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Vor der Polonaise: Die beiden Königspaare (von links) Birgitta Buchberger und Thomas Pettinger, Veronika Eisenhofer und Michael Heinik.

160. Burschenball in Altomünster

Königswalzer, Polonaise und Française

„Seid’s lustig und voll Freid“, wünschte Tanzmeister Sebastian Oswald den vielen Gästen, die zum 160. Burschenball in Altomünster gekommen waren. Der Kapplerbräusaal war restlos gefüllt.

Altomünster – Dieser traditionelle Schwarz-Weiß-Ball ist aber nicht nur bei der Jugend höchst beliebt. Auch Bürgermeister Anton Kerle mit seiner Frau Anni und Vizechef Josef Wiedmann mit seiner Gemahlin Birgid ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein, sowie einige Gemeinderäte und erstmals auch Pater Bonifatius, der neue Geistliche in der Gemeinde.

Der kräftige Applaus gleich zu Beginn gehörte den Hauptpersonen des Abends, den beiden Burschenball-Königspaaren: Thomas Pettinger mit seiner Königin Birgitta Buchberger sowie Michael Heinik mit seiner Königin Veronika Eisenhofer, die in Altstetten zuhause ist. Angeführt vom Tanzmeister, durften sie ihren ersten Auftritt als neue Regenten sehr genießen und schritten würdevoll in den rosa Ballkleidern und schwarzen Anzügen durch den Saal. Dort wurden sie von den Vorjahreskönigen mit der Übergabe der Königsketten höchst offiziell in Amt und Würden versetzt.

Für die Eltern des ersten Königspaares war das ein Augenblick der Erinnerung, denn vor 32 Jahren waren Karl Buchberger mit seiner Maria und Jakob Pettinger mit seiner Rosi die beklatschten Königspaare. Ein erster Höhepunkt vor der festlichen Polonaise kam, als den jungen (ledigen) Männern von ihren Tanzpartnerinnen die meist selbst gestaltete Burschenballschleife an den Ärmel gesteckt wurde. Die Könige bekamen natürlich zwei, und auch Tanzmeister „Wast“ genoss es, von beiden Seiten von den lieblichen Königinnen so bedacht zu werden.

Stramm wurden dann die Figuren durchgeführt und mit einem Walzer der Auftanz beendet. Mit Spannung erwartet wurde natürlich der Königswalzer, der Ehrenwalzer der Königspaare, den wieder Hermann Well mit ihnen einstudiert hatte. „Der Burschenball wäre undenkbar ohne diesen Walzer“, behauptete der Tanzmeister. Albert Reisner spielte den Walzer auf, wie schon die Polonaise. Noch einmal wurde dann eine Tradition hochgehalten, mit dem Aufruf zur Française, diesem alten Gesellschaftstanz aus der „Fledermaus“. Gisela Bradl hatte ihn mit den Burschen und Mädchen einstudiert.

Wie formulierte es der Tanzmeister: „Der Musik wird es sicherlich bald gelingen, uns alle in den Schwung zu bringen.“ Gemeint war damit die Band „Very Guad“, die bis in die frühen Morgenstunden mit alten und neuen Schlagern aufwartete und damit den Tanzboden ständig füllte.

Traditionell ging es nach dem Ball noch zum ersten König zum Kaffeetrinken. Nach einer kleinen Verschnaufpause rafften sich die Burschen am Sonntagmittag wieder auf zu ihrem Burschenballumzug. Zuvor mussten sie freilich noch zwei Schärpen aus Stroh binden, die mitgetragen wurden und die am Ende am Maibaum als die bösen Geister verbrannt wurden.

Gisela Huber

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