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Traditionelles neben Modernem: Die aktuelle Ausstellung im Klostermuseum ist nicht alltäglich.

Eine Wiege der Kunst

Klostermuseum Altomünster zeigt Afrika-Ausstellung

Die Afrika-Ausstellung im Klostermuseum Altomünster bringt dem Besucher die Vielfalt der afrikanischen Kultur näher. Afrika sei eine Wiege der Kunst, sagte Landrat Stefan Löwl bei der Vernissage.

Altomünster – Traditionelle und moderne Skulpturen, Arbeiten aus Stein, die bis ins Filigrane reichen, Masken in allen Variationen – es ist eine sehr außergewöhnliche Ausstellung, die das Altomünsterer Klostermuseum noch bis zum 28. Juli beherbergt. Unter dem Titel „Afrika“ bringt sie dem Besucher die Vielfalt der afrikanischen Kultur näher.

Prof. Wilhelm Liebhart stellte bei der von weithin vernehmbaren Trommelschlägen begleiteten Eröffnung die Frage, was eine Landgemeinde mit Klostermuseum dazu bewegt, eine Ausstellung über Afrika zu organisieren. Für den Museumsleiter gibt es die eindeutige Antwort: In den vergangenen fünf Jahren wurden viele Schwarzafrikaner in der Gemeinde aufgenommen, die als Asylbewerber nach Europa gekommen waren. Einige leben immer noch in der Mitte des Marktes. „Integration findet auch durch die Kultur statt“, ist Liebhart überzeugt.

Er sieht die Zukunft Afrikas noch offen, zumal es ein „junger“ Kontinent sei. Das Durchschnittsalter der Menschen liegt gerade mal bei 20 Jahren. In Afrika gibt es 54 Länder und 2000 Sprachen. In der Ausstellung, so Liebhart, seien die Kontraste des Landes sichtbar. Da sind die Masken, die Kultobjekte religiöser Riten waren oder bis heute sind, die in den unterschiedlichsten Formen vom Münchner Kunsthändler und Sammler Arno Henseler gezeigt werden, und die modernen Bildhauerarbeiten aus Simbabwe, die Kristin Diel aus ihrer Sammlung mitgebracht hat.

Da Aufzeichnungen aus den Vorzeiten Afrikas fehlen, seien die erhaltenen Kunstobjekte umso wichtiger. Überhaupt müsse man Afrika getrennt betrachten: nach seiner vorkolonialen Zeit, der Kolonialzeit und den Jahren nach 1945.

„Öffnen Sie sich diesem Kontinent“, rief Landrat Stefan Löwl die vielen Gäste auf, die zur Vernissage gekommen waren. Afrika habe es verdient, nicht nur als Rohstofflieferant betrachtet zu werden, sondern als eine Wiege der Kunst. Er habe deshalb auch sehr gerne die Schirmherrschaft zu dieser Ausstellung übernommen, da er beruflich schon einmal einige Zeit in Afrika verbringen durfte. „Das Schöne dort ist die Musik, der Tanz, die Stimmung, die Lebensfreude und vor allem die Gastfreundschaft“, sagte der Landrat. Er habe dort gelernt, wie man doch auch mit Wenigem zufrieden sein könne.

Allerdings hielt er den Besuchern auch vor Augen, dass Afrika ein gespaltener Kontinent sei. Die Globalisierung habe auch dort das Dorf erreicht. „Das Handy, das dort jeder hat, ist der Blick in die Welt.“ In der Kolonialzeit hätten Europäer Afrika viel weggenommen. „Wir sollten den Menschen dort jetzt eine Lebenschance und vor allem Möglichkeiten zur Entwicklung geben.“ Denn das Ende der Kolonialzeit habe ihnen nicht die gewünschte Freiheit gebracht. Deshalb sei auch jetzt die Kunst so wichtig, als Mittler der Gefühle und dies ganz ohne Worte.

Löwls Worte erschließen sich beim Rundgang durch die beiden Stockwerke, die angefüllt sind mit vielen kleinen und großen Objekten, die es verdienen, ganz genau betrachtet zu werden. Einige der Gäste suchten auch das Gespräch mit Itai Nyama, der eigens aus Afrika zur Ausstellung gekommen war und von dem auch einige Werke zu sehen sind.

Die Ausstellung ist jeweils von Donnerstag bis Samstag von 13 bis 16 Uhr und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr im Altomünsterer Museum geöffnet. Es ist ein Begleitbuch erschienen. 

gh

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