeugungen bedankte.

Beim anschließenden zweiten Satz aus Franz Schuberts kleiner Sinfonie Nr. 6 in C-Dur gesellten sich die Bläser wieder zum Rest des Orchesters hinzu. Gegen das vor Energie strotzende Bratschenkonzert zuvor war die zarte Einleitung ein zurückhaltender Kontrast. Der schnellere Teil des Satzes hatte aber deutlich mehr Feuer.

Nach der Pause folgte das zweite Werk mit Solisten, der erste Satz aus dem Konzert für Trompete und Orchester von Johann Nepomuk Hummel. Der erst 17-jährige Solo-Trompeter Matthias Seitz wirkte beim Betreten der Bühne auf sympathische Art ein wenig aufgeregt und schüchtern, was anfangs noch ein leicht schwankendes Tempo zur Folge hatte. Als der Elftklässler sein Instrument aber festlich und erhaben erklingen ließ, zeigte er sein musikalisches Talent: Mit weichen und gefühlvollen Passagen oder sich steigernden, pompösen Dreiklängen stellte er seine große Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Das Sinfonieorchester untermalte das gut zur Adventszeit passende Werk mit schönster Klangfülle.

Auch die letzten beiden Programmpunkte waren thematisch auf die Weihnachtszeit abgestimmt, wirkten aber zugleich schwerblütiger als das zuvor überwiegend klassische Programm: Das Orchester spielte zunächst den dritten Satz aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis erster Sinfonie „Winterträume“, dann folgte der Walzer „Winterstürme“ von Julius Ernest Wilhelm Fucik. Bei diesem wirklich sehr stürmischen Abschluss des Konzertes legten sich alle Orchestermitglieder noch einmal voll ins Zeug.

Mit lyrischen, silbrigen Klängen, Glöckchen und Zimbeln, aber auch mit bebendem „tremolo“ und starken Akzenten im wilden Dreier-Takt beschworen die Musiker Bilder eines winterlichen Schneegestöbers vor dem inneren Auge der Zuhörer herauf. Als diese, von dem schwungvollen Walzer mitgerissen, kaum mit dem Klatschen aufhören wollten, erfreute das Karlsfelder Sinfonieorchester die Gäste noch einmal mit einer sehr fetzigen Zugabe.

san

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