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Völlig unverständlich: Gemeinderat Ludwig Meier ist sauer über die vom Wasserwirtschaftsamt platzierten Baumstämme, die selbst Fußgängern das Queren des Steinernen Wehrs unmöglich macht. Fußgänger könnten zwischen dem betonierten Geländer und den Schleusen über die Brücke gehen. Doch das wäre sehr gefährlich. 

Sportler sind entrüstet

Ärger um das Steinerne Wehr

Haimhausen - Gemeinderat Ludwig Meier und seine Nordic-Walking-Freunde trauten ihren Augen kaum, als ihnen zwei fast meterdicke Baumstämme die Überquerung der alten Brücke verwehrten.

Peter Felbermeier ist auf ihrer Seite. Doch das Wasserwirtschaftsamt, das die Bäume hingelegt hat, hat seine Gründe.

Das sogenannte Steinerne Wehr bei Ottershausen ist, seit im September die neue Amperbrücke gegenüber eingeweiht worden war, nur noch für Radfahrer und Fußgänger benutzbar. Zwei Sperrpfosten der Gemeinde Haimhausen an den jeweiligen Brückenenden hindern nun Autos und Lkws an der Überquerung. Nun hat das Wasserwirtschaftsamt zusätzlich große Bäume quergelegt, die auch den Fußgängern das Überschreiten des Steinernen Wehrs unmöglich macht.

Diese Erfahrung machten auch Gemeinderat Ludwig Meier und seine Nordic-Walking-Freunde. Die Sportfreunde mussten erkennen, dass sie auf ihrem Weg über den Fluss in Richtung des Naherholungsgebietes Hirschgang nur noch über den völlig ungesicherten Steg, der parallel zum Steinernen Wehr direkt entlang der Schleusen verläuft, walken können. Ein gefährliches Unterfangen.

„Es steht zwar auf einem Schild, dass das Betreten des Steges verboten ist. Doch für ein Kind, das nicht lesen kann, oder für einen Spaziergänger, der das schlecht erkennbare Schild übersieht, stellt die Nutzung der ungesicherten Wehranlage auf jeden Fall eine Gefahr dar“, ist Ludwig Meier sauer über diesen Schildbürgerstreich. Aus seiner Arbeit im Gemeinderat weiß er, dass das Steinerne Wehr nicht wegen Baufälligkeit gesperrt wurde, sondern wegen der Traglastbeschränkung auf sechs Tonnen. „Selbst wenn unsere ganze Nordic-Walking-Gruppe auf einmal drübergeht, dürfte die Brücke nicht einstürzen.“ Bei aller Entrüstung hat Meier seinen Humor behalten und hofft auf einen „vorgezogenen Aprilscherz“.

Dass dem nicht so ist, steht deutlich auf zwei an den Baumstämmen angebrachten Metallschildern zu lesen: „Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bitte benützen Sie die neu gebaute Amperbrücke. Das Wasserwirtschaftsamt“. Der Weg dorthin bedeutet für Sportler und Spaziergänger jedoch einen Umweg.

Für Ludwig Meier ist die Vollsperrung des Steinernen Wehres inzwischen zu einer Herzensangelegenheit geworden. Persönlich geht der pensionierte Polizeibeamte mit einer Unterschriftenliste von Haus zu Haus. Mit Hilfe der Unterschriften will er wenigstens eine Kürzung der Baumstämme um einen Meter durchsetzen. Das würde für eine Sperrung des Kfz-Verkehrs immer noch reichen - Radfahrer und Fußgänger hätten aber Zugang. „Es wurde viel Geld investiert, um die gut ausgebauten Wege und Parkplätze rund um das Steinerne Wehr anzulegen. Da kann man doch einen solchen Zugangsweg nicht einfach sperren“, meint Ludwig Meier.

Bürgermeister Peter Felbermeier versteht die Aktion des Wasserwirtschaftsamtes überhaupt nicht. „Bei der Entstehung der neuen Brücke wurde mündlich vereinbart, dass das Steinerne Wehr für den fußläufigen Verkehr offen bleibt. Aus diesem Grund haben wir dort Parkplätze als Ausgangspunkt für Ausflüge in das Landschaftsschutzgebiet zum Hirschgang angelegt. Das Wasserwirtschaftsamt spricht nun von rutschigen Holzbohlen bei nassem Wetter und der deshalb notwendigen Verkehrssicherungspflicht. Doch jetzt, da das Steinerne Wehr für den Kraftfahrzeug-Verkehr ohnehin gesperrt ist, könnten die zur Erhöhung der Traglast angebrachten Holzbohlen mit geringem Aufwand wieder entfernt und der ursprüngliche völlig ungefährliche Brückenzustand wieder hergestellt werden. Doch das ist eine Entscheidung des Wasserwirtschaftsamtes, da uns die Brücke nicht gehört.“

Siglinde Haaf

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