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Dort, wo jetzt Gewächshäuser stehen, soll ein neues Baugebiet in Altomünster geplant werden.

Heftige Vorwürfe gegen Verwaltung

Anwohner wehren sich gegen Bebauung am Vogelgarten

Die Anlieger am Vogelgarten in Altomünster sind verärgert. Grund sind die Beschlüsse der Bauausschusssitzung im Dezember. Die Anlieger kritisieren, nicht ausreichend informiert und schon gar nicht beteiligt worden zu sein. Bei einer privaten Anliegerversammlung gab es erneut heftige Vorwürfe und Forderungen.

Ziemlich verhärtet sind die Fronten zwischen Gemeinde und Anliegern am Vogelgarten in Altomünster. Dabei schien schon so etwas wie Minimalkonsens zu herrschen, als der Bauherr, die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau, im Herbst 2018 im Bauausschuss einen von 35 auf zehn Wohneinheiten abgespeckten Entwurf vorgelegt hatte.

Den hatte das Landratsamt jedoch aus emissionsschutzrechtlichen Gründen (zu nah an einer bestehenden Landwirtschaft) verworfen. Daraufhin diskutierte der Bauausschuss im Dezember 2019 über zwei weitere Varianten, einer mit zehn Wohneinheiten (zwei Doppelhäuser und ein Sechsfamilienhaus), und einer mit 16 (zwei Doppelhäuser und zwei Sechsfamilienhäuser). Insgesamt wurden alle Varianten, auch die vom Landratsamt verworfene, beschlossen und der Behörde zur Prüfung eingereicht (wir berichteten).

Nun zeigten sich die Anlieger erneut alarmiert und meldeten sich wenige Wochen vor der Kommunalwahl zu Wort. „Jetzt finden wir am ehesten Gehör“, so Markus Zieglwallner. Er eröffnete die Runde, bestehend aus etwa zehn Anliegern, mit seiner Befürchtung einer „Salamitaktik“ am Vogelgarten. Letzten Endes sei das Areal siedlungstechnisch noch nicht ausgereizt. Klaus Diederichs sprach von „Planlosigkeit“ und „geistigem Dilettantismus“, was die Gemeindeentwicklung insgesamt angehe. Diederichs malte ein Szenario von Verdichtung im Innenraum, aber fehlender Infrastruktur für den ansteigenden Verkehr. Aufgabe des Gemeinderats sei es, auf die Wünsche der Bürger einzugehen und nicht auf die einer Bank.

Thomas Jocham sagte, es gebe ihm „einen Stich ins Herz, wenn man andere Gemeinden sieht“. Indersdorf habe sich nur maximal ein Prozent Bevölkerungswachstum pro Jahr auf die Fahne geschrieben und nehme die Bürger mit ins Boot. Markus Zieglwallner hat auch schon das Landratsamt mit den Befürchtungen der Anwohner konfrontiert. Alexander Krug, Leiter des Bauamts, habe ihm auf den Brief geantwortet, dass es keine städtebaulichen Vorgaben der Marktgemeinde gebe, die den Plänen des Geldinstituts entgegenstünden. Das Fehlen eines Gesamtkonzepts, wie sich die Gemeinde entwickeln soll, sei das eigentliche Problem, so die Runde. Peter Etterer sprach von „Kleinmeierei im Rahmen des Möglichen“. Ein Bebauungsplan sei früher der „Knebel aller Bauträger“ gewesen, so Etterer. Doch das funktioniere in Altomünster nicht. Man brauche Fachleute, „möglichst externe“, fand er.

Im Lauf der rund einstündigen Diskussion wurde klar, dass nicht nur am Vogelgarten, sondern auch am Sandgrubenfeld und am Kalvarienberg städtebauliche Entwicklung befürchtet wird. Thomas Jocham: „Es geht doch nur ums Finanzielle.“ Und Lars Vogelsang meinte: „Altomünster kann nicht die Probleme Münchens lösen.“ Am Ende kristallisierten sich die Forderungen heraus, „Stopp zu sagen zu solchen Bauvorhaben“ (Jocham) und die Bürger einzubeziehen in ein Gesamtkonzept. Markus Zieglwallner will außerdem Landrat Stefan Löwl zu einem Ortstermin bitten. Sabine Schäfer

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