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Das Maurermichl-Anwesen wurde erstmals im Jahr 1596 im Heimatbuch von Anton Mayr genannt. 

Maurermichl-Anwesen in Altomünster abgerissen

Ein Stück Ortsgeschichte findet ein Ende

Mit dem Abbruch des „Maurermichl“-Anwesens an der Ecke Kellerbergstraße/An der Schwemme hat wieder ein Stück Ortsgeschichte in Altomünster ein Ende gefunden.

Altomünster –Jetzt sind es nicht einmal mehr eine Handvoll alter Häuser, die es in Altomünster gibt. Das Gebäude hatte zu dem sehr alten Ortskern gehört, der sich rund um das Kloster gebildet hatte.

Der Altomünsterer Heimatforscher Anton Mayr nennt das Haus in seinem „Heimatbuch“ erstmals im Jahr 1596 mit der Heirat von Hans Khartter aus Pipinsried und Apollonia Prätl aus Wollomoos, die das Anwesen übernehmen. Der Ursprung dürfte also noch weiter zurückreichen, ist aber nicht mehr dokumentiert. 1634 ist das Gebäude, wie alle rund um die Klostermauer und darüber hinaus, beim 30-jährigen Krieg und dem Rückzug der Schweden niedergebrannt worden.

Als neuer Besitzer danach wurde der Zimmermann Balthasar Lindtner genannt. Mit Peter Taga aus Roßbach kommt 1641 der erste Maurer ins Haus. Letztlich wird es 1742 der Maurer Matthias Michl aus Mammendorf gewesen sein, der eine Anastasia Winderle heiratete, die das Anwesen von ihren Eltern übernommen hatte, der für die nächsten Jahrhunderte den Hausnamen prägte.

Die Michls bleiben bis ins 20. Jahrhundert die Besitzer, denn die letzte ihres Stammes, die Therese Michl, heiratete 1939 ihren Johann Schnell aus Reichertshausen, mit dem sich der Nachname änderte. Aus ihrer Ehe kam die einzige Tochter Maria hervor, die viele ältere Mitbürger noch gut als „Maurer-Michl-Marie“ in Erinnerung haben.

Fast ein wenig tragisch war dann das Ende ihrer Familie. Johann Schnell starb am 24. Januar 1989 im gesegneten Alter von 98 Jahren, das er fast bis zuletzt noch sehr rüstig erreichte. Zwei Tage später starb überraschend auch seine ehe- und kinderlos gebliebene Tochter Maria, so dass beide gemeinsam an einem Tag beerdigt wurden.

Das Erbe ging an die Familie Spielberger in Reichertshausen, die nun nach vielen Debatten den Abbruch durchführen konnten, der lange wegen des kleinen Erkers an der Giebelseite nicht gestattet wurde. Bald wird hier ein Neubau entstehen.   

gh

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