Stallpflicht im Landkreis aufgehoben

Hühner und Bauer atmen auf

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Das Geflügel im Landkreis darf wieder nach draußen. Nach rund vier Monaten ist die Stallpflicht aufgehoben. Aufatmen bei Konrad Hefele aus Ainhofen. Denn seine Hühner waren in dieser Zeit viel aggressiver, und der Landwirt hatte hohe Einbußen.

Ainhofen – Sie rupften sich gegenseitig ihre Federn aus, drängten sich am Stallgitter, sobald ein Sonnenstrahl herauskam – und wirkten unglücklich: Die vergangenen vier Monate mussten die Hühner von Konrad Hefele (57) aus Ainhofen in ihrem Wohnwagen-Stall ausharren. Eine Herausforderung, sowohl für die Hühner, als auch für den Landwirt. Am 18. November ordnete das Landratsamt die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe an, das Datum weiß Hefele noch genau. „Es war eine harte Zeit“, sagt er. Doch: „Jetzt ist es endlich vorbei“, atmet er auf. Denn durch die Stallpflicht hatte er hohe Einbußen.

Seine 750 Hühner waren es gewohnt, jeden Tag auf den satten Wiesen in Ainhofen zu picken. Während der Stallpflicht mussten sie Tag und Nacht im Wohnwagen bleiben, in dem sie sonst nur fressen und schlafen. „Für die Hühner war es sicher nicht lustig, auf so engem Raum zusammenzuleben“, sagt er, „sie waren ziemlich verstört.“ Er hat ihnen die Anspannung angemerkt: Sie drängten sich am Stallgitter auf der Suche nach dem Weg in die Freiheit und rupften sich Federn aus.

Das Federkleid selbst habe nicht mehr so schön geglänzt, weil ihnen das Sonnenlicht fehlte, so Hefele. Und die Qualität der Eier habe gelitten, als sie nicht mehr nach draußen durften. „Die Eier hatten einfach nicht mehr den gleichen Geschmack“, sagt er. Deshalb sind auch einige seiner Kunden abgesprungen. Denn der Bio-Bauer verkauft am Hof und liefert seine Eier an zwei Lebensmittelläden in Erdweg und Altomünster sowie ein Naturkostgeschäft in Odelzhausen. Nach einigen Monaten Stallpflicht waren seine Eier aber nicht mehr als Freiland-Eier gekennzeichnet. „Dann haben sich viele Kunden wahrscheinlich gedacht, dann können wir ja gleich die billigen nehmen.“ Auch im Weihnachtsgeschäft verzichteten viele seiner Kunden auf Tiramisu und Eierlikör. Hefele überbrückte diese Zeit und ließ seine überschüssigen Eier zu Nudeln verarbeiten.

Doch ewig hätte das nicht so weitergehen können. Dass die Stallpflicht gelockert wird, hat Hefele am Donnerstag im Internet gelesen. Ein Glückstag für ihn und seine Hühner. Als er sie rausließ, war das ein „Riesen-Gedränge“. Das Federvieh hat im Gras sofort zu picken angefangen. Die Hühner haben ihre Freiheit zurück. Hefele gibt zu: „Ans Aufhören habe ich nicht gedacht, aber wenn es jedes Jahr eine Stallpflicht gibt, wird es schwierig.“ Der aktuelle Stand: Eine Stallpflicht soll wieder angeordnet werden, wenn die Vogelgrippe bei einem Tier im Landkreis nachgewiesen wird.

Anna Schwarz

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