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Ein Hoch auf Bayern: Ilse Aigner in Karlsfeld.

Ilse Aigner beim Politischen Fischessen

Loblied auf Bayern und die CSU

Karlsfeld - Gern hätte der Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner am Freitagabend einige seiner Sorgen dargelegt. Aber Aigner war schon weg – es rief die große Weltpolitik.

Bürgermeister Stefan Kolbe sollte auch ein paar Worte sagen beim politischen Fischessen der Karlsfelder CSU im Bürgerhaus. Und zwar vor Hauptrednerin Ilse Aigner. Doch die bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin musste bald weg – zur großen Sicherheitskonferenz in München. Deshalb wurde das Programm kurzerhand umgeworfen, Aigner hielt ihre Rede als Erste – ein Loblied auf Bayern und die CSU.

„Ich hätte sie gern auf ein paar Themen angesprochen“, sagte Kolbe, als er dann mit seiner kurzen Ansprache an der Reihe war. Da saß Aigner schon im Auto. Kolbe meinte vor allem die Kinderbetreuung – ein Paradebeispiel dafür, wie Bund oder Freistaat den Kommunen Aufgaben übertragen, sich an der Finanzierung aber nicht oder nur in geringem Umfang beteiligen. „Wir haben in Karlsfeld 1300 Kinderbetreuungsplätze“, so Kolbe.“ Das Defizit in diesem Bereich liege 2016 voraussichtlich bei 5,4 Millionen Euro. „Ohne staatliche Hilfe ist das ein großes Problem.“ In Berlin oder München würden „wunderbare Programme aufgelegt, aber der laufende Betrieb später macht den Kommunen große Sorgen“.

Kolbe umriss in seiner kurzen Ansprache die weiteren großen Aufgaben, die auf seine Gemeinde zukommen. Karlsfeld wird zwei Grundschulen und ein Kinderhaus westlich der Bahn bauen. Auch das Millionenprojekte. Zudem freut man sich in der Gemeinde, dass das vierte Gymnasium im Landkreis aller Voraussicht nach nach Karlsfeld kommen wird. „Der Schulstandort Karlsfeld wächst stetig, das ist wichtig für eine Gemeinde mit 20 000 Einwohnern“, so Kolbe.

Um diese Aufgaben finanzieren zu können, brauche Karlsfeld das Gewerbegebiet im Norden an der Grenze zu Dachau. „Mittlerweile kommt die Hauptgegenwehr aus der Kreisstadt“, so Kolbe. Karlsfeld werde sich aber nicht von außen beeinflussen lassen.

Ilse Aigner lobte und verteidigte in ihrer Rede in der gefüllten Bürgerhaus-Gaststätte Bayern und die CSU. „Wir warten die Zukunft nicht ab, wir gestalten sie“, sagte Aigner. Auf diese Weise habe sich Bayern vom Armenhaus in ein modernes Land mit High-Tech-Industrie, Spitzen-Hochschulen und einem mittlerweile bewährten Schulsystem entwickelt. „Bayern hat mit seinen Menschen das größte Potenzial überhaupt.“

Der Freistaat, Deutschland und ganz Europa stünden allerdings vor großen Herausforderungen. Aigner nannte erwartungsgemäß den Flüchtlingszustrom, aber auch die Digitalisierung und die Investitionen in Infrastruktur und Know-How. Um in der globalisierten Welt wettbewerbsfähig bleiben zu können, „brauchen wir innovative Menschen und innovative Unternehmen“, sagte die Wirtschaftsministerin. Die Politik müsse „Spielraum schaffen für Unternehmer, damit die investieren können“.

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