Der „Alte“ ermittelt im Klinikum

Dachau - Spannung pur am Krankenhaus Dachau: Das Ermittlerteam der beliebten Krimireihe ,,Der Alte“ drehte aufregende Szenen auf dem Gelände. Der neue „Hauptkommissar“ Jan-Gregor Kremp war sogar bereit, ein Interview zu geben.

Ein ganz normaler Krankenhaustag. Vor dem Haupteingang des St.-Vincentis-Klinikums München stehen Besucher und unterhalten sich. Eine Krankenschwester führt ihre Patientin am Arm in das Gebäude. Zwei Herren schlendern von der Bushaltestelle dem Eingang entgegen.

Plötzlich ertönt der Ausruf: „Halt! Da steht schon wieder eine Frau im Bild.“ Daraufhin bleiben alle Menschen stehen und machen kehrt. Nur eine Dame steht weiterhin gemütlich in der Einfahrt und denkt sich nichts Böses. Im Gegensatz zu den anderen Personen ist sie nämlich wirklich eine Besucherin des Krankenhauses. Die restlichen Menschen - sogar die Gäste des Cafés - sind Komparsen. Und die St.-Vincentis-Klinik gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Es handelt sich vielmehr um das Klinikum Dachau.

Ein Filmteam dreht in und um das Krankenhaus die Folge ,,Des Todes kalter Finger“ für die Krimisendung „Der Alte“. Die Zuständigen sperren dafür zeitweise die Straßen rund um den Haupteingang ab, um zu vermeiden, dass sich Besucher auf dem Set verirren. Trotzdem müssen immer wieder Personen, wie zum Beispiel die Dame in der Einfahrt, vom Schauplatz verscheucht werden. Erst als sich alle Komparsen wieder genau an ihrem Standort befinden, kann der Dreh - eine spannende Verfolgungsjagd - fortgesetzt werden. Für die Szenen hat das Filmteam sogar richtige Polizisten aus München angefordert. „Die Arbeit mit Profis ist einfacher. Sie wissen schon, wie eine echte Festnahme abläuft und dürfen einen Polizeiwagen fahren“, bestätigt Aufnahmeleiter Stefan Kistler.

Die Klinikum-Pressesprecherin Annette Ostwald betont, dass dieser Dreh aber ein Einzelfall bleiben wird. „Das Wohl der Patienten steht schließlich im Vordergrund.“ Dieses Mal hat das Krankenhaus aber eine Ausnahme gemacht, da der Dreh die Patienten nicht belästigt. Gefilmt wird nämlich im Chefarztbüro, Tagungszentrum, Eingangsbereich sowie auf dem Parkhausdach.

„Außerdem ist ,Der Alte’ einfach Kult“, ergänzt Ostwald und grinst. Seit 35 Jahren wird die Krimisendung bereits ausgestrahlt. In dieser Zeit wechselten natürlich hin und wieder die Schauspieler. So auch vor rund einem Jahr. Seitdem spielt Jan-Gregor Kremp den Hauptkommissar Richard Voss. Während einer Drehpause nimmt sich der 50-Jährige Zeit, einige Fragen zu beantworten:

-War es von Anfang an ihr Ziel, beim Fernsehen zu arbeiten?

Nein. Früher habe ich Musik gemacht und bin dann über Kabarett zum Schauspielen gekommen. Mein Ziel war allerdings das Theater. Nach zehn anstrengenden Jahren auf der Bühne habe ich dann über einen Wechsel zum Film nachgedacht.

-Fiel Ihnen der Wechsel vom Theater zum Film und Fernsehen schwer?

Am Theater läuft es ganz anders als am Filmset. Beim Dreh gibt es viel weniger Proben, dafür sind die Szenen kürzer. Die Arbeit für das Fernsehen macht mir Spaß, aber das Theater habe ich trotzdem nicht ganz aufgegeben. Ich bin noch mit einem Solo-Programm auf den Bühnen unterwegs.

-Haben Sie Schwierigkeiten damit, in die Fußstapfen ihrer Vorgänger Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf und Walter Kreye zu treten?

Ich habe es nicht so mit Vorbildern. Für mich ist es eher so, dass ich eine ganz neue Figur verkörpere. Da muss ich niemanden kopieren, sondern kann meine eigene Persönlichkeit mit einbringen.

-Was hat Sie an der Rolle des „Alten“ besonders gereizt?

„Der Alte“ ist ein beliebtes klassisches Format, das schon seit Jahrzehnten besteht. Vorher bin ich als freier Schauspieler durch die ganze Weltgeschichte gereist. Jetzt freue ich mich besonders, dass ich endlich einmal mein Jahr planen und einen richtigen Sommerurlaub mit der Familie machen kann.

-Was war besonders an diesem Dreh?

Wie der Name der Folge schon verrät, waren die Dreharbeiten sehr spektakulär: Es wurde in der Pathologie gedreht. Dort haben wir einige Leichen gesehen. Aufregend war auch der Show-Down auf dem Dach des Parkhauses.

-Gab es auch Szenen, die sie so oft wiederholen mussten, dass Sie es richtig satt hatten?

Bei diesem Film gab es solche Szenen nicht. Aber insgesamt kommt es natürlich vor, dass man einzelne Einstellungen immer und immer wieder spielen muss. Da muss man einfach Geduld haben, sonst ist der Beruf nichts für einen.

-War es schwierig für Sie, sich bei „Der Alte“ einzufinden?

Das Team kannte ich ja schon vor meinem Wechsel zum Hauptkommissar, da ich bereits in früheren Episoden aufgetreten bin. Außerdem haben meine Kollegen es mir sehr leicht gemacht, mich einzufinden.

(jm)

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