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Inzwischen ein Denkmalschutz-Experte: Andreas Hänel (Mitte) öffnete sein altes Bauernhaus „Beim Fesinger“ in Altomünster für Interessierte.

Tag des offenen Denkmals

„Beim Fesiger“ geht es voran

Es ist viel passiert in dem alten Bauernhaus „Beim Fesiger“ an der Pipinsrieder Straße in Altomünster. Davon konnten sich die Besucher am Tag des offenen Denkmals überzeugen. Für den Hausbesitzer Dr. Andreas Hänel ist es nicht das erste denkmalgeschützte Gebäude, dem er wieder neues Leben einhaucht.

Altomünster – Um 1408 wurde das denkmalgeschützte Gebäude „Beim Fesiger“ vom Aichacher Spital an das Kloster Altomünster verkauft: Damals war es meistens die Unterkunft des Klostermetzgers. Doch im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 brannten die Schweden das Haus ab, wie alle Gebäude um die Klostermauern. Danach wurde es aber wieder aufgebaut.

Ein Stückchen von diesem abgebrannten Holz hatte Dr. Andreas Hänel aus Sulzemoos, der jetzige Besitzer des Hauses, bei seinen Renovierungsarbeiten gefunden, es stammt nachweislich aus dieser Zeit. Hänel zeigte es den vielen Besuchern, die am Tag des offenen Denkmals gekommen waren. Sie sahen viele Fundstücke, die er in den Böden des Hauses entdeckt hatte. Derzeit untersucht das Denkmalamt die Scherben sowie weitere Fundstücke und listet sie nach den zugehörigen Epochen auf.

Viel zu tun gibt es in der einstigen Unterkunft des Klostermetzgers, wie an dieser Holzständerwand in der Stube zu sehen ist.

Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt lobte Hänel als hervorragend, denn mithilfe der staatlichen Zuschüsse bleiben seine Kosten für die Instandhaltung des denkmalgeschützten Hauses im Rahmen: „Lediglich bei der Erhaltung wird man später einen Mehraufwand haben, denn man muss öfters weißeln, streichen oder Ähnliches.“ Er ist mittlerweile ein Denkmalschutz-Spezialist, denn er hat schon mehrere alte Gebäude saniert und dadurch der Nachwelt erhalten.

Anschließend warfen die Gäste einen Blick auf die alte Holzständerbauweise – übrigens die einzig erhaltene im Landkreis, die er an der Verbindungswand zum ehemaligen Stall freigelegt wurde und teilweise noch den Lehmaufbau zeigt.

Zudem hat Hänel im Untergeschoß einen Keller angelegt, der etwas tiefer sein dürfte, als der ursprüngliche Kellerraum, damit man darin aufrecht stehen kann. Auch im Erdgeschoss sind die Fußböden mit den Versorgungsleitungen schon verlegt.

Das Wichtigste war aber die Sanierung des Daches. Hier hatte es weit gefehlt, da das Haus nach hinten ziemlich abgesunken war. Damit der Bau wieder stabiler dasteht, fügte Hänel neue Balken ein. Außerdem wurden alte Deckenbalken nicht entfernt, sondern nur saniert.

Doch es gab auch ein wenig Kritik von den Besuchern, gefragt wurde zum Beispiel: Wie passt das neue Lamellen- und Dachflächenfenster zu dem denkmalgeschützten Haus? Hänel verteidigte sich: „Damit wurde keinerlei Bausubstanz verändert.“ Im Übrigen sei alles mit den Ämtern abgesprochen und genehmigt worden.

Außerdem habe er an der Straßenseite keine Veränderung im Dachkörper getätigt, aber irgendwo müsste ja Licht in den Dachausbau kommen – nämlich durch das neue Fenster. Nachgefragt wurde auch, weshalb er bei seinem Neubau so große Türen und dunkle Fenster angebracht habe. Dies sei dem einstigen Stall nachempfunden worden mit großem Scheunentor und Stallfenstern.

Insgesamt gab es aber viel Applaus für den Hausherrn, dass er sein Gebäude den vielen Interessierten zugänglich gemacht hatte.

Gisela Huber

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