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Über die Gemeindepolitik diskutierte Helmut Ebert (stehend) mit den Ainhofern. 

Freie Wähler Indersdorf präsentieren ihr Wahlprogramm

Freie Wähler: „Obesser ist auch unser Kandidat“

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Die Freien Wähler Indersdorf haben ihre Kandidaten und ihr Wahlprogramm vorgestellt.

Ainhofen – Weil es in Ainhofen ja kein Wirtshaus mehr gibt, haben sich die Gemeinderatskandidaten der Freien Wähler im Blockhaus des Zeltlagerplatzes vorgestellt und auch gezeigt, wohin der politische Weg für die nächsten sechs Jahre in der Marktgemeinde Indersdorf führen soll.

Freie Wähler-Sprecher und Listenführer Helmut Ebert stellte erfreut fest, dass es gelungen sei, mit Thomas Möckl (Listenplatz 4) und Alexander Schnell (Listenplatz 6) zwei bekannte Gesichter aus Ainhofen präsentieren zu können. Die Freien Wähler und ehemals Parteifreien gebe es nun schon seit 1972 in Indersdorf. 36 Jahre insgesamt habe die unabhängige, parteifreie und bürgernahe Gruppierung immer den Bürgermeister gestellt, doch heuer erstmals verzichte die Partei auf einen Bürgermeisterkandidaten. Ebert sagte auch warum: „Wir haben nun fünfeinhalb Jahre zufrieden mit CSU-Bürgermeister Franz Obesser zusammengearbeitet und so wäre es unehrlich, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aus dem Hut zu zaubern. Obesser ist auch unser Kandidat, mit ihm sind wir auf einem guten Weg.“

Neben Ebert sind auch die amtierenden Freie Wähler-Gemeinderäte Peter Keller, Josef Sandmair und Manfred Pohl auf der Gemeinderatsliste vertreten. Von den vier Damen auf der Liste stellte sich Silvia Fuchs den Ainhofnern vor. Sie kandidiert auch auf Platz 25 der Kreistagsliste der Freien Wähler.

Ebert stellte das Wahlprogramm der Freien Wähler in Indersdorf vor:

Umwelt

Indersdorf sei hinsichtlich der dezentralen Energieversorgung gut aufgestellt. In der Gemeinde würde jährlich durch regenerative Energie so viel Strom erzeugt, wie man verbraucht. Hinsichtlich Wildkräuterflächen sei die Gemeinde schon 2014 dank der FW tätig gewesen, also weit vor der Aktion „Rettet die Bienen“. Die Landwirte allein dürfe man keinesfalls zu Buhmännern machen. Ebert warnte davor, die Wasserversorgung aus der öffentlichen Hand zu geben. Er sprach auch über getroffene und vorgesehene Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

Gewerbe

Ebert bedauerte, dass es im Indersdorfer Gewerbegebiet für das produzierende Gewerbe keine Erweiterungsmöglichkeit mehr gebe. Weitere Arbeitsplätze vor Ort würden schließlich auch einen Beitrag zum Umweltschutz und eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.

Vereinsleben

Viel Wert legen die Freien Wähler auf die Vereine in der Gemeinde. „Die darf man ruhig noch etwas besser fördern. Das ist allein schon im Hinblick auf die 100 000 Euro gerechtfertigt, die für die aufsuchende Jugendarbeit ausgegeben werden“, sagte Ebert. Das kulturelle Leben in allen Ortsteilen gehe schließlich in erster Linie von den Vereinen aus. Er sprach sich aber auch dafür aus, den Vereinen bei größeren Investitionen und in extremen Härtefällen noch etwas höhere Zuschüsse an die Hand zu geben. Das hörten die Ainhofner natürlich gerne, stehen doch für das Freibad immer wieder größere Investitionen ins Haus.

Finanzen

Finanziell habe Indersdorf seit dem Verkauf des Glasfasernetzes keine Probleme, man sei praktisch schuldenfrei. „Das weckt natürlich Begehrlichkeiten“, so Erbert. Er erklärte, dass die Kanäle in die Jahre gekommen sind und auch der 3. Abschnitt der Kläranlagenerweiterung noch viel Geld verschlinge.

Umfahrung

Thema der Diskussion mit den Bürgern war auch die Ortsumfahrung von Indersdorf. Die Gesamtumfahrung müsse nach den Vorstellungen der Freien Wähler forciert werden. Leider sei der geplante Ringschluss bei der Regierung nicht in der Dringlichkeitsstufe 1. „Das könnte sich nur ändern, wenn wir vierteljährlich nachbohren“, so Ebert. Mehr Unterstützung erwarten die Freien Wähler von Landrat Stefan Löwl.

Diskussionsteilnehmer schlugen vor, „die aufgeblähte Landkreis-Verwaltung zu verschlanken“. Auch Indersdorf habe bei den Gemeindemitarbeitern auf Kosten der Steuerzahler enorm aufgestockt. In der Diskussion ging es noch um die Marktplatz-Neugestaltung, die Ebert über den Schellenkönig lobte. Mehrere Bürger befürchten aber, dass die Schönheit des Platzes auf Kosten von Parkplätzen erfolgt.

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