Ärger um Müll und wildes Bieseln

Weichs - Maschkerazüge sind nicht für jeden die reine Freude. Vor allem Anlieger haben damit ab und zu Probleme. Das wurde deutlich in der Gemeinderatssitzung in Weichs.

Obwohl es heuer glücklicherweise keine größeren Probleme beim Maschkerazug gab, kam es jetzt im Gemeinderat doch noch zu einem heißdiskutierten „Nachspiel“. Grund dafür war ein Schreiben von Gemeinderat Heinrich Fitger (SPD), worin dieser auf Missstände beim diesjährigen Maschkerazug hinwies. Es geht dabei um Müllreste, wildes Bieseln, und Alkoholkonsum von Jugendlichen. Er informierte, dass seine Frau kürzlich in der Freiherrnstraße, am Radweg nach Pasenbach und am Busparkplatz fünf Säcke voller Faschingsmüllreste eingesammelt hat, darunter viele zerbrochene Glasflaschen.

Die Anzahl der aufgestellten Toiletten findet er als absolut unzureichend. Ebenfalls funktioniert seiner Ansicht nach die Aufsicht von Minderjährigen im Festzelt nicht ausreichend.

Auch die Organisation durch die Zugleitung war für Fitger nicht effizient genug. „Es herrschte ein ziemliches Chaos unter den Mitwirkenden. Ich konnte auch, wenn ich danach gefragt wurde, niemandem sagen, wo die Toilettenhäuschen stehen.“

Dies wollte das Maschkerakomitee, das durch Präsident Erwin Öttl und seine Frau Claudia (Schriftführerin) bei der Gemeinderatssitzung vertreten waren, so nicht auf sich sitzen lassen. Als Heinrich und Christiane Fitger anregten, künftig zeitnah nach dem Umzug eine Art Ramadama von Freiwilligen durch die Gemeinde zu organisieren, verwiesen die Öttls darauf, dass etwa der Busparkplatz schon am Aschermittwoch von Helfern der Maschkera gesäubert wurde. Nur habe sich die Reinigung der Straßen durch die Bauhofmitarbeiter diesmal wegen des vielen Schnees verzögert. Sie verwiesen darauf, dass die herumliegenden Flaschen nicht von den Zugteilnehmern, wo Flaschenverbot herrscht, sondern von Besuchern stammen. „Und, dass Anlieger mehr Toiletten verlangen, haben wir bisher nur von Ihnen erfahren“, konterten sie Fitgers Vorwürfe.

Auch den Hinweis auf Missstände im Festzelt wollten die Maschkera nicht auf sich sitzen lassen: „Die Security und das Barpersonal sind ausreichend angewiesen, das Alter der Gäste zu kontrollieren und keinen Schnaps an Jugendliche auszuschenken.“

In einer regen Diskussion wollten die meisten Gemeinderäte zwar manche Missstände nicht verhehlen, wiesen doch gleichzeitig darauf hin, dass man das Maschkerakomitee dafür nicht belangen könne. Bei tausenden von Besuchern herrsche in Weichs am Faschingsdienstag halt mal ein besonderer Zustand, war zu hören.

Dass man den traditionsreichen Maschkerazug unbedingt erhalten will, daran gab es keinen Zweifel. Lediglich Lothar Sacharie ((SPD) schloss sich uneingeschränkt den kritischen Feststellungen von Fitger an. Wegen des neuen Zugverlaufs über die Freiherrnstraße waren beide heuer erstmals als Anlieger mitten im Geschehen. Sacharie sprach ebenfalls das wilde Bieseln an sowie die nicht erträgliche Lautstärke, wenn einige Wagen hintereinander stehen und auf die Fortsetzung des Zuges warten. Er bat darum, die Organisation so zu gestalten, dass der Zug zügig vorankommt. Dem entgegnete Christian Blumenschein (Bürgervertretung, Ex-Maschkerapräsident): „Wenn du so was sagst, machst du nächstes Jahr den Zugführer.“

Ungeklärt blieb die Frage des Maschkerakomitees an Heinrich Fitger, von wem er die Auskunft habe, die Landkreisjugend glaube, dass in Weichs am Faschingsdienstag alles erlaubt ist.

Einig waren sich Bürgermeister Harald Mundl, die Gemeinderäte und die Maschkera aber in einem Punkt: Die Eltern selbst sollen mehr darauf achten, was ihre Kinder an Alkoholischem zum Maschkerazug mitnehmen.

Heinz Nefzger

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