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Gruppenbild mit „Faironika“: Mit den Politikern von CSU, SPD und Freien Wählern versammelten sich die Repräsentanten des BDM an der Papp-Kuh, direkt vor der Kapelle von Humersberg bei Altomünster. 

Landwirte und Landtagskandidaten feiern 20 Jahre BDM

Der ewige Kampf um den Milchpreis

60 Milchbauern aus dem Landkreis haben auf dem Bertele-Hof in Humersberg bei Altomünster das 20-jährige Bestehen des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) gefeiert. Die Landwirte nutzten das Jubiläum auch, um den Landtagskandidaten Fragen zum Thema Agrarpolitik zu stellen.

Landkreis – 60 Bauern, die im Landkreis Milchwirtschaft betreiben, haben sich auf dem Bertele-Hof von Humersberg zu einer gemeinsamen Feier eingefunden. Dabei galt es nicht nur, bei Kaffee und Kuchen das 20-jährige Bestehen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) zu feiern, denen sie sich mit ihren Betrieben angeschlossen haben. Vielmehr ging es darum, von den im Landkreis am Sonntag, 14. Oktober, zur Landtagswahl stehenden Kandidaten zu erfahren, wie sie sich die Agrarpolitik von morgen vorstellen.

Zunächst zeigte Jungbauer Andreas Bertele den Kandidaten seinen Betrieb mit 110 Kühen plus Nachzucht. Schnell wurde dabei deutlich, wie viel Arbeit die Versorgung von insgesamt 250 Rindern tagtäglich macht.

Auch die BDM-Vertreter aus dem Nachbarlandkreis Aichach-Friedberg, Johann Breitsameter und Josef Baur, sowie Milchmadl Sabrina Weber waren in Humersberg vertreten. Der BDM-Kreisvorsitzende, Martin Kiening aus Niederroth, erklärte den Vertretern der Parteien, dass es den Milchbauern am liebsten wäre, bei der Bewirtschaftung ihrer Höfe ohne staatliche Hilfen auszukommen. Mit dem derzeitigen Milchpreis von 34 Cent pro Liter sei es aber nicht möglich, nachhaltig zu arbeiten und die erforderlichen Rücklagen zu bilden. Seit es den BDM gebe, so Kiening, sei kaum ein Jahr vergangen, „ohne dass man für einen ausreichenden Milchpreis kämpfen musste“.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath erklärte, dass seine Partei weiterhin familiengeführte Betriebe unterstützen wolle. Ein großes Problem in der Landwirtschaft sei allerdings die große Bürokratie, von der die CSU die Bauern aber entlasten wolle. Kiening aber hielt entgegen, dass die Bürokratie in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren – in denen stets die CSU an der Regierung gewesen sei – nicht weniger, sondern immer mehr geworden sei. „Und wie man bei der Gülleverordnung sieht“, so Kiening, „wird es sogar noch schlimmer“! Der von Seidenath angestrebten Entbürokratisierung schenke man daher wenig Glauben, „denn auch Stoiber hat in Brüssel diesbezüglich nicht viel fertiggebracht“, so Kiening.

SPD-Landtagsabgeordneter Martin Güll wunderte sich, dass bei der jüngsten Bauernverbands-Podiumsdiskussion (wir berichteten) über das Thema Milch nicht gesprochen wurde. Denn: Den Milchbauern fehle es seiner Einschätzung nach an stabilen Verhältnissen. „Die Milchpreispolitik muss so sein, dass der Bauer leben kann!“

Auch Martina Purkhardt (Freie Wähler) erklärte: „Ich weiß, wo den Milchbauern der Schuh drückt!“ Ihren Worten zufolge könnte der Verbraucher mit einem fairen Preis für die guten landwirtschaftlichen Produkte dazu beitragen, dass es den Bauern besser gehe. Das hörte Kiening natürlich gerne, machte aber auch kein Hehl daraus, dass es schwierig sei, Bauernverband und BDM unter einen Hut zu bringen.

Auch August Haas (CSU), der sich als Zweitstimmenkandidat um einen Sitz im Landtag bewirbt und selbst Landwirt in Dachau ist, kam zu Wort. Haas meinte, dass es wichtig sei, dass die Bauernschaft in einer immer städtischer werdenden Gesellschaft in den Parlamenten vertreten sei. In der Landwirtschaft solle es zudem für jede Betriebsform und Größe Möglichkeiten geben, vernunftsbetont zu wirtschaften. Dass es neben dem Bauernverband auch den BDM gibt, begrüßte Haas.

Johannes Fritz vom BDM-Büro in Freising stellte klar, dass die Bürokratie nicht das einzige Problem der Milchbauern sei, „weil die Erzeugerpreise bei der Milch schon über 40 Cent liegen“. Eine Mengensteuerung auf dem Milchmarkt sei daher unverzichtbar.

Josef Ostermair

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