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Kooperation von Gemeinde und Landkreis-Unternehmen

Sozialwohnungen in Altomünster geplant

Sozialer Wohnungsbau ist ein brennendes Thema in vielen Gemeinden des Speckgürtels um München. Auch in Altomünster. Die Marktgemeinde hat sich dafür nach einem Kooperationspartner umgesehen.

Anlass für die Partnersuche ist die Entwicklung eines neuen Baugebiets am Sandgrubenfeld. Dieses soll sich an einer neuen Straße entlangziehen, die „Am Klosteracker“ heißen soll.

Nach der Auflösung des Klosters ist das Gebiet nun komplett im Besitz der Gemeinde. Um das 2700 Quadratmeter große Areal zu bebauen und zu vermarkten, wollen sich Verwaltung und Gemeinderat kompetent beraten lassen. Dazu war Stefan Reith, neben Stefan Egenhofer einer der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau (WLD), zu Gast in der Sitzung. Die WLD sieht sich als Dienstleister der Kommunen (siehe Infokasten rechts). In dieser Funktion will sie die Kommunen entlasten, was die Bautätigkeit, Verwaltung von Wohnungen und das finanzielle Risiko betrifft.

Am „Klosteracker“ sollen zwei Baukörper entstehen mit insgesamt 36 Wohnungen: 19 Wohnungen im nördlichen Gebäude und einer Gesamtwohnfläche von 823 Quadratmetern und 16 im südlichen Haus mit insgesamt 700 Quadratmetern Wohnfläche. Den Grundstückswert bezifferte Reith auf 1,3 Millionen Euro, die Baukosten auf 1,9 Millionen Euro für das Südgebäude sowie etwa 2,1 Millionen Euro für das nördliche. Das Finanzierungsvolumen für die Marktgemeinde beträgt demnach vier Millionen Euro.

Ein weiterer Punkt, sich an die WLD zu wenden, liegt darin, dass sie für die Gemeinde „wie ein Generalunternehmer arbeitet“, und damit wie eine private Firma, so Altomünsters Geschäftsleiter Christian Richter. „Das heißt, dass die erste europaweite Ausschreibung wegfällt“, erklärte Richter weiter. Alles andere muss die WLD natürlich ausschreiben.

Reith stellte drei Varianten der Zusammenarbeit vor: Die erste: Das Baugrundstück (oder eine Teilfläche) wird an die WLD im Rahmen eines Erbbaurechts auf 99 Jahre mit einer 25-jährigen Belegungsbindung übergeben und dort nach den Vorgaben des Marktes Altomünster bebaut. Die WLD kümmert sich um Bau, Vermietung und Betreuung. Variante 2: Das Baugrundstück verbleibt im Eigentum des Marktes und wird durch die WLD als „inhousefähiger Bauträger“ (im Vergaberecht die Vergabe eines öffentlichen Auftrages ohne öffentliche Ausschreibung an einen dem Staat zugehörigen Auftragnehmer) auf Rechnung des Marktes mit entsprechender Förderung nach dem kommunalen Wohnraumförderungsprogramm bebaut. Der Freistaat Bayern unterstützt die Gemeinden also bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zur Schaffung von angemessenem und bezahlbarem Wohnraum, wie es offiziell heißt. Der Markt übernimmt die Belegung der Wohnungen. Variante drei stellt eine Kombination dar.

Stefan Reith empfahl, die Mietstruktur auf alle Fälle zu „durchmischen, um die ganze Bandbreite der Bevölkerung abzudecken“, also auch teilweise marktübliche Mietpreise zu verlangen.

Reith stellte zudem die Einkommensgrenzen für sozialen Wohnungsbau dar anhand einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern, bei denen beide Eltern berufstätig sind: Bei einem Quadratmeterpreis von 10 Euro erhält eine Familie mit einem Bruttojahreseinkommen von maximal 34 000 Euro einen 50-prozentigen Mietzuschuss, 40 Prozent sind es bei einem Jahreseinkommen von rund 46 000 Euro und und 30 Prozent bei maximal 58 000 Euro.

Bürgermeister Anton Kerle warb für die Kooperation, schon allein, „weil die Bevölkerungsgruppe wächst, die sich die hohen Mietkosten nicht mehr leisten kann“. Apropos Kosten: 30 Prozent der Investitionskosten bezuschusst der Freistaat, 60 Prozent gibt es als zinsverbilligtes Darlehen von der Bayern Labo.

Mit 13 zu sieben Stimmen beschloss das Gremium nach kurzen Nachfragen, die WLD zu beauftragen, die Konditionen für die Varianten und für die Verwaltung bestehender gemeindlicher Wohnungen zu ermitteln. Sabine Schäfer


Sozialwohnungen der WLD

Die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Dachau, kurz WLD, verfügt derzeit über 275 Sozialwohnungen hauptsächlich im S-Bahnbereich sowie 64 Wohnungen für Asylbewerber. In Altomünster baut die WLD zur Zeit neuen Wohnungen am Brechfeld. „Die Kommunen kommen meist auf uns zu“, so Stefan Reith, seit 2016 Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft. Ihm zur Seite steht Stefan Egenhofer als technischer Geschäftsführer. Die Gesellschaft ist eng mit der Sparkasse Dachau verbunden. Reith und Egenhofer üben das Amt bei der WLD nebenberuflich aus. Hauptberuflich sind beide bei der Sparkasse Dachau beschäftigt. Der Jahresüberschuss der WLD beträgt 300 000 Euro. Die Gesellschaft wurde Ende der 80er Jahre gegründet. „Wir sehen uns als Dienstleister der Kommunen“, so Stefan Reith. sas

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